Krieg wird noch asymmetrischer
Text: Anton Waldt aus De:Bug 149


Foto: PEOSoldier

Die Antwort der US-Streitkräfte auf ihre partielle Unterlegenheit im asymmetrischen afghanischen Krieg lautet: mehr Asymmetrie. Die Fußtruppen werden mit digital hochgezüchtetem HighTech aufgerüstet, bis auch für sie die surreale Videospiellogik des Drohnen-Krieges gilt. Die neue Wunderwaffe ist dabei ein Granatenwerfer im Gewehrformat, der praktisch um die Ecke schießen kann, punktgenau auf einen halben Kilometer Entfernung. Die XM25 wird Jahresbeginn in Afghanistan auf Gefechtstauglichkeit getestet und dies offensichtlich erfolgreich, jedenfalls hat das Pentagon gerade XM25 für 65,8 Millionen Dollar beim Hersteller ATK geordert.

Zielerfassung und Projektil-Programmierung des von Heckler & Koch mitentwickelten XM25 erfolgen per Knopfdruck in wenigen, einfachen Schritten, abgefeuert fliegt die programmierte Spezialmunition dann exakt zum per Laser angepeilten Ziel, um genau über oder neben dem Gegner zu explodieren, der hinter einer Mauer oder einer Hausecke in Deckung gegangen ist. Diese Standardstellungen können durch konventionelle Infanterie nur unter hohen Verlusten eingenommen werden, aber punktgenau platzierten Granaten sind sie schutzlos ausgeliefert.

Mehr Asymmetrie
Der XM25 hat daher das Zeug, die Gefechtslogik dramatisch zu verändern, und das nicht nur in präpotenten Großmachtsfantasien durchgeknallter US-Militärs. Denn technische Durchbrüche haben in der Kriegsgeschichte tatsächlich immer wieder für Phasen absoluter Überlegenheit auf dem Schlachtfeld gesorgt, natürlich zeitlich begrenzt, aber im Krieg gilt der Augenblick uneingeschränkt.

Für Kombattanten wie die afghanischen Taliban werden auf absehbare Zeit sogar erbeutete XM25 völlig nutzlos sein, weil ihnen das entscheidende Herrschaftswissen zu Funktion und Bedienung des Ballistikcomputers XM116 fehlt, dem wichtigsten und teuersten Bauteil im XM25, der rund 25.000 Dollar kosten soll.

Chancenlos im konventionellen Gefecht, werden sie allerdings nicht einfach aufgeben. Sie werden vielmehr Sprengfallen und Selbstmordattentate erst recht zu regulären Waffensystemen erklären und diese verstärkt einsetzen und auch weiterentwickeln. Denn ihre Reaktion auf partielle Unterlegenheit im asymmetrischen Krieg lautet ebenfalls: mehr Asymmetrie.

25 Responses

  1. jens

    evtl den artikel auf der falschen platform veroeffentlicht???

  2. Ben Weber

    Ich betrachte das eher als sensibilisierenden Content und kann solche Artike nur befürworten.

  3. toni shopy

    schade ich dachte ich kann das teil auch gleich hier mit paypal bestellen, aber ist ja nur ausgabe 149,die hab ich schon

  4. zil

    aha, debug wird von der waffenindustrie gesponsored, oder was?
    eine leserin weniger.
    was hat musik mit waffen zu tun?
    habt ihr sie noch alle in der redaktion?

  5. peter

    soll man deswegen jetzt mitleid mit den taliban haben, weil die sich dann nicht mehr selbst in die luft sprengen können, wenn die davon erwischt worden sind? oder was bezweckt dieser artikel…?

  6. Anton Waldt

    zum hinter die ohren schreiben: zwischen krieg und technischem fortschritt herrscht seit menschengedenken ein inniges wechselspiel. über technik reden, heisst daher auch immer über krieg zu reden.

  7. leonidas

    “über technik reden, heisst daher auch immer über krieg zu reden”

    was für ein humbug, genau wie der gesamte realitätsferne artikel…

    was hat das mit krieg zu tun wenn ich wem von meinem neuen ipad erzähle?

  8. TheEngi

    Krieg und Technischer Fortschritt hat wirklich fast immer was mit krieg zu tun. Die ersten Maschinen waren alles Kriegsmaschinen und deshalb heißt Ingenieur übersetzt soviel wie Kriegsmaschinenbauer. Und noch immer waren viele Erfindungen die Zivil genutzt werden für den Kriegsdienst konzipiert.
    Und eure sinnlosen Kommentare könnt ihr euch Mal in die Haare schmieren, ich find den Artikel interessant.

  9. Gauss

    “Krieg und Technischer Fortschritt hat wirklich fast immer was mit krieg zu tun.”
    Lies dir das mal bitte nochmal durch.

  10. Moin

    Ich finde, wer um die Ecke schiesst, hat gewonnen. Da gibts doch nicht drumherumzureden.

  11. peter perdu

    “was hat das mit krieg zu tun wenn ich wem von meinem neuen ipad erzähle?”
    nichts für ungut, aber eine naivere aussage habe ich lange nicht mehr gehört. technischer fortschritt wird häufig durch anstrengungen der kriegstechnologie generiert. das liegt zum teil daran, dass hier große mengen geld in konkrete technik investiert wird. wenn jetzt hier also gegen diesen artikel stimmung gemacht wird, dann doch nur, weil einige leser sich nicht gerne mit ernsthaft unschönen themen auseinandersetzen.
    ich persönlich finde es wichtig, dass sich die de:bug als zeitschrift für elektronische lebensaspekte auch mit den unangenehmen seiten der technik auseinandersetzt. für uns scheint waffentechnik zunächst mal keine rolle zu spielen, aber für die menschen in krisengebieten ist diese tendenz zum videospielartigen-kriegstechnik gesellschaftliche realität. dieses thema betrifft auch jeden, weil deutschland seine finger tief mit drin hat und die rüstungsindustrie ein stabiles segment der deutschen wirtschaft ist. damit wird auch wohlstand generiert.

    einen leser mehr. auch musik und vor allem technik hat mit waffen zu tun.

  12. Felix

    Der militärische Fortschritt hat mit Euren iPads weit mehr zu tun als Ihr denkt. Ihr könnt Euch ja mal informieren welchen Einfluss die US Militärs auf Unternehmen wie Intel haben und auf wessen Mist die ganze Idee mit dem dezentralen Internet gewachsen ist, in dem Ihr gerade postet… und sogar das GPS auf Eurem iPhone, das wurde ursprünglich auch nicht entwickelt, um Euch den Weg zum Club zu zeigen. Und wo grad von Musik die Rede war: Auf welche Branche ging noch gleich das 19″-Format zurück?

  13. lala

    unerwartet das hier zu lesen, hätt’ ich eher bei wired erwartet;
    aber so neu sind wummen die um die ecke ballern auch nicht,
    bei den nazis gab’s schon n ding mit krummen lauf & spiegel.
    der titel der story ist schlecht, wunderwaffe – bei aller liebe zur technik mir fehlt hier der kritische unterton an dieser industrie;
    link zu Heckler & Koch ist auch nicht im artikel
    @felix: ipad nix intel

  14. hanni

    krieg ist frieden. die new world order ist nun auch in der de-bug angekommen. da bekommt man zweifel an der menschheit, obwohl die sonne scheint, alles schläfer hier.

  15. Terry Bell

    hey anton waldt, bist du n nerd oder so…

  16. Terry Bell

    @ lala

    im auftrag der waffenlobby möchte ich dir außerdem danken, dass du dich für unseren web traffic einsetzt. von dir hätten wir das am wenigsten erwartet.

    halt die ohren steif, partner in crime 😉

    und nicht vergessen:
    loot. shoot. electrocute.

  17. lala

    @ terry bell:
    webtraffic verkauft keine waffen, ne
    ich find die dementies von denen schon sehenswert 😉
    willkommen im infowar

  18. Theodore Terrible

    Diese ganzen Vollbratzen, die hier mit ihren bekackten Verschwörungstheorien rumspacken, weil sie nicht in ihren Kopf reinkriegen, wie hart Musik, Technik und damit auch Krieg miteinander korrelieren nerven mich hart.
    Am schlimmsten sind aber die, die realitätsfern alles ausblenden wollen, was um sie herum passiert, ihre Leserschaft kündigen (haha, als ob das hier jemanden interessieren würde. Ihr seid nichtmal der Nabel von Oberglockenheim, Kinners) und rumheulen, weil FUSSBALL BLEIBT FUSSBALL UND POLITIK BLEIBT POLITIK oder so. Geht mal lieber alle Bravo lesen.

    [Mir sind keine schöneren Schimpfwörter eingefallen. Tut mir leid.]

  19. lala

    in den 90igern dachte ich ja geil: revolution! neue musik für neue ideen & ganz neue ansätze;
    leider wollten aber alle nur pillen einwerfen & zu bum bum tanzen um die realität zu vergessen. schade!

  20. Theodore Terrible

    Ach lala…
    Was hat und Audio88 gleich nochmal gelehrt?
    Achja: Widerstand hat keine Musik // Es gibt nur ein paar Musiker, die versuchen Widerständlern ihre CDs zu verkaufen.

    Aber für Tanzen und BumBum bin ich trotzdem zu haben, Liebes.

  21. lala

    hilfe ich bin ein UR opfer (booh motherfucker, buuuh), lol
    für tanzen & bum bum bin ich auch noch zu haben, ab & zu jedenfalls 😉