Röntgenbild-Tasche sorgt für Ärger
Text: Anton Waldt aus De:Bug 112


Fliegen wird ja dieser Tage immer ungemütlicher: Zeitverzögert hat auch das europäische Sicherheitspersonal die frostige Attitüde angenommen, die in den USA Zöllnern, Beamten der Einwanderungsbehörde und Flughafen-Aufpassern schon seit längerem zu eigen ist, die nach dem 11. September 2001 natürlich noch einmal einen eisigen Schub erfahren hat. Absolute Humorlosigkeit ist heute auch an den Sicherheitsschleusen in Berlin oder Stuttgart alltäglicher Standard. Und wehe, man ist guter Laune oder versucht sich an Terror-verdächtigen Tricks wie einem Blickkontakt mit freundlichem Lächeln: verdächtig, sehr verdächtig, so ein Verhalten. Stattdessen gilt es jetzt, die Vorflugsprozedur möglichst roboterhaft ohne jede Regung über sich ergehen zu lassen.

Und die Angelegenheit wird immer komplizierter, Fallstricke drohen ja bereits mit Antifalten-Cremes im Handgepäck oder einem übrig gebliebenen Schluck Saft in der PET-0,3-Literflasche. Man merkt den unterbezahlten Plattfüßern in Uniform ganz genau an, dass sie ihren Job dank Cola-Bombern und Paranoia-Lehrgängen mal so richtig oberernst nehmen. Die Jungs von Fred-Design kokettieren denn auch mit dem provozierenden Effekt ihrer “Xposed”-Taschen im Röntgenbild-Design, gleichzeitig raten sie vom Gebrauch auf Flugreisen ab. Also eigentlich direkt in die Lücke gestaltet, diese Taschen, die vermeintlich Revolver, Schnaps und Schlagring verbergen, weil: Außerhalb von Flughäfen locken die aufgedruckten Provo-Tools niemand hinterm Ofen hervor, und wer verreisen will, mag sich momentan wirklich nicht mit den Kontrolletis anlegen.
http://www.worldwidefred.com/fredlife.htm

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Elektronische Lebensaspekte.