Welche Label sind in Drum and Bass gerade angesagt? Dem Berliner Produzenten Young Ax ist das egal. Seine Tracks landen trotzdem dort.
Text: Felix Krone aus De:Bug 96

Einer, der es geschafft hat

Tracks bauen für englische Drum-and-Bass-Label. Sicher gibt es eine Menge Leute, die davon träumen. Am besten gleich für die ganz großen. Ich frage mich, wo der Mythos herkommt. Na gut, Drum and Bass kommt schließlich aus UK. Vielleicht liegt es daran, dass auf der Insel immer noch die wichtigen Entscheidungen getroffen werden und, wenn man es dort geschafft hat, bewiesen hat, es extrem auf dem Kasten zu haben. Jedenfalls bedeutet das eine ziemlich dicke Packung Anerkennung und die hat Young Ax mit seinen Tunes verdient.

Zwar heißt es, dass der Name egal ist und dass der Tune einfach gut sein muss. Es muss aber definitiv der richtige Tune zur richtigen Zeit sein, damit Leute wie Nu:Tone, Kasra oder Subject 13 überhaupt Interesse zeigen und ihre Zurückhaltung über Bord werfen. Genau das hat Young Ax, der ursympathische Berliner, der die Anfänge von Drum and Bass noch über das ehemalige Jugendradio der DDR, DT64, mitbekommen hat, mit seiner musikalischen Interpretation von Drum and Bass und seinen ausgetüftelten Beats erreicht, was ihm dieses Jahr neben der aktuellen Single auf Santorin auch Release auf Labeln wie Brand:Nu oder Critical beschert hat. Weitere Tunes folgen demnächst auf der Vibez-12“-Compilation und auf Horizons. Auf Critical sind weitere Releases geplant. Wer Young Ax’ Produktionen kennt, kennt die Leichtfüßigkeit der Beats, die sich auf dem Dancefloor sehr wohl fühlen, und der wird sich nicht wundern, dass Young Ax vor allem von Jazz, Funk und älteren HipHop-Platten beeinflusst ist. Dabei transportiert er so viel musikalische Einflüsse, die sich einfach von jedem anderen Tune abheben, dass man schnell erkennt, wann ein Young- Ax-Track beginnt und wann er aufhört. Dank Artillery, einem maßgeschneiderten Spezial-PlugIn aus einer kleinen Software-Schmiede aus seinem Bekanntenkreis, kommt der einzigartige Young-Ax-Klang zustande.

Debug: Hast du ein Traumlabel für deinen nächsten Release?
Young Ax: Ach, das ist egal. Hauptsache, meine Musik erreicht die Leute. Alle sagen zwar immer, dass ich unbedingt was auf Hospital machen soll, weil das gerade angesagt ist. Mir ist das aber egal. Ich habe kein Traumlabel. Viel wichtiger wäre ein eigenes Label. Das wäre schon eher ein Traum. Aber es ist halt schwer, gute Tunes zu kriegen und der Vertrieb St-Holdings hat auch noch kein grünes Licht gegeben. 30 neue Label pro Monat reichen ihnen vorerst und so wird man schnell auf nächstes Jahr vertröstet. Also mache ich lieber Tracks, ich bin ja auch nicht gerade der Turbo-Produzent ….

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Elektronische Lebensaspekte.