Text: Barbara Kirchner/Dietmar Dath aus De:Bug 21

Barbara Kirchner/Dietmar Dath Auszeit über physikalische, soziale, neurophysiologische und musikalische Zeit 1.Time is running out Der nachfolgende Text ist leider abstrakt wie die Sau. Der Gegenstand verlangt es halt. Am Ende stehen Literaturtips, die, so sie beherzigt werden, die Anschaulichkeit der Sache stark erhöhen können. Wenigstens mit Gleichungen wollen wir niemanden behelligen, es soll stattdessen versucht werden, den schwierigen Parcours möglichst nur im alten Klappervehikel “Prosa” zu befahren. Das ist in diesem Fall mindestens so tricky wie die korrekte Beschreibung guter elektronischer Musik. Wenn vieles an dem, was wir hier erzählen, unverständlich bleibt, ist das nicht unsere Schuld, entscheidend aber sollte sein, daß dabei klar wird, daß eine ganz alltägliche Wahrnehmung, die sich selbst ungeheuer konkret und evident vorkommt, selber bereits eine Abstraktion darstellt, der man nicht alles glauben darf. Gemeint ist der Aberglaube, “Zeit” sei so eine Art Abhang, den wir alle hinunterrollen, und obendrein so glatt, daß man nicht wieder hoch kommt. Den Effekt als solchen kennt jedeR: Uhren ticken, Kalenderblätter fallen, eben noch taufrische Beats verbrauchen sich, fallen der sukzessiven Vernutzung durch die interne temporale Geometrisierung der Architekturen von Tracks zum Opfer, auseinandergezogen von dunkler Vakuid-Energie oder ineinandergeschoben von der Gravitation der subsonischen Bässe, sich selbst als vervielfältigte Symmetriebrechung entlang unsichtbarer Zeitachsen juxtaponiert… Aber andererseits hört man jetzt immer öfter, dieses Gefühl sei eine Täuschung, und am 29.12.1997 titelte schließlich sogar der “Spiegel”: ”ZEIT: Die große Illusion.” Abgesehen davon, daß im dazugehörigen Artikel die Grafiklegende zum Bildchen, das die relativistische Zeitverzerrung eines nahe der Lichtgeschwindigkeit reisenden Raumschiffs illustrieren sollte, von den “Spiegel”-Knallköpfen in ihrer Dummheit verbockt wurde, war der Kerngedanke, der im Heft durch (teilweise verkehrt erzählte und ausgesuchte, aber sonst einigermaßen OKe) Belege aus der Physik und der Hirnforschung illustriert werden sollte, leidlich richtig. Sie lautet: der breite Zeitstrom, in dem sich die vulgäre Alltagserfahrung geborgen glaubt (deren bizarre Psychologie einst Husserl als “inneres Zeitbewußtsein” vergeblich zu enträtseln suchte), fließt hier nicht mehr. Die Zeit, in der es eine einigermaßen unstrittige Konvention darüber gab, wie, wann und zu welchen Zwecken man im Einklang mit der fundamentalen Axiomatik der für das Quantifizieren von Observablen klassisch zuständigen Naturwissenschaften von “Zeit” sprechen konnte, ist vorbei. Tempus fugit, oder gemütlicher gesprochen: Kinder, wie die Zeit vergeht! 2.Wer hat an der Uhr gedreht? Kurt Gödel! Im Prinzip fing das, was Palle Yourgrau mit dem Titel seiner lesenswerten Studie “The Disappearance of Time” anspricht, schon mit der speziellen Relativitätstheorie an, wo die Dehnung und Streckung von Zeitintervallen für relativ zueinander bewegte Intertialsysteme ebenso wie die Dehnung und Streckung von Raum-Koordinaten logisch aus Einsteins genialer Idee des “Relativitätsprinzips” folgte. Das nämlich besagte, daß die Naturgesetze so geschrieben werden konnten, daß sie den Transformationen von einem Inertialsystem in ein anderes gegenüber kovariant sind. So konnte man die unterschiedlich rasch ablaufenden Uhren mithilfe von dieser Transformationen (sog.Lorentz-Transformationen) wenigstens noch ineinander umrechnen, “übersetzen”. Richtig auffällig wurden die perverseren Effekte des Ganzen (z.B. die Zeitdilatation) erst für sog. “relativistische” Geschwindigkeiten, d.h. größere Bruchteile von c, der Lichtgeschwindigkeit. Einsteins relativistische Uhren waren immerhin noch Uhren, die eindeutig vorwärts tickten und dabei nicht “hüpften”, oder wie Jack Sarfatti (Lieblingsphysiker aller Wahnsinnigen, gebt seinen Namen mal in eine WWW-Suchmaschine ein und habt Spaß!) mal bemerkt hat (den Spruch hat er möglicherweise geklaut, wie so vieles, aber er paßt zu ihm wie maßgeschneidert): “Einsteins Uhren waren wie die Uhren Dalis: geschmolzen und verbogen, aber wenigstens Uhren.” Allerdings hatte die spezielle Relativität, wie als erster Einsteins Mathematiklehrer Minkowski begriff, die alte Distinktion zwischen Zeit und Raum hinfällig werden lassen: eine neue Entität, die “Raumzeit”, das berühmte “Einsteinkontinuum” (manchmal auch “Minkowskiraum” genannt) reckte und streckte sich erstmals. Trotzdem: Zeit eierte von da an zwar wie eine alte Vinylplatte, aber man wußte wenigstens noch, wann das jeweils auf der Platte gespeicherte Stück anfing und wann es aufhörte. Gescratcht wurde auch noch nicht. Das schien sich auch mit der allgemeinen Relativitätstheorie, welche beschleunigte Bewegungen und die Raumzeitkrümmung durch die Anwesenheit von Materie, d.h. deren Masse (die eine Form von Energie ist), ins relativistische Kalkül miteinbezog, nicht geändert zu haben. Die neue Theorie, meistens entweder “allgemeine Relativität” (ART) oder, schöner und genauer, “Geometrodynamik” genannt (weil sie eben zeigte, daß und wie Geometrie, und zwar die der Raumzeit selber, DYNAMISCH ist, veränderbar), ist eine der mathematisch schönsten Theorien in der gesamten Physik, vielleicht in der Naturwissenschaft überhaupt. Mit ihrer Riemannschen Metrik, der Krümmung der Raumzeit, der generellen Gleichberechtigung aller Koordinatensysteme (gegenüber den bevorzugten Lorentzkoordinaten der Minkowskiraumzeit und den dumpfen Galileikoordinaten des alten Newtonschen Universums mit seiner absoluten Zeit) unter Einschluß einer neuen Definition von “Gleichzeitigkeit” (die eben auch nicht mehr von Lorentzkoordinaten abhing, sondern von frei gewählten, d.h.: IRGENDWELCHEN), ihren sauberen, durchgezogenen Geodätischen (die sich dann später der Quantelung widersetzten, ein Hauptproblem aller “Theorien für alles” in diesem Jahrhundert) wies sie eine Klarheit und einen Vereinfachungsreichtum auf, den nach ihr keine physikalische Theorie mehr erreicht hat. Diese besondere Eigenschaft der Geometrodynamik, ihre Schönheit eben, war es auch, die Kurt Gödel, den österreichischen Logiker, Urheber der nach ihm benannten Unvollständigkeitstheoreme und Freund Einsteins in dessen amerikanischem Exil, so stark angezogen hat, daß er sich Lösungen für die Feldgleichungen der Geometrodynamik einfallen ließ, welche an Wahnsinn selbst die (von Einstein bekämpften) ebenfalls aus den Feldgleichungen abgeleitete Prophezeiung von “Schwarzen Löchern” und “Raumzeitsingularitäten” übertraf. Die Eingangsüberlegung für Gödels irre ART-Lösungen wird gerade wieder aktuell durch die in der Presse zum Jahreswechsel 1998/199 für Aufruhr sorgenden neuen kosmologischen Spekulationen angesichts der in den letzten Jahren angefallenen Beweise dafür, daß die Expansion unseres Universums schneller vonstatten geht, als in einer klassisch flachen (oder kugelgleich gekrümmten) Raumzeittopologie zu erwarten gewesen wäre (was unser Universum möglicherweise sattelgleich macht, “offen”). Gödel überlegte sich, daß die durch Gravitation bewirkte eventuelle Umkehrung der Expansion des Universums nicht nur bei zu geringer Materiedichte (wie 1998 schließlich rausgekommen zu sein scheint), sondern auch im Falle einer ROTIERENDEN Raumzeit (in dem Fall aufgrund von Zentrifugalkräften) ausbleiben müßte. 1949, vor genau fünfzig Jahren also, fand Gödel dann heraus, daß bei so einem (mit den Feldgleichungen vereinbaren!) Universum (das man, weil es rotiert, ein “R-Universum” nennt), bei dem der Trägheitskompaß (Trägheit, lateinisch “Inertia”, gab den Inertialsystemen der Relativität ihren Namen) ÜBERALL relativ zur Materie(/Energie) rotiert, die zueinander bewegten Bezugssysteme nicht nur nicht mehr in eine konsistente kosmische Zeit eingeordnet werden können, sondern es in ihnen beinahe geschlossene und gänzlich geschlossene zeitförmige Kurven gibt, die einen irgendwann wieder in der Vergangenheit ankommen lassen, während man sich doch immerfort in die Zukunft bewegt hat. Gödels Folgerungen waren radikal: 1.) Im R-Universum ist das Verstreichen der Zeit illusionär. 2.) Auch wenn das unsere kein R-Universum ist: die bloße Tatsache, daß dieselben Gesetze (nämlich die Feldgleichungen), die unser Universum regieren, auch Universen mit solchen “Closed Timelike Loops” zulassen, beweist, daß die Tatsache, daß bei uns die Zeit vergeht, lediglich ein Zufall ist, der nichts mit der objektiven Struktur, die Universen ermöglicht, zu tun hat. Also ist auch bei uns (selbst wenn wir nicht in einem R-Universum leben) die Zeit eine Illusion, vielleicht nur etwas besser in realen Bedingungen begründet als in einem R-Universum, etwa so, wie eine Fata Morgana, weil durch Luftspiegelung bedingt, “realer” ist als eine reine Wahnvorstellung ohne Luftspiegelung. Get this: vor fünfzig Jahren hat Gödel die Zeit abgeknallt (but he didn’t shoot the deputy). 3. Andere physikalische Zeitirrwitzigkeiten Mit dem Gödelschen Superhammer war, obwohl der schon kräftig zugeschlagen hatte, allerdings erst die Oberfläche der Zeit angekratzt. Der Geometrodynamiker Kip S.Thorne und sein Kollege Michael Morris waren die ersten, die eine andere Lösung der Feldgleichungen, nämlich die der sogenannten “Wurmlöcher”, auf ihrer Brauchbarkeit für die Konstruktion von “Zeitmaschinen” austesteten (Thorne war dem Problem auf Anregung von Carl Sagan nachgegangen, der eigentlich nur ein bequemes, die Lichtgeschwindigkeitsschranke der speziellen Relativität umgehendes Fortbewegungskanälchen für seinen SF-Roman “Contact” suchte, der ja später mit Jodie Foster verfilmt wurde). Zwar sah es zunächst so aus, als würde durch solche Zeitmaschinen die “Weak Energy Condition” verletzt. Das ist eine ziemlich komplizierte physikalische Bedingung, die besagt, daß alle bekannten klassischen Materiefelder nur die Messung von durchschnittlich NICHT NEGATIVEN Energiedichten erlauben. Mit der Frage, ob materiell vorhandene Zeitmaschinen diese Bedingung verletzen, öffnete sich nach einer Weile eine ganz andere Pandorabüchse als die geometrodynamische: die der Quantentheorie, und insbesondere die der noch überhaupt nicht verstandenen Quantentheorie der Gravitation. Morris, Thorne und Ulvi Yurtserver bereiteten durch einen Artikel in den “Physical Review Letters” 1988 eine neue Diskussion darüber vor, und der israelische Physiker Amos Ori zeigte im Oktober ’93 am selben Ort, daß ein Modell für eine geschlossene zeitförmige Kurve existiert, die sich in einer Raumregion aus einer normalen raumförmigen Initialfläche entwickelt, welche ungefähr (asymptotisch) flach und topologisch trivial ist. Das war soweit ganz nett, aber Oris Modell war außerdem vor allem eines, in dem überall auf der initialen Fläche und darüberhinaus jenseits der Zeitfläche (einer achronalen Hyperoberfläche) die Weak Energy Condition erfüllt ist. Schon 1974 hatte außerdem Frank Tipler auf der Grundlage von 1936er-Lösungen der Einsteingleichungen für das Gravitationsfeld eines schnell rotierenden unendlichen Zylinders bewiesen, daß auch ein nichtunendlicher derartiger Zylinder Kausalitätsverletzungen hervorrufen könnte, also eine geeignete Zeitmaschine wäre. Inzwischen gibt es noch andere Zeitmaschinenmodelle, etwa die von J. Richard Gott (was ein toller Nachname!) im März ’91 in den Physical Review Letters vorgeschlagene Lösung der Feldgleichungen für zwei gerade, einander nicht kreuzende, bewegte kosmische Strings (kosmische Strings könnten Überbleibsel des Urknalls sein, wenn es ihn gegeben hat, und sind nicht zu verwechseln mit den Strings und Superstrings der vereinheitlichenden Stringtheorien). Richtig kompliziert, wir haben es schon angedeutet, wird es erst, wenn man die Quantenmechanik solcher durch “Zeitmaschinen” oder R-Universen ermöglichter Closed Timelike Lines berücksichtigt. David Deutsch hat unter Berufung auf dieselbe im Physical Review D im November ’91 unter anderem die Probleme des “Zeitparadoxons”, die wir ja alle aus “Zurück in die Zukunft” oder “12 Monkeys” kennen, im Ansatz wegerklärt. Von quantenmechanischen Übergeschnapptismen wie dem Tachyon, einem hypothetischen, schneller als Licht durch die Zeit zurückbewegten Partikel, der z.B. in den frühen, auf 26 Dimensionen veranschlagten Stringtheorien vorkam, mal ganz abgesehen. Wie sich der Zeitbegriff durch neue Raumzeitgeometrien, etwa Roger Penroses Twistortheorie mit ihren speziellen Anforderungen an die zeitliche Orientierung für die sogenannten “Spinoren” der jüngeren Geometrodynamik, immer weiter von jeder Anschaulichkeit entfernt… DAS zu erklären, könnt Ihr von uns echt nicht verlangen (zumal wir es größtenteils selber nicht richtig begreifen, Penrose persönlich wahrscheinlich auch nicht, der ist sowieso verrückt). Und schließlich ist da noch die wenig bekannte Tatsache, daß Physiker, wenn sie mit Richard Feynmans überall an den Unis gängiger, inzwischen routinemäßig gelehrter Pfadintegralmethode Teilchenwechselwirkungen berechnen, dabei auch die UNWAHRSCHEINLICHSTEN Wege, die ein Teilchen gehen kann, automatisch mitberücksichtigen, also auch solche, die rückwärts durch die Zeit führen. Und der Geometrodynamiker und Kosmologe John Archibald Wheeler (de:Bug-LeserInnen schon aus einem Fortsetzungsromänchen bekannt) hat in einem seiner wahnsinnigeren Momente, angelehnt an Feynman, vorgeschlagen, das Faktum, daß alle bekannten Elektronen dieselben Eigenschaften haben, so zu interpretieren, daß sie alle (!) EIN einziges Elektron seien, daß sich durch die Zeit und den Raum vor- und zurückbewegt. Kosmologisch gesehen wird die Sache mit dem Zeitpfeil auch immer heikler, aber uns ist gerade mal einen Moment schwindlig, deshalb sparen wir uns diesen Teil. 4. Neurophysiologische Zeit: Timeless In der Neurophysiologie und Chronobiologie kennen wir uns ein bißchen schlechter aus als in der Physik, auch ist die Veröffentlichungslage da ein bißchen konfus, fest scheint aber inzwischen doch zu stehen, daß neurologische Signale, weil sie bei ihrem Weg durchs Synapsennetz Zeit verbrauchen, die gesamte Wahrnehmungswelt von Lebewesen einer Zeitverschiebung unterwerfen. Während physikalisch kein kleineres Intervall als die (quantenmechanisch festgelegte) sogenannte “Planckzeit” sinnvoll diskutiert werden kann, ist über die Beschaffenheit dessen, was die Neurowissenschaften “ETEs” nennen, Elementary Temporal Experiences also, z.B. Gleichzeitigkeit, “Dauer”, Geschwindigkeit/Beschleunigung etc. noch längst nicht alles bekannt und gesagt. Während der “Spiegel” seine damalige “Illusion Zeit”-Suada in ihrem chronobiologisch-hirnphysiologischen Teil an der “30-Millisekunden-Zeitinsel” festmachte, auf der das Hirn seine Gegenwart verstaut (jeder “Moment” “hat” also eine Dauer- was Bergson, Husserl und Heidegger bestimmt bestürzt hätte), scheint uns interessanter, daß das Phänomen der DAUER selbst physiologisch bislang ungeklärt ist. Während man Gegenwartsempfinden, Nichtgleichzeitigkeit und zeitliche Abfolge physiologisch erklären kann, liest man in Büchern wie der “Encyclopedia of Neuroscience”, daß Dauer offenbar von Informationsdichte abhängt. Blöderweise aber ist die immer nur retrospektiv bestimmbar. Während also, wie der Hirnforscher Ernst Pöppel einst schrieb, “die ETE der Dauer den höchsten Level der hierarchischen Taxonomie der Zeitwahrnehmung besetzt”, ist sie ohne GEDÄCHTNIS nicht vorstellbar. In Anlehnung an Wheelers Formulierung für die Geometrodynamik “Die Raumzeit sagt der Materie, wie sie sich bewegen muß, die Materie sagt der Raumzeit ihrerseits, wie sie sich krümmen muß” könnte man also sagen: “Die Dauer der Gegenwart ermöglicht die Strukturierung von Gedächtnis, das Gedächtnis seinerseits aber legt fest, wie lange die Gegenwart gedauert hat.” Heißt das aber nicht, daß die Gedächtnisstruktur selber zeitlos ist, außerhalb der Zeit steht, eine Möglichkeitsbedingung für deren Wahrnehmung sein muß? Wie sagte Goldie doch so unvergeßlich: Timeless? 5. Soziale Zeit: Kommunikation als Prozeß Mehr einer persönlichen Vorliebe als erwiesener Unbedenklichkeit folgend, möchten wir die Zersetzung der Zeit im Sozialen am Liebsten entlang von Kategorien aus dem Begriffshaushalt von Niklas Luhmann beschreiben. 1992 hat der Luhmannschüler Armin Nassehi eine Studie mit dem leicht irreführenden Titel “Die Zeit der Gesellschaft” verfaßt- irreführend deshalb, weil die “…der Gesellschaft”-Titelgebung sich bei Luhmann selbst ja immer auf Subsysteme, und am Ende auf die Gesellschaft als Ganzes bezog, aber nicht auf Dinge, die das Gesellschafts-System je und je unterschiedlich kodifiziert, modalisiert, spatialisiert oder dynamisiert, wie das bei der Zeit der Fall ist. Das Buch ist ziemlich gut, vor allem, weil es in seinem vierten und abschließenden Kapitel einiges an Mühe daran wendet, den verschiedenen diachronen Gesellschaftstypen, die Luhmann benannt hat, also segmentären, stratifikatorischen und schließlich funktional ausdifferenzierten (“modernen”) Gesellschaften, unterschiedliche “soziale ETEs” (Nassehi nennt das nicht so, aber wir) zuzuweisen. Interessent dabei ist, daß Nassehi schließlich, über die Stufenfolge 1.) “Anwesenheit” (als Präsenz/Präsens-Anforderung früher Zeitmetaphysik in segmentären Gesellschaften), 2.)”Heilsgeschichte” (oder auch: Geschichtsteleologie) für stratifikatorische und 3.) “Synchronisation”, d.h. sozusagen die Entwicklung von sozialen Lorentztransformationen analog den mathematischen der speziellen Relativität, für moderne Gesellschaften zeigt. Wenn wir diesen Prozeß nun spekulativ über den Schwellenbegriff “Risiko”, mit dem Nassehi seinen Gang durch die Sozialgeschichte beendet, in eine denkbare Zukunft projizieren, kommen wir zu einer Erweiterung der sozusagen “speziell relativistischen” Risikospannen in moderner, ausdifferenzierter Systemkommunikation zu einer “allgemein relativistischen” Gesamtzeitverlust-“krümmung”: die Zeit, die man für das Abgleichen unterschiedlicher “Sprachspiele” seit der Postmoderne braucht, ist insgesamt bestimmt von der “Masse” an verfügbaren Sprachspielen/lebensweltlichen “Inertialsystemen”. Wenn ein Raver einem Black-Metal-Fan erklärt, was an Techno geil ist, dauert das länger, als wenn Mozart und Beethoven verglichen werden. Soziale Zeit wird historisch gestaucht, wo Ausdifferenzierung (der Systeme, Geschmäcker, Sprachspiele) statthat, weil die Gespräche immer länger werden, welche in der Erinnerung das ausmachen, was für einen selber z.B. “die Neunziger” irgendwann einmal gewesen sein werden. Womit wir bei dem Grund dafür wären, warum sowas wie dieser Text überhaupt in De:Bug erscheint. 6. Zeit und Musik: Takt, Break, Hall Was hat sich der Künstler Willem De Kooning dabei gedacht, als er das Bonmot äußerte, der Jazzer John Coltrane sei “ein Einstein der Musik”? Wieso kommt einem (um auch die unvermeidlichsten Namen hier nicht zu schonen) Kodwo Eshuns Behauptung, die Posthumanität elektronischer Musiken sei zwangsläufig an ihre historisch-zeitabhängige Verwissenschaftlichung gebunden, so verdammt plausibel vor? Was hat Musik als “elektronischer Lebensaspekt” mit der Diracgleichung (relativistische Beschreibung des Elektrons) zu tun? Naja, für die letzte Frage müßt Ihr unseren superlangen, noch nicht geschriebenen Aufsatz “Was die Diracgleichung mit Musik als elektronischem Lebensaspekt zu tun hat” lesen, irgendwann demnächst. Die anderen Fragen aber sind leicht zu beantworten: Musik ist die Kunstform, die sich die meisten Gedanken über Zeit macht, von Rhythmen angeblich “primitiver” Musiken über die klassischen Taktmaße bis zu den Breakbeats. Aufgabe von Musik, wenn denn Künste irgendeine Aufgabe haben können, mag es daher erkenntnisgeschichtlich sein (nachdem die albernen Kämpfe um die Harmonik, um Dissonanz und Konsonanz, all diese Themen des bescheuerten 20. Jahrhunderts, kaum noch interessieren), als SOZIALE Aktivität neue Vereinbarungen darüber auszuhandeln, was die NEUROPHYSIOLOGISCHEN Bedingungen (=Genuß) für ETEs in Zukunft sein werden, und zwar unter Ausnutzung aller TECHNISCH-PHYSIKALISCHEN Mittel, die sich dazu ge- und mißbrauchen lassen. Techno und seine Verwandten und Effekte in Zukunft und Vergangenheit sind also, was alle schon immer wußten: eine vereinheitlichte Feldtheorie für die Biophysik des Sozialen. Ein Triumph der Kollektivintelligenz der Menschheit. Ein wissensgeschichtliches Spitzenereignis. Und ein verdammter Krach sowieso. KASTEN: Texte zum Lesen Rudy Rucker: Die Ufer der Unendlichkeit. Frankfurt: S. Fischer 1989 Kip S. Thorne: Gekrümmter Raum und verbogene Zeit. Einsteins Vermächtnis. München: Knaur 1994 John Gribbin: In Search of The Edge Of Time. New York: Bantam 1992 Palle Yourgrau: Demonstratives. (Enthält einen wichtigen Gödel-Aufsatz über die ART und R-Universen) Oxford: Oxford University Press 1990 Palle Yourgrau: The Disappearance of Time. Kurt Gödel and the Idealistic Tradition in Philosophy. Cambridge: Cambridge University Press 1991 S.A.Huggett & K.P. Todd: An Introduction to Twistor Theory. Cambridge:Cambridge University Press 1994 Ulrich E. Schröder: Spezielle Relativitätstheorie. Thun: Harri Deutsch 1987 Michio Kaku:Im Hyperraum. Eine Reise durch Zeittunnel und Paralleluniversen. Berlin: Byblos 1995 Charles W. Misner, Kip S. Thorne, John A. Wheeler: Gravitation. New York: W.H. Freeman 1973 Niklas Luhmann: Die Gesellschaft der Gesellschaft.Frankfurt: Suhrkamp 1997 Armin Nassehi: Die Zeit der Gesellschaft. Opladen: Westdeutscher Verlag 1993 ZITAT: Der breite Zeitstrom, in dem sich die vulgäre Alltagserfahrung geborgen glaubt, fließt nicht mehr. Entscheidend ist, daß eine ganz alltägliche Wahrnehmung, die sich selbst ungeheuer konkret und evident vorkommt, selber bereits eine Abstraktion darstellt, der man nicht alles glauben darf.

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Text: kirchner/ dath aus De:Bug 22

Dr. Zeit Trink 2 4.Teil Echte Tips für ein falsches Datum:01.01.2000 Nokia Haupt nicohaupt@gmx.li …falls Nokia diese Serie sponsert. (running gag) Nun sollte ich also Giletta erklären, was aus Klezma und Soe wurde. Das war ein schwieriges Unterfangen. Denn die Dinge verliefen sehr seltsam und beeinflussten gleichzeitig unser Simulationsprogramm zum Jahr2000-Problem. Lambretta war sauer, dass mir rausgerutscht war, dass Soe mit ihrer 80er Retro-Tour alle vor den Kopf stiess. Soes letztes Lebenszeichen damals war schliesslich eine seltsame Email, in der ich angegriffen wurde: “Search for another victim and fuck off”. Plötzlich war sie also das Opfer? Dabei forderte ich nur einen alten Duschhahn zurück. Darum rankte sich nämlich eine symbolische Geschichte. Ich hatte ihr im Vorjahr prophezeit, dass Sie sehr wohl einen Partner fürs Leben finden würde, aber sie hatte sich ja sogar noch vor Wochen dagegen gesträubt. Nun war es soweit. Mit dieser Humorlosigkeit war mein Weltbild endgültig zusammengebrochen. Die geraffte Ansammlung völlig unkontrollierter Gedanken dieser einst so klar besonnenen Intelligenz, die praktisch alles gelesen hatte, war es, die das Ende einer zweijährigen Faszination einleitete. Und Klezmas Schutzfunktion, die starke Frau, die dagegen halten konnte, war ebenfalls dahin. Doch kaum, als ich versuchte, mir gerade wieder ein neues Weltbild aufzubauen, kam der zweite Hammer. Klezma kündigte an, wieder nach Israel zu wollen, und das angeblich, weil ich es so forciere. Die Krise begann ihren Lauf. Max tauchte plötzlich nicht mehr im Institut auf. Zu gross war sein Filmriss unserer Spritztour. Per ftp schickte er eine Abschiedswebsite und lud nur noch von Zeit zu Zeit irgndwelche windigen Fahrstuhlemulationen in unsere Y2K-World. Sein Nachfolger wurde Odysseus, ein ehemaliger Hacker aus Griechenland, mit dem ich mich sofort verstand. Steve wartete in New York schon sehnsüchtig auf Soe, dem ich immer die neuesten Artikel aus der cry-bug zumailte. Eines Tages fuhren Soe und Che dann nach London, um die Hochzeit doch noch anzuleiern. Dann begannen sich die Dinge in Y2K-World zu überstürzen. Plötzlich blieben alle Fahrstühle stecken. Nicht nur in öffentlichen Gebäuden, auch in Polizeipräsidien, Ministerien und Krankenhäusern lief nichts mehr. Odysseus versuchte sein Bestes, doch nichts half. Der CD-Walkman eines unserer Avatare hakte plötzlich. Ich glaubte schon an den typischen Strom- oder Batteriebug. Doch dann kam der Hammer. Sämtliche CDs in unserer Simulation funktionierten nicht mehr. Sie waren plötzlich genullt. Und das war’s. Bei der Entwicklung der ersten CD muss offenbar ein ähnlicher Datumsbug implementiert worden sein, der plötzlich im Jahre 1900 bei allen Abspielgeräten versagt. Auch in den PCs auf allen Playern lief nichts mehr. Schnell emulierten wir einen Technics und siehe da: das gute alte Vinyl lief noch. Die Simulation verselbständigte sich. Plötzlich gab es künstliche bots, die wir nicht kannten und auf unsere Festplatten zugriffen. Und dann drang auch noch Back Orifice, eines dieser selbstlöschbaren trojanischen Pferde, in die Y2K-Welt ein. Wir waren in echter Panik, denn unser Datumszähler sprang plötzlich wieder auf den 99. Tag und danach auf den 9.9.99. Die Chronometer rückten bedrohlich auf die gefährliche Uhrzeit und damit wieder in die Nähe des “red button”-plug-in, mit dem ja die Atomraketen gezündet werden sollten. Einer meiner Lieblingsavatare hatte plötzlich Probleme mit einer SMS-Affäre über Handy mit Leyka. Es knisterte, aber irgendwie wurden die Nummern vertauscht, und die Meldungen kamen woanders an. Wie ärgerlich! Doch ich konnte mich weder darauf konzentrieren, noch dieses Dilemma bereinigen. Denn in Y2k-World war das Chaos ausgebrochen. Feuerlöscher funktionierten nicht, ein Satellit stürzte ab. In unserem emulierten Afghanistan explodierten plötzlich von alleine die Landminen. Ein weisser Volvo fuhr um die Ecke. Lady Di stieg aus und flüsterte: “Das war es, was ich der Welt mitteilen wollte!”. Ich fluchte auf diese phantasy bots, und wir liessen Descrumbler ohne Ende laufen. Doch es half nichts. Wir schalteten die virtuelle Presse ein. Die Fotoapparate der Journalisten in Y2K konnten jedoch nicht mehr fotografieren. Reanimierungsmaschinen in Krankenhäusern versagten. Zahlungen an die amerikanische Mafia funktionierten nicht mehr, was zu einem erneuten Anzünden einiger Lokale führte..” Ich schluckte. Giletta war während meiner Erzählung verschwunden. Ich sollte ihr ja eigentlich nur erzählen, was aus Klezma und Soe wurde. Also suchte ich das ganze Haus ab. Draussen war alles verschneit, und der nächste Weg zum Zug war zu weit. Ich schaute auf das Sofa. Da lag ihr silbernes Handtäschchen. Das war der Beweis. Giletta war hier gewesen, aber wo war sie nun? Während ich in ihrer Tasche kramte, fiel mir plötzlich ein Foto auf, das mir bekannt vorkam Ich schauderte. “Zwei Einstiege. Draw a distinction”. Dann wieder die merkwürdige Ansicht zweier Türen, offenbar aus einem Amt. Auf einer der Türen stand jedoch eine neue Inschrift, die ich bislang noch nicht kannte. Ich nahm eine Lupe zur Hand. Es war ein Auszug aus einem behördlichen Schreiben auf englisch. Der Sinn war ungefähr folgender: “Ihre Hochzeit muss neu angesetzt werden, da der Computer nicht implementieren kann, dass sie ungefähr 100 Jahre verheiratet sind.” Wo zum Teufel war Giletta, und woher hatte sie dieses Foto? …Fortsetzung folgt

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Text: barbara kirchner/dietmar dath aus De:Bug 24

EINLEITUNGSKASTEN. Die Zeit ist ein Fluss. Ja, ja. Und die Erde ist eine Scheibe. Denkste. Bereits seit den 50er Jahren schlummert ein neues Verständnis von Zeit in den Elfenbeinbüchern der Wissenschaftler, das eines Tages das Licht des Mainstreams erblickend, die Welt ebenso verändert wird, wie die Entdeckung, daß die Erde keine Scheibe ist. Reisen kann man dann also nicht mehr nur rund über die Erde nach Timbuktu, sondern auch nach hinten und nach vorne. 2057, die Urenkel besuchen und 150 Millionen Jahre v. Chr. auf Dinosauriersafari gehen und Jura sammeln. Nach der Erde wird nicht nur das Universum, sondern auch die Geschichte ein Globales Dorf. Die Physikerin Barbara Kirchner hat sich mit dem Science Fiction Autor Dietmar Dath für DEBUG des Themas “Zeit” angenommen. Nachdem in der ersten Folge geklärt wurde, daß Zeit nicht fließt und warum deshalb Zeitmaschinen funktionieren könnten, schauen sie diesmal bei Niklas Luhmann vorbei, blicken auf soziale Zeit und machen sich abschließend Gedanken darüber, warum Musik die Kunstform ist, für die Zeit eine besondere Rolle spielt. 5. Soziale Zeit: Kommunikation als Prozeß Mehr einer persönlichen Vorliebe als erwiesener Unbedenklichkeit folgend, möchten wir die Zersetzung der Zeit im Sozialen am Liebsten entlang von Kategorien aus dem Begriffshaushalt von Niklas Luhmann beschreiben. 1992 hat der Luhmannschüler Armin Nassehi eine Studie mit dem leicht irreführenden Titel “Die Zeit der Gesellschaft” verfaßt – irreführend deshalb, weil die “…der Gesellschaft”-Titelgebung sich bei Luhmann selbst ja immer auf Subsysteme, und am Ende auf die Gesellschaft als Ganzes bezog, aber nicht auf Dinge, die das Gesellschafts-System je und je unterschiedlich kodifiziert, modalisiert, spatialisiert oder dynamisiert, wie das bei der Zeit der Fall ist. Das Buch ist ziemlich gut, vor allem, weil es in seinem vierten und abschließenden Kapitel einiges an Mühe daran wendet, den verschiedenen diachronen Gesellschaftstypen, die Luhmann benannt hat, also segmentären, stratifikatorischen und schließlich funktional ausdifferenzierten (“modernen”) Gesellschaften, unterschiedliche “soziale ETEs” (Nassehi nennt das nicht so, aber wir) zuzuweisen. Interessant dabei ist, daß Nassehi schließlich, über die Stufenfolge 1.) “Anwesenheit” (als Präsenz/Präsens-Anforderung früher Zeitmetaphysik in segmentären Gesellschaften), 2.)”Heilsgeschichte” (oder auch: Geschichtsteleologie) für stratifikatorische und 3.) “Synchronisation”, d.h. sozusagen die Entwicklung von sozialen Lorentztransformationen analog den mathematischen der speziellen Relativität, für moderne Gesellschaften zeigt. Wenn wir diesen Prozeß nun spekulativ über den Schwellenbegriff “Risiko”, mit dem Nassehi seinen Gang durch die Sozialgeschichte beendet, in eine denkbare Zukunft projizieren, kommen wir zu einer Erweiterung der sozusagen “speziell relativistischen” Risikospannen in moderner, ausdifferenzierter Systemkommunikation zu einer “allgemein relativistischen” Gesamtzeitverlust-“krümmung”: die Zeit, die man für das Abgleichen unterschiedlicher “Sprachspiele” seit der Postmoderne braucht, ist insgesamt bestimmt von der “Masse” an verfügbaren Sprachspielen/lebensweltlichen “Inertialsystemen”. Wenn ein Raver einem Black-Metal-Fan erklärt, was an Techno geil ist, dauert das länger, als wenn Mozart und Beethoven verglichen werden. Soziale Zeit wird historisch gestaucht, wo Ausdifferenzierung (der Systeme, Geschmäcker, Sprachspiele) statthat, weil die Gespräche immer länger werden, welche in der Erinnerung das ausmachen, was für einen selber z.B. “die Neunziger” irgendwann einmal gewesen sein werden. Womit wir bei dem Grund dafür wären, warum sowas wie dieser Text überhaupt in De:Bug erscheint. 6. Zeit und Musik: Takt, Break, Hall Was hat sich der Künstler Willem De Kooning dabei gedacht, als er das Bonmot äußerte, der Jazzer John Coltrane sei “ein Einstein der Musik”? Wieso kommt einem (um auch die unvermeidlichsten Namen hier nicht zu schonen) Kodwo Eshuns Behauptung, die Posthumanität elektronischer Musiken sei zwangsläufig an ihre historisch-zeitabhängige Verwissenschaftlichung gebunden, so verdammt plausibel vor? Was hat Musik als “elektronischer Lebensaspekt” mit der Diracgleichung (relativistische Beschreibung des Elektrons) zu tun? Naja, für die letzte Frage müßt Ihr unseren superlangen, noch nicht geschriebenen Aufsatz “Was die Diracgleichung mit Musik als elektronischem Lebensaspekt zu tun hat” lesen, irgendwann demnächst. Die anderen Fragen aber sind leicht zu beantworten: Musik ist die Kunstform, die sich die meisten Gedanken über Zeit macht, von Rhythmen angeblich “primitiver” Musiken über die klassischen Taktmaße bis zu den Breakbeats. Aufgabe von Musik, wenn denn Künste irgendeine Aufgabe haben können, mag es daher erkenntnisgeschichtlich sein (nachdem die albernen Kämpfe um die Harmonik, um Dissonanz und Konsonanz, all diese Themen des bescheuerten 20. Jahrhunderts, kaum noch interessieren), als SOZIALE Aktivität neue Vereinbarungen darüber auszuhandeln, was die NEUROPHYSIOLOGISCHEN Bedingungen (=Genuß) für ETEs in Zukunft sein werden, und zwar unter Ausnutzung aller TECHNISCH-PHYSIKALISCHEN Mittel, die sich dazu ge- und mißbrauchen lassen. Techno und seine Verwandten und Effekte in Zukunft und Vergangenheit sind also, was alle schon immer wußten: eine vereinheitlichte Feldtheorie für die Biophysik des Sozialen. Ein Triumph der Kollektivintelligenz der Menschheit. Ein wissensgeschichtliches Spitzenereignis. Und ein verdammter Krach sowieso. KASTEN: Texte zum Lesen Rudy Rucker: Die Ufer der Unendlichkeit. Frankfurt: S. Fischer 1989 Kip S. Thorne: Gekrümmter Raum und verbogene Zeit. Einsteins Vermächtnis. München: Knaur 1994 John Gribbin: In Search of The Edge Of Time. New York: Bantam 1992 Palle Yourgrau: Demonstratives. (Enthält einen wichtigen Gödel-Aufsatz über die ART und R-Universen) Oxford: Oxford University Press 1990 Palle Yourgrau: The Disappearance of Time. Kurt Gödel and the Idealistic Tradition in Philosophy. Cambridge: Cambridge University Press 1991 S.A.Huggett & K.P. Todd: An Introduction to Twistor Theory. Cambridge:Cambridge University Press 1994 Ulrich E. Schröder: Spezielle Relativitätstheorie. Thun: Harri Deutsch 1987 Michio Kaku:Im Hyperraum. Eine Reise durch Zeittunnel und Paralleluniversen. Berlin: Byblos 1995 Charles W. Misner, Kip S. Thorne, John A. Wheeler: Gravitation. New York: W.H. Freeman 1973 Niklas Luhmann: Die Gesellschaft der Gesellschaft.Frankfurt: Suhrkamp 1997 Armin Nassehi: Die Zeit der Gesellschaft. Opladen: Westdeutscher Verlag 1993

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