Gyms are what they used to be.

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Zoot Woman tauschten Anfang des Jahrzehnts das miefige Dreadfett des Post-Grunge durch stramme Pomaden und tighte Anzüge aus. Acht Jahre später ist es Zeit für das dritte Album, vieles scheint beim Alten geblieben. De:Bug sprach mit Sänger Johnny Blake über den coolsten Job der Welt, Männeryoga und Katy Perry im Gym.

Ein Telefonat mit Johnny Blake, dem Sänger und Co-Songschreiber von Zoot Woman. Stuart Price ist nach seinen Diensten u. a. für Madonna und den Killers wegen neuerlicher Produzenten-Tätigkeiten für einen noch geheimen Künstler verhindert. Zoot Womans drittes Album heißt “Things Are What They Used To Be” und festigt ihren Ruf als Kylie Minogue für Hipster. Blake spricht ein feines Englisch – so distinguiert, dass man es augenblicklich übernimmt.

Debug: Gab es einen speziellen thematischen Überbau während der Arbeit am neuen Album?

Blake: Ja, und dieses Thema war uns einen eigenen Song wert: “Things Are What They Used To Be”. Das war fast so etwas wie eine Vorlage für das Album. Unsere Zusammenarbeit war so, wie sie früher mal war. Viele Leute wollen ja in eine Zeit, einem Zustand oder aber an einen Ort zurückkehren, wo die Dinge so sind, wie sie mal waren.

Musikalisch hat sich in der Tat wenig verändert. Zoot Woman klingen einfach wie Zoot Woman. Wenn auch ein großer Wurf wie “Living in a Magazine” oder “Useless Anyway” fehlt, hat das dritte Album einige ebenso geschmeidige wie eindringliche Popsongs, wie gehabt mit starken 80er-Referenzen. Und über allem die schwebende Stimme Johnny Blakes.

Debug: Aber die Welt hat sich doch radikal verändert!

Blake: Sicherlich haben sich viele Dinge verändert. Es geht mehr um den Wunsch, als wirklich zu sagen: “Ja, alles ist wie vorher”. Es drückt das Bedürfnis aus, zu etwas zurückzukehren, was in der Vergangenheit liegt. Neulich hat uns jemand gefragt, ob sich die neue Platte wie ein Comeback anfühlt. Nein, Comebacks hast du, wenn du als Band richtig vergessen wurdest. Aber wir haben ja nie pausiert mit Schreiben, Touren, Aufnehmen, Auftreten. Nur für jemanden, der nicht in der Band ist, sieht es vielleicht wie ein Comeback aus.

Debug: Ein Spiel: Was ist der coolste Job der Welt?

Blake: Oh. Normalerweise würde ich ja antworten: Ich habe den coolsten Job der Welt! Was denkst du?

Debug: Vielleicht wirklich Musiker. Vor zwanzig Jahren war es vielleicht noch Werber, vor zehn Jahren Journalist. Heute: Kurator.

Blake: Ja! Kurator, das ist wirklich ein cooler Job! Obwohl ich wirklich Musiker antworten sollte, weil es das ist, was ich tue.

Debug: “Wir wollten immer genau so aussehen, wie unsere Musik klingt.“ Stimmt das noch?

Blake: Das stimmt. Immer noch. Wir haben immer viel über unseren Style, unser Image als Band nachgedacht. Das Zitat stammt von früher, aus der Zeit von “Living in a Magazine” und gewagten Statements. Wir waren eine junge Band, ein bisschen eingebildet, wir wollten das so extrem ausdrücken wie möglich. Damals haben ein paar Leute tatsächlich zu mir gesagt: Ich kenne eure Musik nicht, ich dachte, ihr seid nur Anzüge und Haarschnitte.

Debug: Dein größter Fehltritt in Sachen Mode?

Blake: Das muss ein alter Jogginganzug gewesen sein, den ich 1986 hatte und der niemals mehr getragen werden darf. Ich habe sogar seine Farbe vergessen, irgendetwas Bären-farbenes.

Debug: Deine Meinung zu Katy Perry?

Blake: Oh, yeah! Ich gehe momentan viel ins Fitnessstudio und da läuft oft Katy Perry. Das ist hoch infektiöse Musik. Du läufst da raus und singst: “You’re hot and you’re cold”. Die Refrains kriegen dich immer. Ich finde sie toll, sie macht großartige Musik. Gutes Zeug! Aber ich habe noch einmal über den coolsten Job der Welt nachgedacht. Kurator ist schon okay, aber ich denke das Körperdouble eines berühmten Schauspielers zu sein, wäre ziemlich gut. Niemand sieht dein Gesicht…

Debug: Dafür sieht jeder deinen nackten Körper.

Blake: Dafür gehe ich ja ins Gym.

Debug: Yoga?

Blake: Darüber denke ich in der Tat nach.

Debug: Ich kenne ausschließlich Männer, die Yoga machen.

Blake: Vor Jahren haben das nur Frauen gemacht, aber jetzt scheinen nur noch Männer Yoga zu betreiben. Aber ich tue eigentlich alles im Gym. Ich will keine harten Muskeln, aber ich spaziere da auch nicht nur herum und trinke Cappuccino. Irgendetwas dazwischen.

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