Vision statt Hype. Was wenn das alles so läuft?

In den letzten paar Tagen gab es ein paar News, die dem irgendwie halblahmenden 3D-Hype wieder auf die Beine geholfen haben. Oculus Rift, diese 3D-Brille für Games mit eigenem Laufstall, bekommt seinen ersten Film. Den kann man dann nicht nur sehen, sondern auch in gewissem Maße in ihm herumlaufen, so wie in den Spielen. Oculus Rift ist ein ähnliches Ding wie Google Glass. Nicht für jeden erhältlich.

Der Trailer zum Film ist irgendwie etwas verwirrend, aber man kann sich das ganze im Browser (hier) etwas besser vorstellen, auch wenn das Interface (Mouse) eigentlich nichts mit dem Interface Laufstall und 3D-Brille zu tun hat. Und die Erfindung von Schnitten als cineastisches Meisterstück erster Stunde in dieser Umgebung immer wie ein Schlag vor den Kopf wirkt.

Nah dran an dieser neuen Vorstellung von 3D ist auch Project Tango von Google. Hier werden Smartphones so mit 3D-Sensoren ausgerüstet, dass sie ein Modell der eigenen Umgebung zusammenschustern können, die ähnlich wie die von Kinect funktionieren, nur eben transportabel. Und dessen reale Textur am Ende schon ans phantastische grenzt. (Auf Techcrunch gibt es dazu ein Video.)

Frage: wohin führt das? 3D Kino kämpft seit langem schon um die Behauptung neuer Erzählmodi, die ihm wirklich erlauben die langerlernte Sichtweise klassischer Screens zu verlassen. Vielleicht ist das in Gravity endlich mal teilweise gelungen (eben auch unter der Auslassung von vielen Schnitten), aber letztendlich geht es vermutlich überhaupt nicht um die andere Erzählung, sondern um das andere Medium. Um die Konvergenz die wir auf Smartphones erlebt haben (Musik, Video, Games, etc. alles in einem Gerät) hinaufgehoben auf die Ebene des Produktes selber (Video, Games, etc. als ein verschwindendes Moment verschiedener Gattungen von Medien die verschiedene Produkte bräuchten).

Wir stellen uns das einfach so vor: Filmrelease, Gamerelease, Social Media Mitmach-Plattform, Oculus Sky-Mall ist alles eins. Ja, es gibt diese eine kanonische Erzählung, die der Film gut kann, dazu gibt es aber auch das Game, das in den gleichen Umgebungen arbeitet, die teils gerendert, teil aus realen Bildern von 3D-Strukturen bestehen, in denen wir mit diversen computergenerierten Charakteren andere Geschichten des gleichen Universums durchspielen. Und dann gibt es eben noch die eigenen Räume, die wir selber mit unseren 3D Modellen hinzufügen, aber auch die eigenen Objekte, die wir aus dem echten Leben mit in dieses nehmen können. Und Objekte die wir dort haben, können wir via 3D Drucker dann gleich in die reale Welt zurückführen (Kasse klingelt sehr laut). Eine Art Second Life hoch drei, dessen radikale Zweitwelt sich in einem nahtlosen Übergang zwischen blödelndem Cyperspace-Scifi-Paralleluniversum und unserem alltäglichen Leben, den Dingen die uns umgeben, Entertainment, vielleicht auch Arbeit auflöst.

Jetzt müssten wir bloß noch unser Telepräsenz-Steckenpferd da irgendwie unterbringen (wozu wir grad zu faul sind und obendrein keine Lust haben uns an den Surrogates-Untiefen vorbeizuschiffen).

PS: Wir empfehlen zum Lesen heute Architecting the connected world von Andy Fitzgerald und 3D Printing and Additive Manufacturing.