Wenn der Dualismus der Welten Uber-schwappt?

Wir prophezeien mal ganz banal, dass, je mehr das digitale aus seinem Online-Ghetto sichtbar in die alltägliche Welt überschwappt, desto brachialer werden die Effekte radikaler Markteinbrüche, selbst wenn sie erst Mal nur von vorhergesagter Angst angetrieben werden, die einem draußen auf die Nase prallen. Und um so mehr Geschichten wie diese wird es geben.

Uber, eine Firma in der Grenzzone zum illegalen privaten Taxibetrieb, und deshalb in diversen Städten in den USA schon vor Gericht gezerrt, rasselt in Frankreich gerade auf die immer derbe willigen Proteste der Gewerkschaftler. Die ersten bösen Attacken – durchstochene Reifen von Uber-Fahrern, Eier auf den Windschutzscheiben, attackierte Autos – sind seit ein paar Tagen im Gange, wie z.B. dieser Tweet (obendrein auch eine Pressemeldung von Uber) zeigt.

Dass man dabei am Ende vermutlich eher bei einer Strassenkampfversion endet, die wiederum nichts weiter ist als ein Spiel nach den Methoden von GTA im Embryostadium in einem real-digitalen Universum sollte allen klar sein. Vermutlich aber ist es wichtiger (nach z.B. dem Bus-Schwachsinn in San Francisco) die Auswüchse dieser gegeneinander prallenden Welten gerade jetzt genau unter die Lupe zu nehmen, denn es werden mit Sicherheit nicht nur immer mehr, sondern sie werden in ihren Auswüchsen auch immer handgreiflicher und sind eben keine Kämpfe der Bewahrung des haptischen, sondern schlichtweg ganz banal Kollisionen einer Vorstellung von einer Welt, die immer noch nicht über Dualismen hinausdenken kann.

Wir sollten dringendst lernen bis mindestens drei zu zählen. Dabei hatte Godard doch schon so gut drauf eine vermeintliche Freizeit-Gesellschaft im Stillstand zu zeigen.

Foto von fjludo.

Via rudebaguette

Update: Polizist im Ruhestand schießt auf Mann in Kino wegen Handynutzung.

About The Author

Schreibmaschine. Tippse. Reviewweltmeister und so Dinge.