Hollywood und Blu-ray Player stoppen Piratenfilme nach 20 Minuten mit unhörbaren Wasserzeichen

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Wir haben ewig nichts mehr von DRM gehört. Bei Musik ist es so gut wie abgeschafft, jedenfalls jenseits der ContentID und Audible Magic Welten beim Hochladen von Sounds auf Soundcloud und YouTube, die an sich schon irre genug sein können.

Hollywood aber lässt nicht locker. Wir wollen gar nicht erst von den kommenden 4K-Playern reden, denn für die hat Spencer Stephens von Sony kürzlich erst eine Liste von Sicherheitsmaßnahmen vorgeschlagen, die auch aus den Kellern der NSA kommen könnte.

– Title-by-title diversity, so that a technique used to hack one movie title doesn’t necessarily apply to another
– Requiring players to authenticate themselves online before playback, which enables hacked players to be denied but makes it impossible to play 4k content without an Internet connection
– The use of HDCP 2.2 to protect digital outputs, since older versions of HDCP have been hacked
– Session-based watermarking, so that each 4k file is marked with the identity of the device or user that downloaded it (a technique used today with early-window HD content)
– The use of trusted execution environments (TEE) for playback, which combine the security of hardware with the renewability of software (copyrightandtechnology.com)

Nein, wir reden von ganz normalen Blu-ray Playern. Verance hat mit Cinavia® Level 3 ein System angekündigt, das schon in 100 Millionen existierenden Blu-ray Playern vertreten sein soll und auch über 200 Hollywood-Filme im letzten Jahr mit einem geheimen Soundtrack versehen hat. Das Audio-Watermark soll beim sehen des Films im Kino nicht stören, aber wenn jemand den Film abfilmt (igitt, CAMs) und auf Blu-ray zieht (damit man eine pixelig ruckelige Version zu Hause auf dem Killerplasma sehen kann), weckt es die Überwachung im Gerät und beendet das Piratenvergnügen nach ca. 20 Minuten. Warum nicht früher? Damit die Zuschauer, laut Verance oft nur Part-Time-Pirates, richtig hooked sind. Und dann kommt der Clou: die vorwitzige Blu-ray Nase bietet einem genau diesen Film – den sie sich weigert weiter abzuspielen – in einer legalen Version an. 157 Millionen Mal soll das laut Verance dieses Jahr in den USA genau so geschehen.

He added, “Over the past four years, Verance, many of the leading film studios and the consumer electronics industry have successfully collaborated on a new strategy employing Cinavia’s non-punitive warning and blocking system. After encountering it, they can now choose to either acquire a high-quality version legally through Cinavia Level 3 or opt to stick with the inferior pirated format via their computer or another non-enabled device. The consumers we are targeting are impacted by this technology and will decide to instantly make a purchase.” (Verance Pressemeldung)

Audio-Wasserzeichen sind übrigens auch eine vorzügliche Methode um jegliche Aufnahme (oder z.B. ein Telefongespräch) mit heimlichen Hintergrundinformationen zu unterlegen, die auf nahezu alles verweisen können und ja, Apple hat neulich ein Patent durchsickern lassen, dass ihnen auf dieser Basis ermöglichen würde innerhalb von Audio Links zu anderen Apps, Webseiten oder mehr Sound zu ermöglichen.

Bild von Titus Oneill