Nutzer labert, Roboter macht Multimedia-Blog draus

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Seit 1997 arbeiten Ingenieure beim japanischen Konzern NEC am Partner Personal Robot (PaPeRo), regelmäßig wird das drollige Beta-Gerät auf Messen gerollt, wo es durch Kunststücke wie Blinken, Sprache verstehen und Omas Tablettenkonsum überwachen beeindruckt.

Neben einem Sensoren-Park, einer Lichtorgel und Rädern zum Rumkommen verfügt PaPeRo natürlich auch über Handy- und Internet-Anbindung, womit sich das schnuckelige Teil als Heimüberwachungs-Bot anbietet, aber diese Funktion ist inzwischen schon wieder so unsexy wie der sprichwörtliche Kühlschrank, der automatisch Milch bestellt.

Also sagte der NEC-Chef-Ingenieur im Frühjahr 2006 eines sonnigen Morgens zum ewigen Beta-Bot: “Schluss mit lustig, du machst ab sofort auf Web2.0, sonst kommst du zu Aibo in den Keller!” Und da Roboter schon Weinkrämpfe kriegen, wenn der Name ihres geschassten Sony-Kollegen fällt, hat diese Drohung flott gefruchtet: PaReRo bloggt jetzt.

Ganz schlau wird man zwar nicht, aus Pressemeldung, aber angeblich muss man PaReRo einfach nur volllabern, danach “analysiert” der Bot das Gestammel und macht dann einen Blog-Eintrag draus. Dazu sucht er übrigens auch im Netz nach passenden Multimedia-Inhalten, um den Eintrag richtig aufzumotzen.

OK. Wir warten jetzt auf: 1.) den Tag, an dem PaReRo in die Redaktion gerollert kommt, um uns das Schreiben abzunehmen, und 2.) auf den ersten PaReRo der von der Musikindustrie wegen illegalen Downloads verklagt wird.

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Cloud Computing in Wolkenkuckucksheim!

13 Responses

  1. stefano picco

    ich weiß zwar nicht an was mich das erinnert, doch das szenario jemanden/etwas vollzublubbern, der dies dann noch automatisch wiedergibt kenn ich irgendwoher … ich glaube das nennt man auch sekritärIn. wird dies somit der/die neuzeit sekräterIn?

  2. Penguin Liberation Front

    > OK. Wir warten jetzt auf: 1.) den Tag, an dem PaReRo in die Redaktion gerollert kommt,
    > um uns das Schreiben abzunehmen,

    Könnt ihr beweisen, dass das nicht schon längst passiert ist? :]

  3. waldt

    tscha. beweisen ist ja so eine sache. willst du einen amtlichen turing-test?

  4. Penguin Liberation Front

    Ganz genau, auf einen Turing Test der Redaktion wartet die Leserschaft gespannt ;)

  5. waldt

    oh je. schlechte nachrichten: fuer turingtests braucht man ja immer einen menschen und die zu testende maschine.

    zuerst haben wir also den japanischen layout-praktikanten als menschen und bleed als potentielle maschine getestet. bleed wurde das menschsein attestiert.

    aber dann hat sich der japanische praktikant die batterien gewechselt. seitdem ist die lage ziemlich angespannt und keiner hat mehr bock auf weitere touringtests.

    ausser bleed, dem jetzt keiner mehr galubt, dass er ein mensch ist, weil der referenz-mensch in seinem turingtest ja eine maschine war.

  6. Tomek

    ich liebe diesen kleinen Helden des Alltags. Ist zwar ein bisschen bei Star Wars geklaut, kann allerdings im Gegensatz zu seinem kleinen Kollegen R2D2 auch noch sprechen. Und das mit dem Raumschiff fliegen lernt er auch noch. Sobald er den Haushalt schmeissen kann, werde ich mir so einen zulegen.

    http://www.technosexual.de
    für mehr Information

  7. Penguin Liberation Front

    Hm, was für ein Dilemma, was passiert denn wenn bleed den Layout-Bot testet :)

  8. TeKnology

    Mein Web2.0 Haustier…

    Hätte ja gerne einen Hund. ABER, der Vermieter macht da nicht mit, Fernreisen sind auch Problem. NEC bietet da eine tolle Alternative: “PaReRo“, ein Bot der bloggt! Einfach drauf los schwätzen und PaReRo bereit das Gesagte Web2.0 konform…

  9. Joe

    Die Vorstellung ist ja schon lustig: Firmen schalten Fake-Blogs – um den Absatz ihrer Produkte zu erhöhen – und werden dann von gefälschten Fake-Blogs besucht – die idealerweise mittels eines Robo-Bloggers vollautomatisiert Seitenaufrufe und Kommentare erzeugen. Na ja; am Ende gewinnt doch wieder die Bank- äh, Google.

    Mein ganzer Kommentar hier: http://pupileye.blogger.de/stories/721123/