US-Verhandlungen mit DRM-Beigeschmack

Jetzt kommen erste Hintergründe der Verhandlungen der bedrohten Internetradiolandschaft, die eigentlich vor ein paar Tagen hätte schliessen sollen, aber die Protestaktionen haben wohl zumindest etwas bewegt. Man verhandelt noch. Doch die Sache scheint einen Haken zu haben wie Art Technica meldet.

A source at a major MP3-based Internet radio station who did not want to be named told Ars Technica that this is not the first time that SoundExchange has expressed interest in seeing streaming media locked down with DRM, but this is the first time it has been laid down on the table as absolutely necessary to any compromise that would deviate from the royalty agreement already approved by the Copyright Board.
Net radio “compromise” hinged on DRM adoption

Und das hiesse dann zwar vielleicht für einige nicht mehr das Ende, aber ziemlich wahrscheinlich für alle Mac und Linux User. Für die Freunde von Internetradiorippern eh.

PS: die BBC, bei der übrigens auch vor kurzem ein ziemlich sympathisches Geschichtsszenario von Charles Stross zu lesen war, kämpft gerade mit einem ähnlichen Problem aufgrund ihres iPlayers

4 Responses

  1. stefano picco

    schon irgendwie diskriminierend das alles … und das sage ich nun als sturer pc nutzer!

    … aber eigentlich will ich nur pandora zurück haben :(

  2. Falk

    Hierzulande ist das aber schon Usus, allerdings nicht umgesetzt. In den Nutzungsbedingungen für deutsche Webcaster der GVL steht zu lesen:

    6. Verhinderung des Scannens und Aufnehmens des Programms

    Sofern es nicht mit unverhältnismäßig hohen Kosten verbunden ist, muss der Webcaster im
    Markt allgemein erhältliche, effektive technische Maßnahmen einsetzen, die darauf abzielen, zu verhindern, dass:
    (a) der Empfänger der Übertragung oder jede andere Person das Programm des Webcasters
    allein oder zusammen mit weiteren Übertragungen anderer Webcasters automatisch
    scannen kann, um so bestimmte Musikaufnahmen aus den Programmen herauszufiltern;
    und
    (b) der Empfänger der Übertragung Vervielfältigungen der Musikaufnahmen herstellen kann
    (mit Ausnahme technisch bedingter, vorübergehender Vervielfältigungen).

    7. Unterstützung technischer Maßnahmen
    Der Webcaster soll technische Maßnahmen unterstützen, die von Tonträgerherstellern
    eingesetzt werden, um ihre Musikaufnahmen zu identifizieren und zu schützen, und darf diese
    nicht stören, sofern diese technischen Maßnahmen von dem Webcaster ohne substanzielle
    Kosten und ohne spürbare Beeinträchtigung des übertragenen Signals mit übertragen werden
    können.

    Diese Diskussion vor 2 Jahren lief allerdings weitesgehend unbeachtet der Öffentlichkeit. Fakt ist auch – es gibt derzeit keine technischen Möglichkeiten, die keine unnötigen Kosten verursachen und außerdem hat hierzulande die GVL selbst keine Santionierungsmöglichkeiten, außer demnächst mal wieder eine Preisrunde zu eröffnen. Nachdem sich da aber die GEMA recht großzügig zeigte in letzter Zeit, ist zumindest an der Front in Deutschland momentan Ruhe.

  3. Texas Instrument

    Der Witz ist, es gibt kein sicheres DRM, alle Methoden sind innerhalb kürzester Zeit geknackt
    worden. Erst gestern die neueste Idee von Microsoft DRM10.

    http://www.heise.de/newsticker/meldung/92838

    Kapitulation.

    Wie wäre es eigentlich mal damit den Fair Use zu propagieren und die Hörer/Zuschauer als Partner zu begreifen und nicht als potentiell Kriminelle? Buy and Share.

    Zum Fall BBC muss gesagt werden, dass diese selbst einen Open Source Codec entwickeln/unterstützen.

    http://www.bbc.co.uk/opensource/projects/dirac/

    Dieser kann nur kein DRM. Braucht auch keiner.

  4. Falk

    Ich fänd es sogar noch besser, mal die Webstream-Anbieter mal nicht als Gegner zu betrachten. Denn genau dieser Eindruck kann ob der Befindlichkeiten diverser Interessenverbände und dem damit verbundenen Einknicken von diversen Verwertungsgesellschaften sehr leicht entstehen. Denn die Webcaster haben doch schon längst die Hörer als Partner begriffen und bieten ein imho deutlich abwechslungsreicheres Programm (zumindest hierzulande) wie alle UKW-Dudler zusammen.