Ein Buch schlägt Wellen: die Portierung von "American Psycho" in die Musikindustrie Englands. Nächste Woche kommt der Autor auf Lesetour.

Ein Roman macht derzeit die Runde, über den die Meinungen nicht unterschiedlicher sein könnten. John Niven hat selber in den 90ern als A&R bei einer großen englischen Plattenfirma gearbeitet. Jetzt lässt er diese Zeit wieder aufleben und packt die Verschwendungssucht einer damals noch sehr gesunden Industrie in einen Roman, den man regelmäßig gegen die Wand pfeffern will, weil einem das ordinäre Rumgehure und das endlose Drogennehmen der Major-Mitarbeiter einfach derartig ankotzt. Andererseits will man unbedingt wissen, was als nächstes passiert.
Niven portiert die Gestalt des schizoiden, von Gewalt bessenen Wall Street Brokers Patrick Bateman aus Ellis’ “American Psycho” in das London der 90er Jahre, wo A&R Steve nichts weiter zu tun hat, als Koks zu nehmen und Kollegen umzubringen. Doch das Buch kann mehr. Auch wenn die Identität seines Arbeitgebers nie enthüllt wird (wir tippen auf Universal: der einziger Major, der nicht namentlich erwähnt wird), strotzt das Buch vor realen Personen aus der Musikindustrie. Und das ist mehr als unterhaltsam.

Jetzt kommt der Autor auf Lesereise nach Deutschland. Gemeinsam mit Bernd Begemann wird Niven aus “Kill Your Friends” lesen.
Ein Interview mit dem Autoren könnt ihr in unserer Juni-Ausgabe lesen.

Hier die Termine:

6. Mai: Berlin, Roter Salon (21h)
7. Mai: München, Substanz (21h)
8. Mai: Köln, Museum Ludwig (21h)

Hingehen! Es dürfte ein großer Spaß werden.

John Niven, Kill Your Friends, ist bei Heyne erschienen.

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3 Responses

  1. Sascha

    …Super Buch…liest sich eigentlich von selbst und man ärrgert sich doch sehr, dass es auf einmal schon fertig ist…

  2. trick

    kann ich nur bestätigen, habs auch heute fast kompl. gelesen und mir jetzt für morgen noch n paar Seiten übrig gelassen. Erinnert wirklich stark an American Psycho aber mit wesentlich weniger Gewalt. Tolles Buch!

  3. b-sin-less

    gestern geliehen bekommen, heute nachmittag schon rasend schnell durchgelesen.

    Trotz der Explizität ein sehr aufklärend, erheiterndes Buch. Goldie wird John Niven sicherlich abgrundtief hassen. Kann man eigentlich direkt neben das Handbuch von The KLF einsortieren.