Erster Eindruck der Ausstellung der Chicks On Speed: 180% Emancipation

Seit Freitag zeigen die Chicks on Speed im Rahmen ihres Culture Workship Now! im Berliner Kunstraum Kreuzberg / Bethanien großflächig eine Auswahl ihre Arbeiten zwischen Kunst, Musik, Mode und Performance. Seit mehr als 15 Jahren steht das Kollektiv für politischen Aktivismus, Feminismus, Nacktheit und Neonfarben; man könnte die Chicks vielleicht die letzten Riot Grrrls nennen. Erstmals wird die Sammlung ihrer Arbeiten nach Stationen in Paris, New York, Madrid und Wien nun auch in Berlin präsentiert. Und da hat sich irre viel angesammelt:

“Power Tools For The Remote Controlled Metaverse” heißt der Slogan, der einen von einem Wandteppich in der Ausstellung willkommen heißt und direkt einen Eindruck davon verschafft, was man zu erwarten hat. Politisch, ohne den Zeigefinger zu erheben und feministisch, ohne sich Ästhetik verbieten zu lassen (Welche Feministin traut sich noch an Handarbeit und Basteleien?) präsentieren die Chicks alle Facetten ihrer Arbeit und Subversion. Anat Ben-David und Kroot Juurak führen mit knappen Erklärungen zu den Werken durch die Ausstellung und präsentieren sich angenehm bodenständig. Melissa Logan entschuldigt der sympathische Kurator, es sei ihr Geburtstag und den verbrächte sie vermutlich erschöpft im Hotelzimmer.

Anat und Kroot stellen zunächst die “Theremin Tapestry” vor: Ein Theremin in Form eines weiteren Wandteppichs. Wer sehen möchte, wie sie Töne daraus quetschen, der sollte sich am Mittwoch ab 20Uhr im Studio 1 des Kunstraum Kreuzberg /Bethaniens einfinden. Denn genau das steht im Mittelpunkt der ersten der vier Performances, die vom 14. bis 17. den Live- und auch Interaktiv-Part von Culture Workship Now! darstellen.

Außerdem gibt es in der Ausstellung das Konsum und Materialismus hinterfragende Voodoo-Chanel-Projekt zu sehen (das Chanel-Logo, das habe Melissa herausgefunden, sei eigentlich ein afrikanisches Voodoo-Symbol), eine Vielzahl der immer wiederwunderbar simplen und subversiven Videos der Chicks on Speed sowie den Guitar Shoe, in dem einst auch Kate Moss dem legendären Modefotografen Mario Testino Model stand. Ein Besuch lohnt sich ohne Zweifel.

Mehr Infos zu den teilhabenden Künstlern und genauen Themen sowie Daten der Performances finden sich auf der Internetpräsenz des Kunstraums Kreuzberg / Bethanien.

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