Mein Problem mit Musik-Empfehlungs-Software

Irgendwie scheint es immer noch der heilige Gral der Musikentdeckung zu sein. Musik-Empfehlungen auf Algorithmen-Basis. Ich weiss gar nicht mehr wie viele ich wie viele ich in den letzten Jahrtausenden (gefühlt) schon von Musik-Genomen und ähnlichem, von Mood-Erkennung und Micro-Genres habe reden hören. Vom immer besten neusten Service, der mir automatisch von einem Track aus viele andere empfiehlt die mir davon ausgehend auch gefallen könnten. Das versprechen des Robo-DJs quasi,

Mortraxx, ein Start-Up aus Berlin versucht sich jetzt ein Mal mehr daran und widmet sich vor allem Clubtrax. Dennoch, ich habe nicht nur keine Ahnung wie diese Ähnlichkeiten in den Tracks zu stände kommen sollen, sondern höre sie nicht mal im entferntesten, sondern nur die Suggestion, dass es einen irgendwie gelagerten musikalischen Zusammenhang über ein Genre gibt.

Die Basis dabei sind immer YouTube Videos, und irgendwie eignet sich Moretracks auch ganz gut wenigstens stilistisch im Rahmen zu bleiben, aber – mal als Beispiel – mir auf den schluffig poppigen Song “G-Dance” von A Guy Called Gerald danach Klartraums “Inner Sky” auszuspielen, eher ein dunkler sanft funkiger Technotrack, dann Andy Stotts Downtempo-Dubgerkäusel “Bad Wires”, dann so eine untertourige Sägezahnnummer wie Philippe Petits “Rise” und dazwischen dann einen Technoschlagerwummerblödtrack von Robert Natus etc. Das mag ja alles näher am Genre sein, irgendwie so weitestgehend hörbarer, weil es sich offensichtlich auf eine “Szene” beschränkt, aber am Ende könnte ich auch mein iTunes mit Promos der letzten Stunde anwerfen und die Ähnlichkeit, bzw. gefühlte Nähe der Tracks wäre ähnlich groß. Weshalb da genau 64 Tracks rauskommen, oder genau diese, ist für mich umnachvollziehbar.

Und irgendwie bin ich langsam enttäuscht, dass Musikempfehlungen seit den Anfängen nahezu keinen Schritt weiter zu kommen scheinen als bis zur erträglichen Beliebigkeit.

2 Responses

  1. Ryotaro Bordini Chikushi

    Hi Sascha,

    vielen Dank, für’s App ausprobieren und den Review.
    Schade, dass es bei dir nicht so gut funktioniert hat.
    Nichtsdestotrotz hilft uns dein ehrliches Feedback, da wir erst gestern pre-released haben. Wir waren ziemlich überrascht , dass dein Artikel so bald schon erschienen ist (Thumbs up, DeBug). Wir sind non-stop dran MORETRAX zu verbessern, besonders die Data, so dass wir auch für schwierige Suchen wie GCG’s – G-Dance “bessere” Ergebnisse bringen können.
    Mit dem allgemeinen Feedback den wir haben, denken wir das die “Discovery” soweit schon ganz gut passt. Dennoch, um so anspruchsvoller der User, um so schwieriger sie oder Ihn zu begeistern und überraschen, logischerweise, da wir teilweise einfach noch nicht genug Info zu allen Tracks haben. Das wird sich mit der Zeit ändern und hoffentlich können wir dann bald auch sehr viel anspruchsvollere User begeistern.

    Ich hoffe sehr, du gibst uns dann noch mal eine Chance.

    Danke und lieben Gruss,
    Ryo

    CEO / Co-Founder @ MORETRAX

    • Klangphase

      Youngman & Landstrumm – Rasta Snail
      Bok Bok – Dance Report
      Porcelain Fountains – Mad Kids

      *mhm*

      Regis – Barriers
      Damon Wild & Function – Wavetermn
      Hardfloor – Strike Out (Surgeon Remix)
      Steve Stoll – Observer
      Thomas Schuhmacher – Rhythmatic
      Fumiya Tanaka – Into Darkness

      Och. Finde die Ausbeute nicht mal so verkehrt. :)