Wir sind alle Verlierer, ausser den Piraten, die sind Pop-Ups

Es gibt tatsächlich eine App die von der britischen Musikindustrie gebastelt wurde, um einem beizubringen, dass man als Label eigentlich nur verlieren kann. Music Inc heisst sie. Doch wir greifen vor. Die eigentliche Intention der App ist, einem beizubringen, wie schlimm Piraterie ist. Ständig poppt irgendwo ein Fenster mit solchen Messages im Spiel auf. Mal sind die Künstler ganz traurig, dass ihr Album geleakt wurde, demotiviert, mal ist es der eigene Angestellte, der einen USB-Stick verloren hat, worauf hin man ihn selbstredend feuert, mal hat ein Blog das verbrochen, mal die Torrents. Egal was passiert, es geht immer etwas schief, so die Message.

Tatsächlich aber merkt man im Spiel eher andere Dinge. Die Verluste durch Piraten (immer säuberlich für jedes Release aufgeführt) sind nicht so massiv, dass man ihnen das Scheitern des eigenen Labels anhängen könnte. Überhaupt fühlt man sich schnell wie ein Sklaventreiber, da man vor allem darauf angewiesen ist, die Bands möglich oft Live spielen zu lassen, um die Knete dafür zu kassieren. Die Bands selber bekommen immer nur Pfennigbeträge aus den Royalties. Und man lernt auch schnell, dass man die Kids zwar für umme Musik machen lassen kann, dass ein Investment von viel Pfund in teure Produzenten aber auch gleich viel mehr Verkäufe bringt. Werbung hingegen, bringt zumeist nichts. Und geht dank Facebook, Flamewars und ähnlichem auch schon mal nach hinten los. Man kann auch gelegentlich jemanden verklagen. Am Ende wird man das Gefühl nicht los, die App will einem wirklich eher vermitteln: Kinder, macht keine Labels, wir können das eh besser. Und ausserdem ist das viel zu viel Arbeit.

Randnotiz: Je billiger ein Musiker ist, desto schlechter sieht er laut App übrigens auch aus. Bei Produzenten etc. ist das allerdings umgekehrt, obwohl je mehr Geld man für so etwas ausgibt, um so besser und populärer wird der Song, was einem finanziell aber immer auch nix bringt. Und nach einer Weile läuft die App so schlecht, das iPad so heiss, obwohl sie eigentlich auf Kinderalgorithmen basiert, dass man das Gefühl nicht los wird, sie ist irgendwie von Spyware oder ähnlichem durchsetzt. Wirklich wundern würde uns das nicht.