AT&T verlagert Netzkosten auf App- und Service-Firmen

AT&T hat einen Vorstoß gegen Netzneutralität angekündigt, der hoffentlich nicht stilbildend werden wird. Sponsored Data nennt sich das Prinzip. Sie wollen Firmen anbieten, dass sie die Kosten für die Daten der Nutzer übernehmen und in den Datentarifen dann deren Apps aus dem Volumen ausklammern. Ein wenig erinnert das an die Methode Spotify als Flatrate im Tarif zu bündeln, die die Telekom fährt, geht aber einen entscheidenden Schritt weiter.

Denn hier fallen erst gar keine Kosten an für die Nutzer. Jedenfalls glauben sie das, denn mit Sicherheit werden diese Kosten an anderen Stellen von den Firmen, die AT&Ts Traffic dann bezahlen, wieder hereingeholt. Es ist wirklich nichts geschenkt. Zwar betont AT&T ausdrücklich, dass sie den Traffic bezahlender Firmen nicht bevorzugen wollen, wenn es um die Geschwindigkeit geht, aber das ist nicht das einzige Problem bei solchen Methoden, die uns irgendwie wieder zurück in die Zeit der Groschengräber führt.

Tatsächlich wäre es so den eh schon dominierenden Firmen möglich, sich durch Superangebote einen noch festeren Platz im mobilen Universum der User zu sicheren und die Konkurrenz schlichtweg wegzukaufen. Und so hätte z.B. gegen YouTube keiner mehr eine Chance, oder der Streaming-Service mit der größten Kriegskasse schon gewonnen. Als wäre auf dem Markt nicht längst schon genug massive Konzentration auf ein paar Firmen vorhanden. Start-Ups jedenfalls können sich – sollte sich das Prinzip durchsetzen – demnächst ganz hinten anstellen.