Jean Michel Jarre will fast 300 Euro von jedem Smartphone

Auf der Midem ging es dieses Jahr hoch her. YouTube wurde nahezu gesteinigt und Jean Michel Jarre, Pionier elektronischer Musik erster Stunde und wohl weltweit einziger Laser-Synthesizer-Virtuose setzte da noch eins drauf. In einem Interview mit dem Guardien stellte er rasante Forderungen auf, die die derzeitige Schieflage in der Diskussion um darbende Künstler in digitalen Boomzeiten irgendwie auf den Punkt bringt.

“We should never forget that in the smartphone, the smart part is us creators. If you get rid of music, images, videos, words and literature from the smartphone, you just have a simple phone that would be worth $50. Okay, let’s accept that there’s a lot of innovation in the smartphone, so let’s add $100 for this innovation – the remaining $300-$400 of the price should go to [the creators].

Paying artists is not a tax or cultural levy, he said, adding that artists were here before electricity and will be here long after the internet. “We need each other, so at the end of the day we have to find the right partnership. We are talking about a business partnership, not a tax, and this shouldn’t affect the consumer.”

Klar ist, die 300-400 Dollar schenkt den Käufern niemand, die Gewinnmargen sind ausser bei Apple eh nicht so glorreich und wer Jean Michel Jarre als Phantast abtun will, der hat sich geschnitten, denn der ist eine Institution in der französischen Musikindustrie-Szene. Und die Franzosen lassen was Kultur betrifft nicht mit sich spaßen.

Klar ist auch, die Margen dessen was von der kulturellen Produktion (Musik vor allem, aber auch andere Medien) für die Urheber übrig bleibt, sind noch weitaus geringer, einen Markt aber mit solchen national gut verwaltbaren Nicht-Steuer-Steuern künstlich aufzublasen hilft am Ende auch niemand. Vor allem wenn man bedenkt, dass auf diese Weise unterstellt wird, Piraterie betreibt immer noch jeder in Massen. Dann aber wäre die Quelle logischerweise aber einfach der Internet-Anschluss, nicht die Hardware, doch da ist die Angst vor eine Kulturflatrate-Diskussion zu groß. Die andere Denkweise die hinter so einer Forderung steckt wäre, einfach aus der Unfähigkeit der Musikindustrie, aus der massenhaften Verwertung online eine angemessene Menge für die Urheber abzuzwacken (Firmen selbst verdienen ja durfte mit Streaming und allem drum und dran), eine Forderung zu machen, die sich parasitär vor allem aber auch beliebig mit aller Gewalt auf einen Erfolgsmarkt aufpfropfen will. Pauschalabgaben steigen ja jetzt schon unaufhörlich (gerne auch mal um Phantasieprozente, die die GEMA ganz schön alt aussehen lassen) und sind schon jetzt nicht zu knapp.

4 Responses

  1. Anonym

    Braucht de-bug solche Headlines?

  2. Tomtom

    …und an jeder verkauften Lesebrille sollte Günter Grass 120€ vrerdienen!

  3. der kleine nyq

    vielleicht könnte herr jarre dann mal wieder zum frisör

  4. Peter Pan

    mit mehreren NEUEN Titeln von ihm könnte er auch mehr Geld bekommen..