Unser Foto des Tages


Foto: ste3ve

Die Piratenpartei versemmelt es wirklich auf die total beknackte Tour:

Bundeschef Seipenbusch beharrt darauf, dass die Piratenpartei überhaupt keine Geschlechterdebatte braucht. “Wir sind Post-Gender”, sagt er.

Wir möchten uns dann offiziell für unsere Wahlempfehlung entschuldigen.

Oder doch nicht? Die taz hat ihre Geschichte inzwischen aktualisiert:

Der Piratenpartei-Vorsitzende Jens Seipenbusch legt Wert auf die Feststellung, dass er keine Debatte innerhalb seiner Partei unterdrücken möchte. “Ich lehne keine Debatte ab und werde auch keine Debatte unterdrücken”, erklärte er nach Lektüre unseres Berichtes der taz.
Zudem bestreitet Seipenbusch, gesagt zu haben “Wir sind Post-Gender.” Wir haben das Zitat daher entfernt.

12 Responses

  1. korbinian

    wenn man den TAZ artikel bis zum ende liest, bekommt man auch die richtigstellung zu sehen.

  2. Fabio Reinhardt

    Und ich möchte mich offiziell für die unterirdische Art und Weise entschuldigen, mit der die TAZ versucht ein überaus wichtiges und sachlich angehendes Thema zu emotionalisieren und skandalisieren. Da genau der oben zitierte Satz von Herrn Seipenbusch nie gesagt wurde, wurde zum Artikel mittlerweile fairerweise ein Update veröffentlicht: http://www.taz.de/1/netz/netzpolitik/artikel/1/parteichef-lehnt-gender-debatte-ab/
    Insofern würde es mich auch freuen, wenn die De:Bug, über deren Wahlemfehlung ich mich sehr gefreut habe, ihre “Distanzierung” zurückziehen würde.

    Zur Sache: Ich finde es löblich, dass sich die TAZ mit Diskriminierung und genderpolitischen Fragen beschäftigt. Aber die Ausgangsmeinung, die bei einigen Autoren vorzuherrschen scheint, dass die Piraten aufgrund der Ablehung von Quoten und Binnen-Kapitalen eine per se diskriminierende Partei seien, finde ich sehr schade und sie hilft nicht, tatsächlich existierende Probleme in der Gesellschaft anzugehen. Stattdessen fühlen sich viele Piraten immer mehr in ihrer Meinung bestätigt, dass bestimmte Gruppen versuchen, das Gender-Thema für ihre eigene Agenda zu benutzen. Zur Versachlichung des Thema empfehle ich den äußerst gelungenen Artikel von der Berliner Piratin Lena Rohrbach: http://aggregat7.ath.cx/2010/03/10/zum-genderthema-in-der-piratenpartei Natürlich ist das Thema mit diesem Artikel nicht beendet, sondern stellt dieser nur eine Basis dar, von der aus man sich ihm nähern kann. Das wird eine der Aufgaben in der nächsten Zeit sein. Die Skandalisierung hilft dabei aber niemandem weiter.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Fabio Reinhardt
    Pirat aus Berlin

  3. Linus

    Etwas zu einer Parteidebatte sagen, die Reaktion in der Presse zu sehen und es dann richtig stellen zu wollen funktioniert in der Politik nicht. Aber vielleicht ist das auch das Grundproblem, verstehen politisches Handeln funktioniert.

  4. bleed

    Mal im Ernst, ist eine Partei die wegen der Gründung einer Mailingliste plötzlich in einen diskursiven Ausnahmezustand verfällt, sich aber gleichzeitig informationelle Selbstbestimmung auf die Fahnen schreibt, nicht schon so tief in Parteipolitik verstrickt, anders gesagt ihr Marketing, oder ihre Bürokratie, dass man schon müde, unglücklich, blöd wird nur beim halb zuhören?