Heterophobie und umgestülpte Gender-Rollen

Warum Deutschland auf ein Mal meint “Pro & Contra” der Homophobie, diverser LGBT-Lebensstile und sonstigen Kram in wie üblich relativ polaren Diskussionen aufzuwühlen ist irgendwie nicht so ganz klar. Sicher die Demos gegen neue Lehrpläne sind ein Anlass, aber verglichen mit dem Sturm im Watercooler als Angela Merkel sich nicht dazu hinreissen lassen wollte im Wahlkampf homosexuelle Paare irgendwie als “normal” zu sehen, oder der Russland-Tragödie incl. Sochi ist es doch irgendwie fast ein marginales Thema, das jetzt aufbauscht wie blöd.

Anyway. Wir haben uns – wird ja gerade am Rande so angespült – mal zwei Filme angesehen in denen die Rollen vertauscht sind. Ein französischer in dem Frauen plötzlich Männer sind (auch das ist eigentlich ein Teil der Diskussion, fällt nur gerade unter den Tisch) und einen US-Film in dem Heterophobie die Normalität ist. Beide wollen einen durch ihr verdrehtes Bild klar machen wie sich das “Gegenüber” eigentlich anfühlt. Und dabei sind die Verhältnisse natürlich viel zu klar. Die Frage, kann man in die andere Rolle reinschlüpfen, wird zu einer Frage danach, ob man die Filme als böse/enttarnte Normalität sehen kann, oder ob man es nicht schafft, sich bruchlos hineinzuversetzen.

Wir sind uns nicht sicher, ob man diese leichten Brüche, die man so als halbwegs aufgeklärter Mensch bei solchen Filmen empfinden mag, irgendwie in etwas Positives umwandeln kann, ob sich irgendwem dabei die Augen öffnen, oder ob sie schlichtweg, da diametral angelegt, die Diskussion, die sich nicht mit Toleranz-Gelaber oder -Vorwürfen auflösen lässt, nicht noch unnötig anstacheln. Ein Experiment sind sie aber allemal wert.

PS: Top Diskussions-Hate-Topic dieses Woche: Heteros werfen anderen Intoleranz vor, wenn die sich über fundamentalistische Einstellungen der “Normalität” oder Ähnliches beschweren. Steht ganz oben auf der “können wir nicht mehr hören” Liste und ist auf dem besten Weg “aber man muss doch noch mal sagen dürfen” zu überrunden.

2 Responses

  1. mz

    heterophobie?
    “You keep using that word. I do not think it means what you think it means.”
    auf jeden fall meint es nicht die angst vor heterosexuellen menschen, auf die hier wohl angespielt wird.