Es war Designkonferenz und ich war dabei.

quad

Die diesjährige Toca Me Designkonferenz fand am 07. März wieder in der Münchner Reithalle statt. Die inzwischen 4. Konferenz stand unter dem Motto Hit by Inspiration. Zu den Sprechern gehörten das Designbüro Strukt aus Wien, der Adobe Evangelist Jason Levin aus den USA, der Interactive Designer Joel Gethin Lewis aus London, der Künstler Jeremy Thorp aus Vancouver, der Motion Graphics Designer Bradley Munkowitz aka gmunk und last but not least die Designikone Joshua Davis aus New York.

Großer Vorteil dieser kleinen ist ohne Frage die Kompaktheit eines Nachmittags und Abends. Mit dem Zeitplan hatten die Veranstalter aber Schwierigkeiten, so dass es im Laufe des Nachmittags zur mehreren Verspätungen kam. Auch hätte man die drei Panels zu zweien zusammenfassen und einfach die Zeiten der Sprecher etwas straffen oder gar ein paar Sprecher weglassen können.

Zum Glück nahmen die Vorträge an Spannungsbogen zu. So hatten zwar die Designer des Büros Strukts gute Ansätze in der technischen Umsetzung ihrer Ideen, beeindruckten aber eigentlich nur mit dem eignes dafür angefertigten Strukt Tables im Eingangsbereich, mit dem man via Touch Screens eine interaktive Installation gestalten konnte. Im Anschluss daran gab es einen eher fragwürdigen Auftritt des selbsternannten Adobe Evangelisten Jason Levin, der mit trashigen Musikvideos die neuen Tools von Creative Suite 4 pushen wollte.

massive0608

Im zweiten Panel trat der Interactive Designer Joel Gethin Lewis aus London auf, der drei wirklich beeindruckende Lichtprojekte zeigte, eines davon die Bühnenshow der Massive Attack World Tour 2006. Er entwickelte dafür eine bespielbare LED-Wand, die man in drei Farben, verschiedenen Lichtstärken und unterschiedlichsten Variationen digital steuern konnte. Zusammen mit der Publikumsscheu und der Musik der Band ergab das eine außergewöhnliche Bühnenshow. Er baute in die Programmierung auch die Möglichkeit der Interaktion fürs Publikum ein, so konnten die Lichter beispielsweise auf die Lautstärke der Menge reagieren. Joel, ein großer Verfechter des Open Source Gedankens, zeigte noch großartige Projekte, die ihn zu eigenen Kunstwerken inspirierten, z. B. Technikanleitungen aus dem Netz, mit denen man Hauswände mit Hilfe eines Laserpointers wie Graffiti mit Licht bespielen konnte. Er vertrat die Meinung, dass jeder eine gute Idee haben kann, aber erst die Umsetzung dieser Idee die wahre Kunst ist und das Teilen und Kommunizieren mit anderen Menschen der entscheidende Punkt.

Der digitale Künstler Jeremy Thorp aus Vancouver machte den Eindruck eines verkopften Professors, der viel Theoretisches von sich gab, allerdings ein paar interessante wissenschaftliche Ansätze grafisch sehr ästhetisch umgesetzt hat. So erstellte er softwarebasierte Grafiken und Diagramme, die die Häufigkeiten verschiedener Wörter in einem bestimmten Zeitraum aufzeigten.

3343253933_6cf709e2a0

Im dritten und letzten Panel des Abends, nachdem man wegen der akut schlechten Luft und der harten Stühle schon leicht schläfrig wurde, weckte uns der Motion Graphics Designer Bradley Munkowitz aka gmunk, der mit einem Schnelldurchlauf durch seine Commercials und machte keinen Punkt und Komma. Ganz von seinem 3D Programm Maya fasziniert, übrigens der einzige Sprecher mit PC, zeigte er die Entstehung und Programmierung seiner Filme. Zum Abschluss präsentierte der Altmeister Joshua Davis wieder seine vektorbasierten abstrakten Arbeiten in seiner frischen Art, bei der man immer wieder Lust auf Farben und ästhetisches Design bekam.

Fazit der Veranstaltung, die Kommerzialisierung des Ganzen von Adobe bis hin zu Getty Images nahm stark zu. Wenn man aber erst mal den Anfang überstanden und sich einen guten Platz in den ersten Reihen gesichert hatte, gab es doch die eine oder andere inspirierende Idee.

Viviana Tapia

About The Author

Cloud Computing in Wolkenkuckucksheim!