Stoppt die Pressen!

Geben wir der NYT mal recht. Twitter ist das nächste Second Life, jedenfalls was Marketing betrifft. (Möglicherweise aber bleiben wir hier davon verschont, weil die 10.000 Twitter Klone hierzulande einfach überhaupt keine Bandbreite erreichen und Twitter ohne SMS zwar OK ist, aber eben nur die halbe Warheit). Und Twitter ist – melden auch andere – offensichtlich sehr beliebt bei den Fernsehsendern. (Und wenn du nicht einschaltest, dann kriegst du gleich einen getwittert!).

Recent projects have included using Twitter to send registered users updates from the red carpet and after-parties for the MTV Music Awards. On the horizon, ABC Family plans to get actors and writers from its show “Greek” to send behind-the-scenes info during the filming season; and NBC is going the route forged by “Battlestar Galactica” and “24”: to use Twitter to link together a wider community online. The computer-geek star of “Chuck” will Twitter fans and will also try to drive traffic to other places like his MySpace page.
Unhealthily Obsessed with Mobile Content – Broadcasters Try Twittering For Attention

Wo die NYT aber völlig falsch liegt, ist in der Begründung:

Let’s start with the basics. For an Internet service to be a good place for marketers it needs two things: 1) A large audience. 2) A way to integrate the marketing message in a way that users will at a minimum accept and ideally find useful.

Klar, beides schön, beides gut, aber ein guter Platz für Marketing ist vor allem einer der nicht vor allem immersiv ist, sondern anschlussfähig. Ergo: Second Life ist schlecht, weil es so wenig mit dem wirklichen Leben zu tun hat (ausser abstrakten Dingen wie Zeit, Geld). Und Twitter ist gut, weil es nicht nur im Computer spielt sondern eben auch auf dem Handy, und weil Twitter 2.0 ist, nicht 3D, will sagen, man kann es überall einbinden, RSS, Blog, etc. Second Life dagegen ist ein Polygon-Ghetto. All das hätte man auch schon vorher wissen können, nur gibt es ein kleines Detail, das man nicht vergessen darf. Denn so lange Second Life hip war, war es auch anschlussfähig, nur eben nicht im richtigen Medium, sondern vor allem in der Presse (Präsenz auf Second Life = Pressemeldung).

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