Nicht der günstigste, aber der Beste! Über den Schriftenmaler Karl Blaschke

Die internationale Designkonferenz Typo Berlin bietet vom 19. bis zum 22. Mai Präsentationen und Workshops rund um das Thema Kommunikationsdesign, Typografie und Technik. Oliver Linke, Type-Designer mit eigenem Font-Label und Dozent für Schrift, Typografie und Type Design u.a. an der Designschule München, begibt sich mit den Zuschauern auf eine Zeitreise auf den Spuren des Schriftenmalers Karl Blaschke.

Ganz den wunderbaren Schriftenmalereien des Münchners Karl Blaschke war dieser enthusiastische Vortrag gewidmet. Hervorgegangen aus den “Type Walks” ist eine liebevolle Sammlung von Schildern und Fassadenbeschriftungen die in ihrer Perfektion und Liebe für’s Detail seines Gleichen sucht.

Nach der Lehre zum Lackierer im väterlichen Betrieb und nachfolgenden Aufenthalten im Ausland kehrte Karl Blaschke nach München zurück und wurde Teilhaber und späterer Inhaber des Unternehmens. Erst das Aufkommen der Klebefolien zur Beschriftung machte das Geschäft schwierig und zu Ende nicht mehr rentabel. Die Arbeiten von Karl Blaschke waren stets typographische Kleinode und sein Name ein Inbegriff von Qualität. Von seinen 60 bekannten Arbeiten innerhalb von München gehen leider immer mehr verloren, sei es durch Umzug der Firmen oder auch durch schließen von Baulücken. Ganz im Stil seiner Zeit waren die von Blaschke gemalten Beschriftungen viel mehr als nur Worte auf Schaufenstern, sie bildeten Wortmarken die den Firmen lange Zeit ein Gesicht gaben. Manche Firma ist längst geschlossen und der Laden ein ganz anderer, jedoch zögert so mancher Besitzer die alten Schriftzeichen zu entfernen und verzichtet dafür auf wertvolle Werbefläche. Es zeigt sich, daß die handwerkliche und auch künstlerisch hoch anspruchsvolle Arbeit bis heute beeindruckt.

Das Spektrum der von Oliver Linke gezeigten Arbeiten reichte von kleinen Schriftzügen für eine beleuchtete Vitrine bis zu ganzen Fassaden, die durch Blaschkes wundervolle Arbeit aufgewertet wurden. Ein besonderes Selbstbewusstsein wird spürbar wenn man die Signatur unter den Schriftzügen betrachtet, welche gleichsam einem Gütesiegel zur eigentlichen Auftragsarbeit gesetzt wird. Es bedeutete den Ladeninhabern etwas, wenn sie einen echten Blaschke hatten.

von Sebastian Häusler / Melanie Ickert

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Elektronische Lebensaspekte.

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