Bilinguale Typografie – Urbane Beschilderung und Zweisprachigkeit

Die Internationale Designkonferenz Typo Berlin bietet vom 19. bis 21. Mai Vorträge und Workshops rund um das Thema Kommunikationsdesign, Typografie und Technik.
Randa Abdel Baki hielt zusammen mit Pascal Glissmann einen Vortrag über den Gebrauch von Typografie und Piktogrammen außerhalb Europas.

Den Vortrag eröffnete Randa Abdel Baki. Anhand vieler Layouts zeigte sie das Zusammenspiel lateinischer und arabischer Buchstaben auf. Auf diese Weise stellte sie mehrere Methoden vor, wie unterschiedliche Sprachen miteinander harmonieren, zusammen oder gegeneinander arbeiten können. Techniken wie das Axial Bilingual Systems, das Interlacing Systems, das Random Systems oder das Complementary System eröffnen neue Möglichkeiten oder geben zumindest eine Hilfestellung zum Umgang mit Bilingualität.

Im Anschluss berichtete Pascal Glissmann über seine Lehrzeit in Hongkong und Beirut. Mittels zahlreicher Fotos verdeutlichte er die Unterschiede in der chinesischen und arabischen Kultur, den Alltag, der Schrift und der Lebenseinstellung. Hierbei diente vor allem der urbane Raum als Widerspiegelung der jeweiligen Mentalität.

Während in Hongkong die Straßen mit Piktogrammen und Warnhinweisen zugepflastert werden, sind Hinweisschilder in Beirut eher selten. In Hongkong wird wiederum viel Wert darauf gesetzt die Leute zu warnen, die Piktogramme wirken daher sehr dramatisch und vermitteln das Gefühl von Gefahr. So findet man zum Beispiel bei der Flucht aus der Stadt auf einen Berg nicht unbedingt einen gemütlichen Aussichtspunkt, sondern ein großes Warnschild, wo jemand Arme rudernd die Klippe herunterfällt.
Beiruts Straßen dagegen zeichnen sich durch eine interaktive Street Art Szene und einen regen Plakatwechsel aus. An den Wänden sind vor allem Politiker angebracht, teils übereinander plakatiert, teils als Fragmente oder einfach neben- und übereinander gehängt.

Diese Impressionen und Erfahrungen bildeten die Basis für seine Seminare mit Studenten. Hieraus gingen zahlreiche individuelle Display-Fonts hervor, welche auf einer eigenen Webseite präsentiert werden.

von Sebastian Häusler / Melanie Ickert

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