Das nächste Buch verspricht alles

9783462045321

Natürlich haben wir noch nicht reingelesen, die Fahnen, denken wir, sind noch nicht mal raus, aber Kiepenheuer & Witsch versteht es einen Killer-Appetizer zu schreiben.

Das neue Buch von Diedrich Diederichsen wird gleich mal als “Opus magnum” bezeichnet. Und irgendwie ist es auch das, worauf seit vielen vielen Jahren schon alle warten, die Diedrich Diederichsen Texte lieben und seine Arbeit immer verfolgt haben. Oder es könnte das sein. Es will das sein. Wollen wir gerne dran glauben. Bei Diederichsen mehr als bei allen anderen. Genau dieser Vertrauensvorschuss ist es, der Diederichsen irgendwie ausmacht. Nicht dass seine Bücher bislang eine Enttäuschung gewesen wären, aber irgendwie hat man doch auf dieses eine Ding gewartet, das mehr, das Diederichsen nicht selten umtreibt. Dieses grundlegende vielleicht auch. Ein Buch über Pop-Musik mit dem Titel: “Über Pop-Musik” könnte genau das erfüllen. Wir erwarten eine radikale und doch herumschweifende Analyse des Phänomens, dem Diederichsen eh sein halbes Lebenswerk gewidmet hat.

Semiotik und Soziologie und Pop-Musik nicht als Musik sehen, verspricht jedenfalls schon einiges. Aus dem Promotext:

Ganze Generationskohorten von Pop-Fans hat er angeregt und aufgestört: Diedrich Diederichsen. Nun erscheint mit Über Pop-Musik das Ergebnis seines lebenslangen Nachdenkens über Pop.
Über Pop-Musik ist ein kluges, ein kontroverses Buch, dessen Thesen ganze Gebäude eilig zusammengezimmerter Übereinkünfte zum Einsturz bringen werden. Pop-Musik, sagt Diederichsen, ist gar keine Musik. Musik ist bloß der Hintergrund für die viel tiefer liegenden, viel weiter ausstrahlenden Signale des Pop. Pop ist ein Hybrid aus Vorstellungen, Wünschen, Versprechungen. Er ist ein Feld für Posen und Pakte, für Totems und Tabubrüche. Der Autor bezieht seine Argumente aus Semiotik und Soziologie ebenso wie aus der Geschichte und Gegenwart der Pop-Kultur und aus den angrenzenden Gebieten Jazz, Kino, Oper. Es dürfte das erste Buch sein, das der ganzen Vielgestaltigkeit des Phänomens Rechnung trägt, und das einzige, in dem gleichzeitig Theodor W. Adorno und Congo Ashanti Roy auftreten.

Das Buch kommt am 08.03.2014.

Apropos: Immer noch gut. Diederichsen singt.