Kids, die in den Einkaufszentren britischer Vorstädte rumhängen – mit Vorliebe bei McDonalds, wie man sagt – , heißen seit vergangenem Jahr schlicht “Chavs”. Vorausgesetzt natürlich, sie weisen die typischen Charakteristika der “Chavness” auf:

How to spot a Chav
Chavs have such a tribal dress code that you can spot one yards away! Now what makes the Chavs attire so funny is that they think they are at the cutting edge fashion and that by adorning their body with hunks of worthless 9ct gold crap they look rich! In reality what they do look like are a bunch of fucking pikeys! With this handy field guide, if you count more than 2 points on a single person, you are almost certainly looking at a Chav! -ChavScum

Chav is popular slang term that originated in England but is now used throughout the United Kingdom. It is usually used in a derogatory fashion, referring to a subcultural stereotype of a person with: fashions such as flashy “bling” jewellery and/or counterfeit designer clothes (particularly Burberry); a tendency to congregate around places such as fast-food outlets or other shopping areas; a culture of antisocial behaviour. In the past such people have been called yobs. Response to the term has ranged from amusement to criticism that the term is a new manifestation of classism. -Wikipedia

Das ganze hätte durchaus auch eine nette, unterhaltsame Einjahresfliege sein können. Aber dank medialer Ausschlachtung der so genannten Chav-Culture in Gestalt von Handbüchern, prominenten, kurzerhand zu Chavs gekürten Vorbildern, wie Mr. & Mrs. Beckham, die die einschlägige Klatschpresse beschäftigten und es immer noch tun, wurde aus den Chavs die neue subkulturelle Bewegung der britischen Lower Class, mit der sich inzwischen selbst Marketingstrategen und Kulturwissenschaftler gerne auseinandersetzen. Eine Subkultur, die sich aus dem Konsum von billiger Plagiatsmassenware und echten Luxusgütern á la eben Burberry oder Gucci heraus definiert. Lustigerweise verselbstständigt sich die Chav Culture mittlerweile insofern, dass sie sich selbst gehörig auf die Schippe nimmt und die Chavness damit quasi zur eigenen Marke hat werden lassen, die man auch auf T-Shirts gedruckt kaufen kann. Tja, die Briten verstehen es eben immer noch am besten, sich selbst zu feiern. – Wäre spannend zu wissen, welches “Logo” man hierzulande den Vorstadtkids mit ähnlicher Attitüde aufdrucken würde.

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2 Responses

  1. pencilpool » Blog Archive » Label- statt Dresscode

    […] So machte letztens schon die britische Nation von sich Reden, weil hier plötzlich Brands wie Burberry, aber auch Lacoste, Aquascutum, Evisu und Stone Island, wie es heißt, offiziell Bar- und Pub-Verbot erhielten. Grund: Die Labels gehören zur Lieblingsausgehgarderobe der so genannten Chavs und die widerum haben sich eben in der britischen Öffentlichkeit bis dato vor allem einen Namen als “Troublemaker” gemacht. Aber vor allem Hoodies und Basecaps gehören hier zumindest in den Einkaufszentren wohl bald der Vergangenheit an, da sie mit Unterstützung von Premier Blair von dort verbannt werden sollen, um dem pöbeligen Gangtum, dass in den Shopping-Malls rumhängt und die Kunden beim friedlichen Einkauf stört, einen Strich durch die Rechnung zu machen. […]