Horst Meier über neueste Hooligan-Mode


© Copenhagen Street Style

Timo fragt: Was kommt nach Preppy? Meine persönliche Antwort steht fest: Skinhead Preppy. Es klingt etwas abartig, das gebe ich gerne zu, aber ist nur die logische Konsequenz. Was passt besser zusammen als Neues Spießertum und Politische Unkorrektheit? Der im 3-Knopf-Jacket getarnet Linke oder der wilde Intellektuelle in Acid Denim? Was ist richtig, was falsch? Persönlich finde ich besonders letztere Variante extrem sexy. Der ewig zitierte Preppy Look, endlich dreckig und verdorben. 


© Duckie Brown FW10

Ich meine, schauen wir uns mal Berlin Mitte an: Früher präferierte die “Trendsetter”-Riege Second Hand Läden und Flohmärkte. Dann kam Acne. Und dann kam COS. Nun versammelt sich das gemeine Preppy-Hipster-Volk vor dessen Schaufenster. Der neue place to be. Ausgestattet mit schicken Fahrrädern, oder Seemannsmützen. Das ist dann schon subversiv. Passierendes wird gescannt und mit Blicken gefickt. Vornehme Preppy-Zurückhaltung eben…


© Dries van Noten SS11

Also ich mag die neue Eleganz. Ich mag Lederloafer, Baumwollhosen, kleine Jungs mit Aktentaschen. Aber: Cool finde ich immer noch den Rebellen. Perfekt subsumiert im Dries-van-Noten-Mann. Er zieht sich so an, als würde er die Klamotten des reichen, wohlbehüteten One Night Stands einfach über seine verdreckten, eingelebten Basics werfen. Lederstiefel dazu, fertig. Und wenn er die Wohnungstür hinter sich zufallen lässt, spuckt er auf die Straße und zündet sich eine Kippe an. Naja, vielleicht geht auch gerade nur die Fantasie mit mir durch.




© Dries van Noten SS11

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Horst Meier ist Gründer des Modeblogs Lynn and Horst – ein ästhetischer Kommentar zu Kunst, Mode und Klischees. Wie Meier wirklich heißt und was er sonst noch macht, ist unbekannt.

20 Responses

  1. Himsen simsen

    Ganz ehrlich, wer sich mit solchen Priblemen befasst hat doch den Schuß nicht gehört.

  2. Timo Feldhaus

    Mein lieber Himsen, das sind doch keine Probleme, mit denen wir uns hier auseinandersetzen. Das ist doch Unterhaltung. Aber ich freue mich sehr über dein kritisches Interesse.

  3. wörn

    Skinhead Preppy? Boah, ist das peinlich.

  4. Rheinlaender

    Junge Junge (im wahrsten Sinne des Wortes)
    das ist so Mid-80er-London-Style…
    nichts desto trotz: großartig!!!

  5. dingenskirchen

    @MartinBauer: Was für den ganzen Style und den Rebellen heute stellvertretend steht: Mit Domestos kann man nicht mehr entfärben. Denn es wurde entschärft, verdünnt, verträglich gemacht. Leider.

  6. Rheinlaender

    @ dingenskirchen:
    ein sehr guter Vergleich…
    sehr gelungen!

  7. nixnonee

    Domestos, Sinnbild der Rebellion, jetzt domestiziert. Als nächstes holen die die Sicherheitsnadel aus dem Ohr und tun die wieder ins Nähkästchen. Es ist doch wirklich ein verdünnter, verträglicher, stellvertretender Jammer, oder?

  8. Technikus

    @dingenskirchen u. Martin Bauer.

    Clorix von Aldi müsste noch gehen.

  9. ralle

    Hat irgendeiner der Preppy-Experten schon mal von Rude Boys gehört? Ich empfehle mal “Soul Stylists” von Paolo Hewitt als (Standard)Lektüre zu Thema…

  10. Lennart

    clorix geht ab 😉 funktioniert prima

  11. maik

    labert nicht so ein interlektuellen scheiß! der look ist der hammer! die kollektion von dries ist die beste für ss2011. ick hab de jeans schön in der waschmaschine – klorix rockt!!

  12. papadamm

    ich glaub bei der kollektion gings wohl eher um malerei/splatter effekte etc als um einen skinhead look. das dürfte genau der unterschied sein, denn wer jetzt seine jeans wieder selber bleicht und einen auf gefährlich machen will ist ein bisschen doof, genau wie dieser artikel…. im übrigen: warum schreibt der horst so über hipster als ob er nicht dazugehören würde…

  13. Hullala

    Wie Meier wirklich heißt und was er sonst noch macht, ist unbekannt – und interessiert auch praktisch keinen.