Anarcho-surreale Damenhaftigkeit

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Jan Joswig in De:Bug 116.

Elsa Schiaparelli ist die große Heldin von Anne Grabow. Schiaparelli, die Designerin, die Chanel wie eine verbiesterte Topfpflanze aussehen ließ und die Muster zwischen Jugendstil und afrikanischer Folklore entwarf, an denen sich das aktuelle 70er-Revival hilflos abarbeitet. Den Schriftsteller Tom Robbins, der beim Formulieren einer Doors-Konzertkritik zu seinem Stil fand, wird von ihr auch verehrt. Genauso wie von der Komunikationsdesignerin Dörte Lange.

Auf die Filme “Orfee“ von Jean Cocteau und “Brown Bunny“ von Vincent Gallo können sich Anne und Dörte auch einigen. Und Fassbinders “Maria Braun“, klar, daher der Name des Modelabels von Anne Grabow. Die beiden haben sich zusammengetan, um den Launch von Maria Braun adäquat zu inszenieren. Sie haben Robbins “Buntspecht“, “Orfee“ und “Brown Bunny“ auf den Kern runtergebrochen: bizarre Liebesgeschichten. Maria Braun in Love.

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Nach den Lieblingscharakteren aus den Werken hat Anne die Outfits entworfen, Dörte das Personen-Arrangement und den Kulissen- und Accessoire-Bau übernommen und Andrée Möhlling die Tableaus fotografiert. So nähern sie sich zwischen Burleske, Theater und Couture einem Gesamtkunstwerk an, das viel mehr als nur Mode ist und gerade deshalb das Revival der Pannesamt-70er mit der richtigen Haltung auflädt: anarcho-surreale Damenhaftigkeit.

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Mode: Anne Grabow
Artdirection: Dörte Lange
Fotos: Andrée Möhling

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