Am 11. Juli 2008 zeigte die Modeschule Esmod die Abschlusskollektionen 2008 auf dem Catwalk und prämierte die beste Arbeit


(Kollektion Maike Schnell, Foto: Gerhard Hille)

Von den Berliner Modeschulen ist die Esmod ohne Frage die mit dem meisten Glamour und den namhaftesten Abgängern (und dem schillerndsten Direktoren-Gespann). Eine Woche vor der Berlin Fashion Week zeigten die Absolventen 2008 in der Arena am Flutgraben ihre Kollektionen auf dem Laufsteg. Gut vierzig Designer/innen ließen drei bis fünf Outfits laufen.
Die Kids sind jung, aber flippig wollen sie deshalb überhaupt nicht aussehen. In ihrer dunklen, diskreten und abgeschotteten Seriosität erinnerten viele Kollektionen an Fünfjährige, die sich weigern, mit den Dreijährigen zu spielen, denn: “Wir sind doch keine Babies mehr.” Anscheinend entwerfen die Jugendlichen für ihre Eltern. Das sind ja auch die, von denen sie noch Taschengeld beziehen. (Originaldialog: “Mami, kannst du mir 50 Euro leihen für die Party hinterher?” “Ja, aber sag es nicht Papa.”)
Der sinnesfrohe Leuchtturm unter den Kollektionen: Maike Schnell mit ihrem nordafrikanischen Buntstrick und Moirée-Druck, der Ethno und Post-Newrave auf höherer Ebene versöhnt. (Darüber wearen sich Regina Möller vom Magazin Regina, Mary Scherpe von stilinberlin, Ulrike Seidel und Ramiro Calderón Alvarado vom Modelabel Miroike, Hanna Ritter, Drykorn-PR-Frau, und die De:Bug-Deligierten einig (also die versammelte unbestechliche Modekompetenz, muss man so sagen).)
Nur die offizielle Jury unter A.F. Vandervorst entschied sich anders. Sie prämierte zur besten Kollektion die milchig träumerisch ephemeren Flatterkostüme zwischen Harlekin und Fee von Tarane Hoock.


(Kollektion Tarane Hoock, Foto: Gerhard Hille)