BEAK> zu Gast in der Kantine des Berghain, so war's

Geladen hatte die Kantine des Berghain am gestrigen Abend zu den freundlichen Herren von Beak> aus dem tristen Bristol, die unterwegs sind, ihr kürzlich erschienenes Album “>>” – herausgebracht vom hauseigenen Label Invada – vorzustellen.
Das eher schüchterne Dreiergespann hatte offensichtlich Spaß am Spiel, was nicht zuletzt der sehr familiären Atmosphäre zu verdanken war, die in der Kantine herrschte. Performt wurde auf einer Bühne, die fast nicht als solche wahrzunehmen war, wodurch sich die Musiker ständig auf Augenhöhe mit dem entsprechend begeisterten Publikum befanden.
Bei einer Spielzeit von weit über einer Stunde präsentierte die Band viele Songs des aktuellen Brechers >> (obwohl der gar nicht immer so groß tönt!), griff aber auch mal tief in die Schatzkiste und bediente sich an älterem, nicht weniger schönem Material.
Musikalisch vielfarbig wurde mal minimalistisch noise-gerockt, mal psychedelisch im Kraut herumgestampft, um sich schließlich in langen, experimentellen Jams gegen Ende der Songs zu verlieren. Untermalt wurde das alles von der herrlich melancholischen, echolastigen Stimme des Drummers Geoff Barrow, den man unter Anderem natürlich auch von Portishead kennt.
Kleiner Raum, viele Leute – in kürzester Zeit verwandelte sich die Kantine in eine öffentliche Sauna mit einem glücklicherweise bekleideten Publikum, einträchtiges Schwitzen für Qualitätsmusik. Ein guter Abend mit einer tollen Band, die auch nicht erst seit gestern auf den Bühnen dieser Welt unterwegs ist.

Check: BEAK> bei Bandcamp

3 Responses

  1. Ullrich Bartsch

    na wer sagt denn das bristol trist ist!? ganz im gegenteil muss ich da mal anmerken, da ich doch nun schon 4 jahre hier wohne und es immer noch spass macht. ;-)

  2. Henry

    So will es nunmal das Medienimage. Und Bands wie Portishead tragen nicht wirklich dazu bei, das zu ändern. So bewunderungswürdig ihre Musik ist. Dass auch in Städten wie Bristol oder Castrop-Rauxel mal die Sonne scheint, weiß ja jeder…

  3. Barry

    Hi,

    Bristol ist ja auch kein unbeschriebenes Blatt in Sachen Musik. Es gibt dort eine echt gute Musikszene mit viel HipHop, Triphop, Electro und Indie Rock.

    Vielleicht liegt es auch daran, dass in Bristol zu Kolonialzeiten viel mit Sklaven gehandelt wurde und sich so ein echt vielfältiger Sound entwickelt hat.