Unsere Platte des Tages

Das Dubtechno-Glücksrad bleibt heute bei Bvdub stehen. Brock Van Wey heißt der Produzent, der immer, wenn der den Dancefloor im Blick hat, die Bremse so gut beherrscht wie sonst niemand. Ausgebremst zu werden, mitten in der Nacht, ist überhaupt nicht schön und doch muss es manchmal eben sein. Jemand muss doch auch mal eine Ansage machen. Van Wey tut das, indem er zunächst Ganzkörper-Airbags verteilt. Mit einem Lächeln in der Hallfahne. Dazu kommt, dass niemand die wohl temperierten Echos so beherrscht. Die groß angelegte Aufregung ist seine Sache aber nicht. Für “Wish I Was Here” pulst die Bassdrum einfach geradeaus und auch der Rest des Tracks ist in vier Spuren erledigt. Das funktioniert so gut, dass er fast vergessen würde, die HiHat dann doch anzuschalten. Es gibt kaum einen Track, der das Gleichgewicht zwischen stoischem Loop und verhallt-verhaltendem Liebeslied so kongenial erhält. Und dann dieser völlig verstimmte Bass, der ab und zu gluckst, als müsse der Raum erneut vermessen werden. “Vermillion” hat eine offensichtlichere Strahlkraft, will uns aber eigentlich genauso vornehmlich an die Hand nehmen. Wir sind ja eh mehr am kugeln in unseren Airbags. Solche Tracks gibt es wie Sand am Meer, mögen jetzt einige argumentieren, ich möchte aber klipp und klar dagegenhalten. Das stimmt nicht. Wer die Spreu nicht vom Weizen trennt, hat gegen die Hungersnot nichts in der Hand. Und genau über die beschwert sich der Tresensteher im Plattenladen ja regelmäßig. Platten wie “Wish I Was Here” muss man festhalten. Dauerhaft.

Bvdub – Wish I Was Here (Millions Of Moments, 2008)

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