Kyle Hall über Hyperdub, Dubstep - und Köln

Als Kyle Halls erste Maxi vor mittlerweile drei Jahren auf dem Detroiter Label FXHE herauskam, war man nicht so ganz sicher, ob der notorisch großmäulige Label-Chef Omar S nicht einfach mal austesten wollte, wie weit er mit seiner “I don’t give a fuck”-Attitüde gehen kann, bis auch die glühendsten FXHE-Verehrer beim Hören ratlos im Plattenladen stehen. Hatte das noch Charme oder war das schon Verarschung?

“Plastik-Ambash” hieß der Track (es gab natürlich nur den Einen), und daneben klangen selbst die rohen House-Skizzen von Omar S, in denen der analoge Schmutz grobkörnig aus der Rille trieft, wie die saubersten Hi-Fi-Aufnahmen. Kyle Hall war damals 15 Jahre alt. Und wer mal das seit einiger Zeit im Netz kursierende Video gesehen hat, in dem der mittlerweile 18-Jährige eine MPC bearbeitet, bekommt einen guten Eindruck davon, wo der durchgedrehte Cut-Up-Style von “Plastik Ambush” herkommt.

Seitdem haben seine Platten in Punkto Sound-Qualität um einiges zugelegt – das unbeschwerte Zerhacken von House-, HipHop- und Funk-Versatzstücken ist, zum Glück, geblieben. Auf seinem eigenen Label Wild Oats hat er mittlerweile fünf Maxis veröffentlicht, die mit dem Etikett “Detroit Deep House” mehr als unzureichend gekennzeichnet sind. Kein Wunder, dass auch Leute wie der Hyperdub Chef-Agitator Kode 9 auf den Detroiter Jungspund aufmerksam geworden ist. Nach einem Remix für Darkstar, der vor einigen Monaten auf Hyperdub erschienen ist, hat Kyle Hall jetzt seine erste Maxi für Kode 9s Londoner Avant-Dubstep-Zentrale abgeliefert. Im Interview mit Sound Revolt erklärt er, wie es zu der Zusammenarbeit kam, und was er in Zukunft noch alles vor hat.