Carsten Nicolai, Daniel Richter und viele mehr huldigen CAN

Vor genau 40 Jahren erschien “Tago Mago”, das dritte und gleichzeitig wohl wichtigste Album der Kölner Musikavantgardisten CAN. Bis heute wird “Tago Mago” von Musikern jeglicher Genres als wichtiger Einfluss genannt. Von Post-Punk bis Techno – die von Stockhausen und Weltmusik beeinflussten CAN haben deutliche Spuren in der Musikwelt hinterlassen; selbst Kanye West nutzte schon ein Sample der Krautrocker.

Nicht nur Popmusik steht jedoch unter dem Einfluss der Band, auch die bildende Kunst lässt sich von CAN inspirieren. Das Künstlerhaus Bethanien in Berlin eröffnet morgen unter dem Titel “HALLELUHWAH!” eine Ausstellung, die anlässlich des Jubiläums von “Tago Mago” genau das zeigen soll. Kurator Christoph Tannert lud rund 50 Künstler – darunter Carsten Nicolai, Albert OehlenRobert und Ronald Lippok, Daniel RichterAnselm Reyle, Norbert Bisky und Ralf Ziervogel – ein, sich auf ihre je eigene Weise mit CAN zu befassen. Eine Art Ehrengast unter den ausgestellten Künstlern ist der Amerikaner Malcolm Mooney, denn der studierte Maler ist eines der Gründungsmitglieder von CAN.

Die Auseinandersetzung mit Musik und Sound ist aber auch den meisten anderen Beteiligten nicht fremd. Carsten Nicolai etwa führt unter dem Pseudonym Noto Carsten Soundexperimente durch und ist als Alva Noto zudem als Musiker tätig. Albert Oehlen schrieb nicht nur für die Zeitschrift Sounds, sondern war auch Saxophonist der Bands Die nachdenklichen Wehrpflichtigen, Red Krayola und Van Oehlen, und trat in den Achtzigern gemeinsam mit Andreas Dorau unter dem Namen Evergreens of Psychoterror auf. Die Brüder Robert und Ronald Lippok spielen in der Band to roccoco rot, die auch Soundarbeiten für Ausstellungen anderer Künstler macht. Moritz Götze organisierte in den achtziger Jahren Punk-Festivals und spielte gleichzeitig in der Band Größenwahn. Daniel Richter dagegen gestaltet Plattencover für Chicks on Speed Records und sein eigenes Label Buback und wendet außerdem musikalische Konzepte wie Sampling auf seine Malerei an.

Die Ausstellung “HALLELUHWAH!” wird am 24. November um 19 Uhr eröffnet. Um 20 Uhr gibt es zudem ein Live-Konzert der Neokrautrocker atelierTheremin. Bis zum 18. Dezember ist die Ausstellung im Künstlerhaus Bethanien immer Dienstags bis Sonntags zwischen 14 und 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

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