Unsere Platte des Tages

“Aftermath – Essential Rewindz”, Name und Umfang (7 Maxis in einer Box) der Compilation, auf der Konflicts Überhit “Messiah” 2000 erschien, waren eine klare Ansage. Renegade Hardware, das Label, auf dem “Aftermath” erschien, releasten sich damals in einen Rausch aus hochgetunten, aseptischen Neuro-Funk-Bangern, denen Understatement und Subtilität meist vollkommen fremd war. Mit diesem hochgezüchtetem Drum-and-Bass-Entwurf aus nervöser, fast schon teutonischer Techno-Geradlinigkeit und einer ans Rockige grenzenden Rave-Attitüde hatte das Londoner Label unglaublichen Erfolg. Und von all den dystopischen Attacken auf den Dancefloor, war Konflicts “Messiah” die größte. Ein echtes Rave-Inferno, das die einen (die überwiegende Mehrheit) zur kollektiven Raserei brachte und für die anderen ein weiterer Schritt in die falsche, von Soul und Halftime-Konzentration befreite, Richtung war. Und tatsächlich mündete dieser überzüchtete Milleniums-Sound von Renegade Hardware in so gruseligen Sachen wie Pendulum. “Aftermath – Essential Rewindz” und auch der Compilation-Vorgänger “Armageddon” stehen bis heute für eine Zeit, in der sich Drum and Bass in manischen Überbietungs-Strategien selbst ermüdete. Das Intro von “Messiah” hat aber bis heute nichts an seiner überzogenen Intensität verloren. Und jetzt ale: “Aaaahhhhhhhh …..”

Konflict – Messiah (Renegade Hardware, 2000)

2 Responses

  1. enede

    Hätte diese platte abzugeben, gebote bitte :)

  2. Sone Kanone

    “Und tatsächlich mündete dieser überzüchtete Milleniums-Sound von Renegade Hardware in so gruseligen Sachen wie Pendulum.”

    Wollte noch hinzufügen,dass es auch in guten Dingen gemündet ist: Noisia ,Alix Perez,Rockwell,Icicle,Phace,Misanthrop…

    Man merkt schon dass drum and Bass nich so hip in Berlin ist;) macht mal wieder eure Hausaufgaben…