Im Krems geht der Blick nach oben

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Krems, Mautern, Theiss
11. – 13.10.

Ab heute strebt das Kontraste-Festival im österreichischen Krems und Umgebung gen Himmel, den Blick gerade nach oben. Der Festival-Titel spielt auf die spirituelle Eroberung der Nacht durch Johannes vom Kreuz an. Passend ist der Ort der Premiere des Vertical Cinema in der Minoritenkirche in Krems gewählt, in der zehn Filme von Avantgarde-FilmemacherInnen, MusikerInnen und bildenden KünstlerInnen in einem neuen Format – hochkant – projizieren werden. Die Filme sollen zeigen, “was Kino sein kann, wenn Konventionen wie die horizontale Orientierung über Bord geworfen werden” – der Himmel als Projektionsfläche, die Projektionsfläche als blendender Himmel.

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Foto: Florian Schulte

Das Streben zur verbergenden Intensität des Lichts wird auch in der Veranstaltungsreihe Spire zelebriert, in der die Kirchenorgel mit elektronischer Musik in Verbindung gebracht wird. Mit einem Mix aus neuen und alten, komponierten und improvisierten Stücken erneuert Spire in der Pfarrkirche St. Stephan in Mautern die Traditionsgeschichte der Orgel: mit Live-Performances von Christian Fennez, Mike Harding und Philip Jeck, sowie Installationen von Franz Pomassl und Finnbogi Petursson. Es geht weiter mit – unter anderem – Morton Subotnick, Thomas Ankersmit und Phill Niblock, die etwa mit analogen Synthesizern Klangexperimente vollziehen. Catherine Christer Hennig & The Chora(s)san Time-Court Mirage wollen mit subtilen mikrotonalen Drones ein transzendentales Hörerlebnis bieten – “Pforten in eine andere Zeit- und Raumdimension, hinauf zu den Sternen, aus denen wir gemacht sind.” Das Kontraste-Festival muss nicht tiefer pokern.

Das detaillierte Programm findet ihr auf der Festival-Seite.