Unsere Platte des Tages

Ich bin mir fast sicher, dass Steve Gurley in dieser Kolumne schon mal aufgetaucht ist. Seit den seligen Rave-Zeiten der frühen 90er zog er über Jahre hinweg ziemlich einflussreich seine Kreise und werkelte fleißig an immer neuen Genre-Mutationen. Steve Gurley ist einer der britischen Produzenten, deren Diskographie das “Hardcore Continuum” widerspiegeln. Hardcore, Jungle, Drum and Bass, UK Garage, 2 Step, an allem war er maßgeblich beteiligt, wobei vor allem seine Garage und 2 Step-Variationen im Zuge der Euphorie um Bass Music, Dubstep und Future Garage jetzt als Blaupausen voller noch nicht ausformulierter musikalischer Wege wiederentdeckt werden. Sein Remix “Feel The Rhythm”, einem 1991er Rave-Track von Nu Klass A, steht exemplarisch für so viele Tracks von ihm. Was New Yorker House-Giganten wie Strictly Ryhthm an Formensprache vorgegeben hatten – die skippenden Beats, der ausgiebige gebrauch von Vocals und kurzen Vocal-Loops und die in den frühenNeunzigern fast schon obligatorischen Orgel-Sounds -, entschlackten 2 Step-Produzenten wie Gurley, in dem sie straighte Kick zu Gunsten von noch mehr Swing verbannten und den frei gewordenen Platz mit unendlich tiefen Basslinetropfen ausfüllten. Es gibt aus der Zeit ja eine Menge wirklich käsiger und über die Maßen frivoler Entgleisungen, aber Tracks wie der Remix von “The Rhythm” strahlen auch über zehn Jahre nach ihrer Erstveröffentlichung noch die selbe unverbrauchte Euphorie und Leichtigkeit aus, für die Leute wie Ramadanman, Pangaea, Untold et al zur Zeit so gefeiert werden.

Nu Klass A – The Rhythm (Steve Gurley Remix) (Public Demand, 1998)

2 Responses

  1. NFM

    Also wenn Großmeister Gurley hier schon mal erwähnt worden sein sollte,
    dann doch wohl hoffentlich als “Rogue Unit” mit “Dance of the Sarooes”?
    Wenn nicht, dann könnte man ja mal…
    besser, sollte man mal!!

  2. De:Bug Musik » Welcome back: Steve Gurley!

    […] Steve Gurley ist zurück. Die Londoner 2-Step- und UK-Garage-Legende (und ebenso legendärer Drum-and-Bass-Großmeister natürlich auch) sitzt nach langer Funkstille scheinbar wieder im Studio und bastelt an neuen Tracks. Die erste Maxi seit einer gefühlten Ewigkeit, die seinen Namen tragen wird, ist eine Kollaboration mit Zed Bias (siehe Bild), mit dem er schon zu besten 2-Step-Zeiten Anfang der Nuller Jahre eng vebandelt war. Die beiden Tracks “Roll” und “Dept Repaid” erscheinen im Sommer auf Martin “Blackdown” Clarks Label Keyound Recordings. Wir freuen uns wie Bolle. […]