Unsere Platte des Tages

Unmöglich, Osborne aus dem Kopf zu bekommen. Schlimmer noch: ihn zu vergessen. Die Ruling EP aus dem Schrank zu holen, war immer nur eine Frage des Zeit. Vor allem natürlich wegen “16th Stage”, dieser durch und durch sanften Hommage an das E-Piano, die Sonne und das Lachen. Gut zweieinhalb Jahre ist es her, seit Todd Osborn mit dieser EP um die Ecke kam und damit sein Album ankündigte, das kurze Zeit später keinen Stein auf dem anderen beließ und das als das Normalste von der Welt erscheinen ließ. Wenn wir ehrlich sind, erschien der Dancefloor seitdem nie wieder so logisch, so fluffig weich, so mitreißend und offen. Alle vier Tracks haben ihre ganz eigene Dringlichkeit, nehmen sich dabei aber immer so weit zurück, dass danach alles möglich scheint. Der Ball ist zurück bei uns. Natürlich haben wir längst noch nicht den Titeltrack verdaut, der mit seiner viel zu lauten 909-Snaredrum eigentlich nur einen käsigen Ballon über der falschen Seite von Ibiza steigen lässt und doch alles richtig macht.
Wenn auch nur ein mal im Monat so eine EP im Laden stehen würde, wäre vieles besser in unserer Welt.

Osborne – Ruling EP (Spectral, 2008)