Willst du ein E kaufen hoffnungsloser DJ?

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Wir hören schon seit einer Weile, dass Produzenten aus unserem Umfeld von einer Firma angesprochen werden, die ihre rumliegenden nicht veröffentlichten Tracks unter anderem Namen an DJs verkaufen wollen, die es selber nicht bringen.

Es ist auch nichts Neues, dass selbst bekannte Leute Tracks anderer unsichtbarer Produzenten unter ihrem Namen verkaufen. Man kann ja schon froh sein heutzutage, wenn manche nicht Tracks nicht einfach aus Beatport direkt weiterverkaufen, in der Hoffnung, dass merkt schon keiner.

Den klassischen Vorwurf haben wir aber auch schon oft genug gehört: der macht seine Tracks doch gar nicht selber. In anderen Genres ist das allemal üblich. In unserer Welt irgendwie auch, wird aber unter der Hand verhandelt und wie eine Geheimsache.

Die Art wie Producerfactory auf den Plan tritt ist aber dennoch für viele ein Affront, vor allem für diejenigen die ihre Tracks wirklich selber machen. Ein paar Slides verdeutlichen das klar. Der Produzent wird im Nirvana gehalten, der DJ (am Schreibtisch) kauft über das Webinterface einen Track oder lässt sich (vermutlich um einiges teurer) einen direkt auf sich zuschneiden und auf Beatport lungern die dann unter dem Namen des DJs rum, im Hintergrund wandern die Royalties aber doch an den Producer.

Mit ein wenig Sarkasmus könnte man das auch als ein weiteres neues Geschäftsmodell sehen, dass eigentlich überfällig war. Web 2.0 trifft die DJ-Szene, die ohne Releases einfach keinen Schritt weiter kommen kann, aber selber keine Tracks machen kann, oder nicht mal jemanden kennt der das für sie tun würde. Und um die 700 Pfund muss man mit einem Track auch erst Mal verdienen.

Soweit so gut, alles eigentlich kein Drama, wenn es nicht die unausgesprochene, oft genug gebrochene Regel gäbe, ehrlich und offen zu sein, selbst an den Maschinen und der Software zu stehen. Und die scheint auch zu halten, denn sieht man sich Menge an Tracks an, die dort verkauft werden, sind es wirklich nur eine Hand voll. Warum das gut ist? Mehr Fake können wir in unserer Club-Szene zur Zeit wirklich nicht gebrauchen und für mehr Retorten-Karrieren fehlt einfach noch der Pop-Humor.

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