Am 05. November kommt das Konzept aus den USA endlich auch nach Deutschland

Trotz ständig vermeintlicher Revivals, haben Schallplatten nach wie vor einen schweren Stand in der Musikbranche. Die Digitalisierung ließ das einst schwarze Gold selbst für viele DJs zu sperrigem Gepäck werden und die stationären Plattenläden mussten sich gegen die große Konkurrenz von Online-Stores behaupten, was leider sehr viele unter ihnen in die Knie zwang und das auf ihnen basierende Netzwerk vollständig ins www verlagerte. Dennoch ist das liebevolle Model glücklicherweise nicht vollständig tot zu kriegen. Gerade in Berlin gibt es immer noch eines der vielseitigsten Angebote verschiedenster Record Stores weltweit, in denen sich Menschen treffen um über die neuesten Releases, Promos oder Raritäten zu sprechen und zu fachsimpeln und damit nach wie vor als wichtige Angelpunkte der Szenen elektronischer Musik fungieren.

Um diesen traditionellen Orten und Angelpunkten wieder neues Leben einzuhauchen, wurde 2007 der Record Store Day in den USA gegründet, der nun endlich erstmalig auch in Berlin stattfindet und mit den BerMuDa im Rücken wohl kein besseres Timing hätte haben können. Die Plattenläden haben hier die Möglichkeit mit ihren Lieblingslabels zusammenzuarbeiten und ganz spezielle one-off Releases anzubieten, die nur an diesem einen Tag und nur in diesem einen speziellen Store erhältlich sein werden. Auf diese Weise soll das schöne, bei vielen in Vergessenheit geratene Gefühl des Plattendiggens wiederbelebt werden und denen, die sich ohnehin viermal die Woche mit ihrem Platten-Dealer des Vertrauens treffen, die Chance geben, etwas ganz besonderes abzustauben.

Es nehmen eine Vielzahl an Record Stores aus ganz Berlin und nationalen wie internationalen Labels daran Teil, die eine nerdige Hetzjagd nach den Raritäten durch die Hauptstadt versprechen. Die limitierten- und one-off Releases werden nach und nach auf der Internetseite des Record Store Day Berlin bekannt gegeben, damit jeder die gleichen Chancen hat.

Also Releases aussuchen, Stadtplan und Plattenläden einprägen und am Samstag ordentlich losdiggen. Das wäre doch auch mal eine interessante Afterhour Idee! Mitmachen ist aus unserer Sicht auf jeden Fall obligatorisch.

Folgende Plattenläden nehmen Teil:

HHV, OYE Records, Melting Point, Mitte Musik, Leila M, Hard Wax, The Record Store, VoPo Records, Franz & Josef, Space Hall, 33RPM

Alle Infos, Labels und Releases gibt es hier und hier.

6 Responses

  1. simone

    neu? gabs doch auch schon vorher in deutschland, selbst in läden gewesen, die daran teilgenommen haben. müsste wohl besser heissen: record store day erreicht berlin

    und das HHV daran teilnimmt birgt eine gewisse ironie, sind doch gerade versände wie HHV ein totengräber der plattenladenkultur