Unsere Platte des Tages

Eine Reunion ist für viele Dinge gut, davon abgesehen aber, dass wir uns einfach darauf freuen, Seefeel wieder unter den Lebenden begrüßen zu können, nutzen wir die Gelegenheit, um an die Starethrough EP zu erinnern. 1994 erschienen die vier Tracks auf Warp. Schon der Titeltrack und Opener zieht uns tief hinein in die Unterwasserwelt von Mark Clifford, der hier auch seine Liebe für Dub und Basslines so frei und offen wie sonst nie wieder ausleben kann. Und immer wieder Irritation. Warum sich Seefeel diesen hohl tönenden Ölfässern als Snaredrum verschrieben haben, wird vielleicht immer das Geheinmis von Clifford bleiben, darunter jedoch pulsiert professionell kaschiert aber mit den 808-Toms der Techno. Bei “Air-Eyes” kehrt dann Ruhe ein im Ambient des Restgeräuschs, einzig eine komplexe Percussion-Figur sorgt für Bewegung. “Spangle” dann ist der Track, der diese EP so einzigartig macht, die rhythmisch verzogenen Gitarren sind der Taktgeber für eine nicht enden wollendes Taumeln und die durch den Sequenzer gezogenen Flöten sorgen für den Clash, den man in dieser Zeit meistens vergeblich suchte. Spangle ist das Stück, dass die Boards Of Canada nie zustande bekommen haben, vermittelt trotz zugeregelter Organisation eine unerreichte Weitsicht auf die englischen Hügel, die die Messlatte auch 2010 noch zu hoch erscheinen lässt. “Lux1” schließlich ist die Liebeserklärung an die nautische Schönheit.

Seefeel – Starethrough EP (Warp, 1994)