Unsere Platte des Tages

Wenn man Carl Craig etwas vorwerfen kann, dann seine Remix-Leidenschaft. Oder die Edits. Finde ich. Auch auf Planet E, seinem eigenen Label, hat man immer wieder das Gefühl, dass er keine Tracks andere Künstler an seinem Ego vorbei wirklich guten Gewissens releasen kann. Ein C2-Edit muss mit drauf. Dazu kommen die Brot-und-Butter-Aufträge der Labels, die Angst haben, ohne den Namen Craig noch weniger Kopien zu verkaufen.
Genug geflucht, für Theo Parrishs “Falling Up” (ursprünglich erschienen auf Third Ears erster “Detroit Beatdown”-Compilation) legte Craig 2005 ein Meisterwerk hin. Dabei ist eigentlich alles wie immer. Bei Craig wartet man kontinuierlich darauf, dass es endlich los geht. Passiert äußerst selten, und wenn, dann oft erst im Fade. Es sind Momentaufnahmen einer Lauerstellung, in der man auf dem Dancefloor gut und gerne ein paar Stunden pro Nacht zubringen kann, wenn alles um einen rum noch im Aufbau ist: der Kopf klar, die Ohren scharf.
Der Mix ist Craig durch und durch. Wenn er mixt, dann bitte auch auf seine Art und Weise, dafür kauft man ihn ja schließlich ein. Da können die Junior Boys ein Emphase-Lied von singen. Wenn Parrish dann aber, gen Ende, wie könnte es anders sein, die Craig’schen Grooves durchbricht, passiert etwas Magisches. Brillant, immer noch.

Theo Parrish – Falling Up (Carl Craig Remix) (Third Ear, 2005)

2 Responses

  1. KID

    Ich kann mich auch nicht satt hören an dem Ding.

  2. Alex

    fand den technasia remix auch jut