Software-Synthesizer mit Kore-Integration

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Zusammen mit Battery und FM7/8 hat auch der Software-Synthesizer Absynth vor kurzem ein umfangreiches Update erhalten. Neben der Integration in Kore und der IntelMac-Version sind aber auch noch einige neue Features hinzugekommen.

von Nerk aka Benjamin Weiss aus De:Bug 106

Das konnte man natürlich erwarten, dass jetzt auch Absynth in den vollen Genuss der Kore-Integration kommen wird. Gesagt, getan: Alle 1200 Presets wurden für Kore konfiguriert und Absynth besitzt jetzt neben der normalen Presetverwaltung auch einen Attribut-basierten Browser. Ebenfalls dazu gekommen ist die Integration von Macros (mit denen man mehrere Parameter gleichzeitig ändern kann), die allerdings glücklicherweise nicht auf die Kore-üblichen acht Macros beschränkt ist, sondern deren ganze 16 bietet.

Neue Klangerzeugungsfeatures
Eines der interessantesten neuen Features ist Wave Morphing, mit dem sich zwei Wellenformen zu einer neuen kombinieren lassen. Dabei lassen sich die beiden Wellenformen nicht nur einfach mischen, sondern mit Hilfe von so genannten Anchorpoints lässt sich auch die jeweilige Krümmung anpassen und ziemlich umfangreich und präzise der gesamte Morphvorgang steuern. Weiterhin gibt es noch eine neue Soundquelle im Oszillator-Modul namens Sync Granular Mode, die das Verhalten von Instrumenten imitiert, die gerade angeblasen oder angestrichen werden. Interessant und ziemlich ergiebig ist auch der Step Mode in Hüllkurven. Ähnlich wie bei einem Sequenzer kann man hier die Breakpoints von Hüllkurven im Rhythmusraster setzen. Schließlich gibt es noch die neue Master-ADSR-Hüllkurve, die gewissermaßen ein Macro für alle genutzten Hüllkurven ist. Mit ihr lassen sich alle Hüllkurven gleichzeitig steuern. Das klingt zunächst banal. Je nachdem, was die Hüllkurven steuert, kann es aber ziemlich extreme Auswirkungen auf den Sound haben. Nützlich vor allem, wenn man die Macros auch noch nutzt und das ansonsten gerne statische Arbeiten mit Softsynths zum Kurbelvergnügen wird.

Absynth als Effekt
Schon in der vorigen Version war Absynth als Effekt nutzbar, die entsprechenden Features sind aber noch mal erweitert worden. In der neuen Version lassen sich die Pegel von Audiosignalen (wahlweise externe oder auch welche der internen Oszillatoren) nun auch als Modulationsquelle nutzen.

Performance, Bedienung & Sound
Die Performance entspricht, trotz der neuen Features, weitgehend der der Version 3, ist also anspruchsvoll, aber für aktuellere Rechner kein Problem. Mehr Power benötigen aber einige der neuen Patches, die die neuen Möglichkeiten voll nutzen. Der Sound ist noch mal deutlich erweitert worden und nach wie vor ebenso durchsetzungsfähig wie charakteristisch. Die Parametermenge ist ein wenig umfangreicher geworden, durch geschickte Verbesserungen des Benutzerinterfaces konnte aber die Bedienung doch deutlich verbessert werden. Mit den Macros und der Master-ADSR-Hüllkurve ist Absynth jetzt auch Live-tauglicher geworden.

Kleinere Bugs sind zurzeit (Version 4.0) noch vorhanden: So hat es im NI-Forum Berichte von Usern gegeben, deren Rechner bei Benutzung von Absynth 4 als PlugIn sowohl unter Cubase 3/4 als auch unter Logic 7.2.3 eingefroren sind. Diesen Bug hab ich aber auf meinem G5 mit eben diesen Hosts nicht reproduzieren können. Dagegen ist mit Digital Performer 5.1 keine Automation möglich und RTAS leider nur in Stereo. Angesichts der Tatsache, dass diese Bugs in der 4.0er auftauchen, kann man aber getrost davon ausgehen, dass sie in einem Wartungsupdate demnächst gelöst werden. Sieht man also von den Bugs ab, so ist Absynth 4 ein lohnendes Update für alle Absynth-User, aber auch eine Empfehlung für alle, die gerne selber Sounds basteln und bisher noch nicht mit Absynth gearbeitet haben.

nerk ••••
Info: http://www.nativeinstruments.de
Preis: 299,- Euro, Update von Absynth 3: 99,- Euro