Vor ein paar Jahren kam die kleine französische Firma Eowave mit einer Filtertretmiene namens Filterbug heraus, kurz danach erschien der Ring O Bug, ein Ringmodulator. Inzwischen sind die beiden als Stereoversion da und haben Zuwachs von Space Bug (ein Analog Delay) und Sci Fi Bug (Filter mit Sequenzer) erhalten, die auch beide in Stereo ausgeführt sind.
von Benjamin Weiss aka Nerk

Alle Bugs haben praktischerweise einen Bypass und können mit einem Y-Kabel auch über CV extern gesteuert werden, wobei der linke Eingang dann für diesen Zweck entfällt.

Filterbug Stereo
Der Filterbug kommt mit einem 24 dB Tiefpassfilter, einem LFO und einem Envelope Follower. Drehregler gibt’s für Resonance und Cutoff, Speed und Depth für den LFO und Envelope für die Intensität des Envelope Followers.
Er erfüllt eigentlich alle Anforderungen an einen Filtzer: klingt satt und druckvoll, geht bis zur Selbstoszillation und verzerrt auch sehr schön, wenn man den Gainregler raufdreht. LFO und Envelope Follower sind eine nette Dreingabe für rhythmische Modulationen.

Ring O´Bug Stereo
Der Ring o`Bug Stereo ist ein einfacher Ringmodulator mit einem LFO. An Drehreglern gibt’s hier Speed und Depth für den LFO sowie Frequency für die Frequenz des internen Oszillators und Depth für den Ringmodulator und einen Gainregler. Obwohl ich kein großer Fan von Ringmodulatoren bin, hat mir der Ring O`Bug soundtechnisch gut gefallen, da er sehr angenehm klingt, aber vor allem im Zusammenspiel mit dem LFO trotzdem massiv ins Klanggeschehen eingreifen kann.

Spacebug Stereo
Das teuerste Modell ist der Spacebug Stereo, ein Analogdelay mit intergriertem LFO.
Neben den Drehreglern für Geschwindigkeit und Modulationstiefe des LFOs gibt’s einen für die Größe des Delays, einen für die Geschwindigkeit sowie einen für den Mixanteil und den sogenannten Regen-Regler fürs Feedback.
Der Spacebug ist durchaus für klassische Anwendungen wie Dub – Delays geeignet, richtig abgefahren wird’s aber, sobald man den LFO oder externen CV für die Modulation benutzt: jetzt knuspelt, quietscht und pfeift der Spacebug und tut alles andere als das, was man erwartet. Das soll aber in diesem Fall keine Kritik sein, denn das was dabei rauskommt ist durchaus ziemlich einzigartig.

Sci-Fi Bug
Der Sci-Fi Bug ist ein 12 dB Filtermodul mit einem internen 8 – Step Sequenzer, bei dem für jeden Step über einen Drehregler ein anderer Cutoffwert bestimmt werden kann. Die Geschwindigkeit lässt sich, leider relativ grob, über den Speed regeln, die Resonanz gilt global für alle Steps. Exaktes Synchronisieren ist eher nicht die Stärke des Sci – Fi Bug, wenn man den Input mit dem Gain aber entsprechend heftig überfährt kommt man dann doch zu so etwas wie gleicher Geschwindigkeit wie das Eingangssignal. Trotzdem macht der Sci – Fi Bug viel Spass, besonders das extreme Zerhäckseln von Loops aller Art und das Transformieren statischer Flächen in eigentümlich plockernde und fiepsende Klanggebilde funktioniert gut.

Bedienung & Sound
Insgesamt machen die Bugs alle einen robusten Eindruck und sind gut verarbeitet. Die Bedienung ist, schon wegen der wenigen Parameter, denkbar einfach und selbsterklärend, denn schließlich hört man das Ergebnis sofort. Dass es mitunter in Extremstellungen anfängt ein wenig zu knacksen oder auch mal unerwartet reagiert wird, ist eher Feature als, hehe, Bug. Die Parametrisierung hätte vielleicht bei manchen Drehreglern (z. B. der Geschwindigkeit beim Sci Fi Bug) ein bischen gleichmässiger sein können, so muss man sich halt dran gewöhnen. Der Sound ist sehr fett und durchsetzungsfähig. Die Bugs sind prima Tools zum Jammen und Krachmachen.

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Info: http://www.eowave.com
Vertrieb: SchneidersBuero
Preis: je 229,- Euro