ProTools SE für Alleinunterhalter - Avid streicht die LE- und M-Powered-Versionen der DAW.

Wir erinnern uns gerne an die Zeit von OS 9. Nicht nur aus nostalgischen Gründen, Musiker hatten damals die Möglichkeit, ProTools ohne das obligatorische Audio-Interface von Digidesign zu verwenden. Dazu war diese kleine ProTools-Version umsonst, auf ein paar Spuren limitiert, reichte das für den Einsatz unterwegs komplett aus. Mit OS X war damit Schluss. Ohne M-Box ging fortan gar nichts mehr. Bis letzte Woche war das so. Jetzt kommt ProTools 9. Avid streicht das Portfolio zusammen, will mehr Klarheit und Einfachheit. Endlich! Ersatzlos gestrichen werden die LE- und die M-Powered-Versionen, zukünftig gibt es nur noch ProTools und eine HD-Version. Betreiben kann man die Software – und das ist der Knaller – jetzt endlich auch wieder ohne Audio-Interface aus dem Hause Avid. Einzig der iLok-Kopierschutz muss im Rechner stecken. Die existierende Hardware ist natürlich mit der neuen Version kompatibel, draußen bleibt einzig die M-Box der ersten Generation.

Das Update auf ProTools 9 von einer aktuellen LE-Version kostet 249 Euro, M-Powered-Nutzer müssen 350 Euro auf den Tisch legen. Diese Preise erhöhen sich, wenn man diverse Instrumenten- und Sample-Packs dazubucht. Die Vollversion schlägt mit knapp über 600 Euro zu Buche.

Loslassen kann Avid von der Hardware-Kopplung allerdings dann doch nicht ganz. Ebenfalls neu ist das Avid Recording Studio. Für 120 Euro kann man hier in die ProTools-Welt einsteigen, Audio-Interface inklusive. Für die potenziellen neuen User hat sich Avid ProTools SE ausgedacht, also doch wieder Verwirrung. Aber immerhin teilt sich jetzt in der ProTools-Welt alles klar in zwei Teile: billig und teuer. Teuer beschert einem mehr Features und Freiheit, billig dafür Limitierungen in der Software und die Kopplung an ein dünn klingendes Interface. Auch die Software (aktuell Version 8.0.3) ist buggy wie die Hölle. Warum verstehen wir nicht so ganz genau, wir haben das Testmuster aber gleich wieder eingemottet.

9 Responses

  1. Peter

    Hab mich nie mit Protools befasst, wegen dieser fragwürdigen Hardware-Limitierung. Jetzt, wo die weg fällt, gleich eine Frage:

    Lohnt sich denn der Umstieg von Cubase 5 auf Protools?

    Klar, Workflow ist bestimmt anders. Aber gibt es irgendwelche Killerfeatures, die einen Umstieg rechtfertigen?

    Gruß,
    Peter

  2. Thaddeus Herrmann

    Auf diese Frage hab ich keine Antwort. Das ist so wie “Ich hab nen Mercedes, lohnt sich dert Umstieg auf einen BMW?”
    Ausprobieren!
    :):):)

  3. überflüssig

    avid mit seinen plumpen versuchen leute zu verarschen.
    haben die herren bei avid mal wieder feststellen müssen, dass nicht jeder trottel auf ihren pro tools fake hype aufspringt und sich dumm und dusselig bezahlt für interfaces oder jedes kleine extra feature, geschweige denn von den mittelmäßigen plugins.

    @peter: nein

  4. Rolto

    Habe eine Firma mit 8 Workstations gehabt. Avids, Symphony, Adrenalines.
    10 Jahre haben mich diese Blödmänner verarscht. Kaum hatte ich mal wieder 30000€ in Hardware und damit gekoppelte Soft gesetzt, schon kam der nächste Preisnachlass der neuen Software. Und die Konkurrenz durfte dann im Preisdumping meine Amortisation zum Absturz bringen. Aber die kostenpflichtigen Updates, durfte ich halbjährlich trotzdem zahlen.
    Nach zehn Jahren habe ich meine Firma nun dicht gemacht. Defizitär. Dank Avid.
    Ein Haufen Avid-Technik-Schrott blieb übrig.
    Transporter geholt. Alles reingeworfen.
    Schrottdeponie. In den Container geworfen. Aber vorher habe ich in jeden Adrenaline/Digidesign-Interface/Avid DNA noch einmal ordentlich reingetreten. Damit es auch ordentlich kaputt ist. So habe ich mir nicht vorzuwerfen, noch die nächste Generation von Usern mit dem Schrott angefixt zu haben.
    Nachtrag: Als Ausbilder darf ich jungen Mediengestaltern nun zeigen, welche Soft man nicht gebrauchen sollte. Die erheiterndste Vorführung ist das Firewire-Voodoo mit einem Avid Mediacomposer. HAHAHAHA. Da gibt es immer Tränen. Und dann die Final Cut Demo hinterher. Damit die Neuen wissen wo es lang geht.

  5. CykOne

    Kinder, warum schimpft ihr denn immer so auf Avid (Digidesign)?.
    Die Preispolitik ist echt nicht so cool, aber wenn ihr auch immer den neusten Mist kaufen müsst.

    Ich arbeite noch Wunderbar mit Pro Tools7.4 , werd wahrscheinlich jetzt auf 9 umsteigen.
    Übrigens habe ich noch kein Programm gefunden, in welchem man schneller editieren und angenehmer mischen kann (Cubase sieht da soooooo alt aus) als in Pro Tools (allein die Automation ist meiner Meinung nach unschlagbar).
    Und was bringt mir Cubase oder irgend eine andere native DAW bei ner Filmmischung mit 80 Audiospuren oder mehr? Antwort: “ABSTURZ!” Selbst Pro Tools Native garantiert ein bestimmte Spurenanzahl + Busse und Aux Returns ohne ruckeln o. Abstürze ect. ect.)

    PS: Für Projekte mit 15 Spuren brauche ich auch kein PT 🙂
    Also lasst die Finger davon wenn ihr nicht ernsthaft damit arbeitet und die Möglichkeiten von ProTools ausschöpft, aber bitte meckert nicht immer rum, ich kann es nicht mehr hören!
    Dieses unsägliche Leid in euren comments.

    Euer euch liebender Pro Tools UND Logic benutzender Freund.

  6. bazinga

    ja pt 9 auch ohne hardware..aber finde daurnd wiederpüchliches zu den hd versionen pt 9 hd /10 hd, gehen die auch ohne hardware? mit rme karten?