Wer komprimiert, verliert. Das war bis jetzt die Weisheit für jeden, der Daten zu handlichen Paketen eindampfen wollte. Das Format FLAC schafft Abhilfe.
von Moritz Sauer

Mit noch dickeren Datenautobahnen zieht auch die nächste Qualitätsstufe für Music-Sharing in die digitalen Börsen ein. Außerdem killen Netlabels mit dem offenen FLAC-Format die letzten Einwände von Hardware-Labels. Denn mit FLAC ist einwandfreier verlustloser Sound garantiert, den Vinyl und CD im Klang nicht mehr toppen können. Obendrein eignet sich das Format zum Austausch über das Web für Mastering & Co. Selbst Online-Shops wie Bleep.com verkaufen mittlerweile ihre Sounds auch als FLAC – siehe Autechre.
FLAC steht für “Free Lossless Audio Codec” und ist ein verlustfrei komprimierendes Audioformat. Wie Ogg Vorbis ist auch FLAC quelloffen, frei und plattformunabhängig. Logisch, dass Musikliebhaber schon seit längerem Ihre Sounds mit FLAC kodieren und auch Hardware-Entwickler entdecken immer mehr das freie Format. Dabei kann man FLAC mit Kompressionsalgorithmen wie ZIP oder RAR vergleichen, denn bei der Kompression der Sounds gehen keinerlei Daten verloren. Auch braucht der Anwender selbst beim Enkodieren trotz verschiedenster Einstellungen nie Sorge haben, dass eventuell Daten verloren gehen. Denn FLAC dekomprimiert das Original stets bitgenau und stellt die originale Sound-Datei einfach wieder her.

FLAC kann was
Weitere schnieke Fähigkeiten des Open-Source-Formats sind Gapless Playback und ReplayGain. Wer Mix-CDs trackweise als MP3s auf seine Festplatte stapelt, kennt das Problem mit den kleinen nervigen Zwangspausen, die aufgrund des Kompressionsverfahrens erzeugt werden. FLAC verbiegt da gar nix. ReplayGain ist da “etwas” komplizierter. Das Verfahren analysiert anhand von psychoakustischen Algorithmen das Material und speichert die Informationen in Meta-Daten ab. Player, die ReplayGain unterstützen, gleichen dann unterschiedliche Musikstücke einer Compilation anhand der Meta-Daten ab und wir haben das Gefühl, dass alle Tracks gleich laut klingen – flexible Lautstärkeanpassung also. Zum Schluss sei noch erwähnt, dass FLAC nebenbei auch noch ein sehr flexibles Tagging-System unterstützt, das uns im Sound-Dschungel hilft, den Überblick zu bewahren. Künstler und Sammler können damit ihre Sounds mit ausreichend Lizenzen und Informationen versorgen.

Zum Schluss noch ein paar Daten …
… aus einem Experiment. Enkodiert wurde der Mix “The Brazilian Job” von DJ Marky. Hierbei waren die WAVs insgesamt 694 MB schwer. Die MP3s nahmen als 192kbps-Versionen 94,4 MB ein, und in der superben 320kbps-Qualität 157 MB. FLAC dampfte das Paket in den Standardeinstellungen um beachtliche 190 MB auf 504 MB ein – verlustlos, wohlgemerkt.

Flac