Der Loop- und Samplehäcksler in neuer Version

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von Ludwig Coenen aus De:Bug 118

Nachdem die Update-Welle alle gängigen Audio-Hosts durch hat und es in letzter Zeit in Sachen virtuelle Drum-Machines eher Neues von der Emu-Front in Sachen Roland-Kisten gab, ist nun auch Guru an der Reihe. Der innovative Loophäcksler und Sampleverdreher hat mit dem Update auf die Version 1.5 zwar keinen komplett neuen Anstrich, dafür aber eine erstaunliche Anzahl an praktischen Detailverbesserungen spendiert bekommen.

Pads, Engines und Scenes
Wer Guru schon kennt, muss sich nicht großartig umgewöhnen, denn bei den Grundfunktionen ist alles beim Alten: Guru frisst Loops und zerlegt sie in 16 Einzelsounds, so genannte Pads. Natürlich kann man die Pads auch per Hand mit einzelnen Drumsamples bestücken. Mit dem Update wurde die Beaterkennung weiter verfeinert, zusätzlich kann sie jetzt noch über einen “Sensitivity“-Parameter gesteuert werden. 16 Pads bilden eine Engine, insgesamt gibt es acht Engines, die wiederum im internen Mixer gemischt oder auf die Einzel-Outs geroutet werden können. Jede Engine verfügt über 24 Pattern, wobei sich Kombinationen aus Patterns und Engines als “Scenes“ komfortabel auf eine Art Midi-Klaviatur legen lassen. Dazu verfügt jede Engine über drei eigene Send-Effekt-Wege sowie einen grafischen Editor, mit dem sich Parameter wie Repeat, Pitch, Shift, aber auch der Cutoff des eingebauten Filters oder die Hüllkurven jedes Sounds pro Step automatisieren lassen. Neu ist an dieser Stelle, dass sich Samples layern (je nach Anschlagstärke, oder bei jedem Pattern-Durchlauf oder zufällig wird ein anderer Layer abgespielt) auf Knopfdruck umkehren oder per Pre-Delay verzögern lassen.

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Zufallsfunktion
Man könnte meinen, dass einen dieser Funktionsumfang förmlich erschlägt – zum Glück hat ihn FX Pansion aber in ein derart slickes und weitgehend intuitives Interface gegossen, dass das fröhliche Beatschrauben auch ohne exzessives Handbuchstudium leicht von der Hand geht. Und hier machen sich die Früchte des Updates bemerkbar: Eine Random-Funktion hilft den Ideen beim Klötzchen setzen auf die Sprünge, praktischerweise ist sie als mittenzentrierter Schieberegler eingebaut, so dass man wunderbar steuern kann, wie stark Herr Random in die Pattern eingreifen soll. Die Werte des grafischen Stepeditors lassen sich auf diese Weise ebenfalls ordentlich durchmischen.

Audiorekorder
Wem es zu unflexibel ist, die Guru-Patterns per Midi-Noten zu wechseln, um sie so in das übrige Arrangement im Audio-Host zu integrieren, der wird sich über den neuen Audiorecorder in Guru freuen: Dieser erlaubt bequem, einzelne Sounds, Patterns oder ganze Engines als Audiofile aufzunehmen – per Drag and Drop können diese dann in den Audiohost verfrachtet werden oder für eine weitere Bearbeitungsrunde einfach auf den nächsten freien Slot in Guru gelegt werden. Einfacher geht’s nicht.

Fazit
Mal abgesehen von zahlreichen weiteren Detailverbesserungen, einer insgesamt besseren Performance und dem nach wie vor knackigen und durchsetzungsfähigen Klang, besticht Guru schlichtweg durch seinen fast spielerischen Workflow. Hier hat das Update noch mal einige Stolpersteinchen aus dem Weg geräumt, was hinter Gurus Status als innovatives Schweizermesser-Tool beim samplebasierten Beatbasteln ein dickes fettes Ausrufezeichen setzt.

FXpansion

Preis: 249,- Euro, für bestehende Guru-Nutzer ist das Update kostenlos

Systemvoraussetzungen:
GURU v1.5 läuft unter allen aktuellen Audio-Host Versionen, inkl. Pro Tools 7.x, Digital Performer 5.x.
unter: Mac OS X 10.4.x oder Windows 2000, XP oder Vista.
mind. 500 MB RAM, 300MB freier Festplattenspeicher (6GB für die ganze Library)

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