Controllerkeyboard versöhnt Oldschool und Newschool mit Midi und CV/Gate

MIDI-Controller Keyboards sind für die meisten nicht gerade ein sonderlich spannendes Thema, aber man braucht sie immer wieder im Studio, fasst sie oft an und ärgert sich dann gern über die haptischen Unzulänglichkeiten. Wackelige Potis, schwammige Pads und ungenaue, zu weiche Plastiktastaturen sind leider meist die Regel, gern auch in Kombination mit unübersichtlichen Menüstrukturen und mühseliger Bedienung. Akai hat mit dem MAX49 auf der NAMM eine Variante ihres schon recht soliden MPK49 vorgestellt, der noch dazu via CV/Gate analoges Equipment steuern kann und einen Stepsequenzer mitbringt.

von Benjamin Weiss aus De:Bug 162

Der MAX49 kommt im flashigen roten Metallic-Gehäuse mit einer sehr straffen, aber angenehm spielbaren Tastatur, zwölf hintergrundbeleuchteten Pads, DAW-Transportfeld, vierzeiligem LCD-Display und statt Drehreglern oder Fadern acht mit LCDs hinterlegten Touchstrips, wie sie ähnlich auch im DSI Tempest zu finden sind. Diese Strips lassen sich wie Fader kontinuierlich hoch- und runterschieben, können aber mit zwei Fingern auch Wertesprünge senden. Anschlussseitig gibt es USB, MIDI In und Out, Klinkenanschlüsse für ein Expressionpedal und zwei Footswitches, außerdem sind als Spezialität und Alleinstellungsmerkmal ein CV- (1V pro Oktave) und ein Gate-Ausgang dabei, für die es auch ein externes Netzteil braucht.
Der MAX49 lässt sich als Remote für die üblichen DAWs nutzen, für die die entsprechenden Zuweisungen gleich mitgeliefert werden, außerdem unterstützt er das HUI- und das Mackie-Control-Protokoll. Mit dabei sind dazu noch ein Arpeggiator und die Note-Repeat-Funktion aus der MPC-Serie, die beide jeweils mit Swing genutzt werden können. Eine weitere Besonderheit ist ein eigenes (bei Bedarf extern synchronisierbares) MIDI-Clock-Signal, so dass sich der Gerätepark auch ohne Rechner zum Laufen bringen lässt.

Der Stepsequenzer
Hier wird die komplette Bedienung über die Touchstrips und die darunterliegenden Buttons abgewickelt. Die Daten werden sowohl über MIDI als auch über CV/Gate ausgegeben. Die Touchstrips dienen der Eingabe der Tonhöhe und Controller-Daten der Steps, mit den darunterliegenden Tasten lässt sich in Lauflichtmanier bestimmen, welche Steps gespielt werden sollen und welche nicht. Praktisch ist dabei die Hintergrundbeleuchtung der Touchstrips, die wie eine Pianorolle eine klare optische Rückmeldung geben, wie hoch die betreffende Note ist, bzw. wo sich der Controller-Wert gerade befindet. Eine Sequenz kann bis zu 32 Steps lang sein, über die Banktasten wird dabei in Achterblöcken navigiert. Die Funktionalität ist zwar im Vergleich zu diversen Stand-Alone-Sequenzern begrenzt (Features wie alternierende oder rückwärtslaufende Sequenzen gibt es nicht), die Touchstrips machen das mit ihrer intuitiven Spielbarkeit aber mehr als wett, denn einen Stepsequenzer, bei dem man gezielt acht Steps mit beiden Händen gleichzeitig bedienen kann, findet man nicht so leicht. Das Konzept funktioniert – nicht nur für CV & Gate – gut und ist übersichtlich gelöst, allerdings lassen sich bisher nur vier Sequenzen pro Programm abspeichern. Das ist kein Problem im Studio, für den Live-Einsatz aber etwas zu wenig.

Fokus auf der Einspielseite
Noch nicht getestet, weil in unserem Vorserienmodell noch nicht implementiert ist die neueste Version von AkaiConnect, die ähnlich wie Novations Automap ohne langwieriges Zuweisen der Parameter schnellen Zugriff auf VST- und AU-PlugIns bringen soll. Aber auch so ist der MAX49 schon gut und übersichtlich auf die eigenen Vorlieben und Bedienkonventionen anpassbar. Alles in allem ist der MAX49 ein gut verarbeitetes, angenehm bedienbares und übersichtliches Studiotool, mit dem sich nicht nur die DAW und das MIDI-Equipment schnell und komfortabel steuern lässt, sondern auch die analogen Gerätschaften Anschluss finden. Der Fokus liegt dabei auf der Einspielseite, wo der Stepsequenzer, der Arpeggiator und die Pads ihre Stärken zeigen können, aber auch Automationen lassen sich mit den Touchstrips inklusive visuellem Feedback präzise und schnell realisieren. Lohnt sich!

Preis: 399 Euro

Akai

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