Der Xone DX setzt auf Seratos ITCH

Der Feldzug gegen die Plattentasche geht weiter: Der neue DJ-Controller von Allen & Heath ist als professionelle Alternative zum Plattentragen durchaus zu empfehlen. Ohne Traktor, dafür mit Serato Itch.

von Michael Aniser aus De:Bug 142

Mit einer brandneuen Version von Seratos ITCH statt dem altgedienten Traktor beschreiten Allen & Heath neue Controller-Wege. Der Xone:DX ist ein Plug-and-Play-MIDI-Controller mit USB-Audio-Interface, der in Kooperation mit Serato entwickelt und speziell auf die beigelegte Software ITCH zugeschnitten wurde. Die kommt in der neuen Version 1.6 daher und bietet jetzt endlich auch vier Decks, womit gegenüber der Traktor-Konkurrenz wieder einiges an Fahrwasser gut gemacht werden konnte. Der Xone: DX überzeugt sofort durch seinen intuitiven Aufbau, alles scheint richtig platziert und auch mit minimalen Vorkenntnissen ist ein sehr schneller Einstieg möglich. Die Potis und der Fader sind qualitativ hervorragend verarbeitet, da ruckelt und wackelt nichts.

Universal Club Bus
Mit 168 individuellen MIDI-Steuerbefehlen und einer Soundkarte mit 20 Kanälen reichlich bestückt, kann so ziemlich alles angeschlossen werden, was das Herz begehrt. Aber auch sonst ist der Xone:DX als Standardgerät für den Club prädestiniert, die intuitive Bedienbarkeit und die solide Bauweise dürften jedenfalls Promoter und DJs gleichermaßen erfreuen. Zudem der Controller jenseits von Seratos ITCH auch individuell nachkonfiguriert werden kann, um diverse andere Software-Lösungen anzusteuern. Allen & Heath hat beispielsweise schon ein tks-File angekündigt, damit hier auch Traktor-Freunde mitspielen können. Geplant ist außerdem eine Unterstützung des Ableton/Serato-Protokolls “The Bridge“, wenn dieses denn endlich erscheinen sollte.

Auf los geht´s los
Plug and Play steht ja oft eher für Stress und obskure Zuweisungen, als für Spaß an der Freude. Nicht so hier. Beim Test mit einem MacBook war der Controller innerhalb weniger Minuten installiert, konfiguriert und konnte sofort mit Serato ITCH verwendet werden. Die beigelegte Version 1.6 von Serato ITCH wurde, wie bei Allen & Heath inzwischen üblich, speziell für den Controller entwickelt und wartet nun auch endlich mit vier Decks und 12 Effekten auf. Positiv im Vergleich zu Traktor fällt sofort die minimalistische Oberfläche ins Auge. Ein paar MP3s in die Library und schon geht’s los. Die Software ist eine wahre Freude für intuitive (sprich handbuchscheue) Benutzer. Die Deck-Simulation versteht sich im Handumdrehen, auch wenn eine gewisse Traktor-Vorbildung beim An- und Abschalten der Effekte hilft.

Lustiges Rumgemashe
Seine wahren Qualitäten zeigt der Xone:DX aber beim Mixen mit bereits vorbereiteten MP3-Snippets und -Samples. Durch das übersichtliche Hineinladen in die Decks entsteht eine zügige, intuitive Arbeitsweise, die man so von Traktor nicht kennt. Vom Handling erinnert es fast ein wenig an Ableton, nur macht es viel mehr Spaß. Auch kurzes Samplen funktioniert dank der günstig angebrachten Bedienelemente perfekt, womit dem lustigen Herumgemashe nichts mehr im Weg steht. Zweifelhaft scheinen am Anfang die eher klein gehaltenen Bedienelemente fürs Navigieren in der Library, an diese gewöhnt man sich jedoch recht schnell, da es dank der intelligenten Belegung der Knöpfe nur ein Minimum an Navigation bedarf, um den richtigen Track zu finden. Also kein nerviges Herumgefriemel an irgendwelchen Sticks oder anderen dubiosen Steuerelementen. Die Jogwheels könnten noch etwas stabiler gestaltet werden, bei gröberer Nutzung neigen sie nämlich ein wenig zum Schleifen. Ansonsten gibt es am DX auch nach längerem Test nichts weiter auszusetzen, das Ding funktioniert einfach. Der Xone:DX ist ein idealer Allroundmixer und wird mit Sicherheit einige Plattentaschen verdrängen und die digitale Revolution weiter vorantreiben. Einzig der Preis mit über 1.100 Euro scheint auf den ersten Blick etwas hoch.

Preis: 1149 Euro

Allen & Heath