Edel-Audio Interface für OS X und iOS

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Apogee hat mit dem Quartet seit ein paar Monaten ein neues Audio Interface am Start, das die Lücke zwischen Duet und Ensemble füllen soll, aber jetzt als erstes Highend Audio Interface auch einen eigenen iOS-Treiber nebst App bekommen hat.

von Benjamin Weiss aus De:Bug 171

Das Quartet sitzt im für Apogee typischen silbernen Metallgehäuse, das hier als leicht angeschrägte Desktop-Version daherkommt. Bedient wird es über einen klickbaren Multifunktions-Drehregler und die neun hintergrundbeleuchteten Tipptasten. Sie steuern die Wahl der Ein- und Ausgänge, die sich dann über den Drehregler einstellen und, im Fall der Ausgänge, auch schnell muten lassen. Die drei Tasten oberhalb des Drehreglers können mit verschiedenen Funktionen belegt werden: Im Auslieferungszustand setzt die erste die Level-Anzeigen auf null, dämpft die zweite den Ausgangspegel und schaltet die dritte die Master-Abhöre auf mono. Anschlussseitig gibt es vier analoge Neutrik-Buchsen mit Vorverstärker und sechs große Klinken für die Ausgänge, sowie einen Kopfhörerausgang an der Seite. Digital können acht Kanäle über zwei optischen Eingänge eingeschleift werden. Für die Synchronisation mit einem externen A/D-Wandler steht Wordclock zur Verfügung. Neben der kurioserweise als Mini-USB ausgeführten Verbindung zum Rechner/iPad gibt es einen weiteren USB-Anschluss, an den sich MIDI-Controller, aber keine anderen Geräte anschließen lassen.

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Native iOS-Unterstützung
Richtig gelesen: Quartet ist das erste High-End-Interface, das von Haus aus iOS mit einem eigenen Treiber unterstützt. Dafür gibt es eine Version der Maestro-App für iPhone und iPad. Apogee liefert ein Verbindungskabel, das leider auf Apples altem 30-Pin-Standard beruht; ein Lightning-Adapter schafft hier Abhilfe. Mit dem Kabel lassen sich alle analogen und digitalen Ein- und Ausgänge über die Maestro-App einstellen, sowie die Funktionalität der Tipptaster bestimmen. Die Latenz sinkt spürbar. Nimmt man sein eigenes Kabel, stehen lediglich die für ein Core-Audio-Interface standardmäßigen zwei Eingangs- und zwei Ausgangskanäle zur Verfügung, die Ladefunktion ist deaktiviert. In Kombination mit iOS ist der zusätzliche USB-Anschluss tatsächlich sinnvoll: mit ihm kann man noch einen Core-MIDI-Controller anschließen.

Wie erwartet klingt das Apogee Quartet großartig: Nichts wird übermäßig hervorgehoben oder maskiert, jedes kleinste Detail ist durchdefiniert und die Räumlichkeit sauber abgebildet. Die Mikrofon-Vorverstärker arbeiten sauber und neutral und bringen auch für leise Signale genügend Verstärkung mit. Durch die einfache und praktische Bedienung über die Tipptasten und den großen klickbaren Drehregler bleibt das Quartet auch in einer hektischen Aufnahmesituation und auf der Bühne beherrschbar. Die Routing-Möglichkeiten sind ausreichend, viel mehr braucht man bei der vergleichsweise überschaubaren Anzahl von Anschlüssen nicht.

Fazit
Als iOS-Audio-Interface ist das Quartet zwar definitiv Overkill, aber es ist schon interessant zu hören, wie wenig (wenn überhaupt) sich gute Softsynths auf iPad und Rechner klanglich noch unterscheiden und wie viel sich nur mit iPad und dem Quartet im Studio bewerkstelligen lässt. Demnächst sollen auch die kleineren Interfaces, Apogee One und Duet, über die Maestro-App vollständig über iOS steuerbar werden. Anders als beim Quartet, das dafür nur ein Firmware-Upgrade braucht, wird es jedoch neue Hardware-Versionen geben.

Für den Mac ist das Quartet ein äußerst gut klingendes , wenn auch nicht gerade billiges Audio-Interface, das mit einfacher Bedienung und vor allem auch sehr geringer Latenz überzeugt. Windows-Betreiber bleiben außen vor: Wie bei Apogee üblich, gibt es für das Quartet keine PC-Treiber.

Preis: 1295,- Euro

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