Desktopsynthesizer, minimalistisch

Eowave hat bis jetzt vor allem ungewöhnliche Instrumente auf den Markt gebracht. Mit dem Domino wagen sie sich jetzt eher in klassische Gefilde und kommen mit einem monophonen Desktopsynthesizer für Einsteiger und Minimalisten.

von Benjamin Weiss aus De:Bug 161

Der Domino ist eingebaut in ein kleines Stahlblechgehäuse, robust verarbeitet und mit hübschen Drehreglern ausgestattet, die zwar nicht geraffelt sind, sich aber trotzdem gut anfassen und einen sehr großzügigen Abstand zueinander haben. Die Anschlussmöglichkeiten sind überschaubar: Midi-In, Audio-Ein- und -Ausgang und der Anschluss fürs 12-Volt-Netzteil.

Klangerzeugung und Struktur
Der Domino kommt mit 15 Drehreglern und einem Switch aus, was erkennen lässt, dass er schaltungstechnisch eher einfach und minimalistisch gehalten ist. Der VCO bietet als Wellenformen Sägezahn und Rechteck an, zwischen denen stufenlos gemischt werden kann, und lässt sich in einer Bandbreite von +/- sieben Halbtönen stimmen. Die Tonhöhe kann auch über den LFO moduliert werden, dazu kommt noch Pulsweitenmodulation. Das Filter und der VCA teilen sich eine Hüllkurve, die nicht der klassischen ADSR-Logik folgt, sondern mit Attack, Decay und Sustain auskommt. Das Filter mit Resonanz und Cutoff-Frequenz packt mit 24dB durchaus kräftig zu, ist aber so ausgewogen ausgelegt, dass es das Signal weder zu sehr abdämpft, noch bei hohen Resonanzwerten Boxen oder Trommelfelle in Mitleidenschaft zieht. Das ist bei vielen anderen Synths nicht so gut gelöst, denn da heißt es oft Kindersicherung oder Ohrenschmerzen. Die Frequenz lässt sich über den LFO und die Hüllkurve modulieren.

MIDI, LFO und Arpeggiator
Neben Note-On-Befehlen reagiert der Domino auch auf eine Reihe von CCs und Midi Clock: So lässt sich der LFO zum Tempo synchronisieren, wenn eine Midi Clock anliegt, außerdem kann ein einfacher Arpeggiator mit CCs gesteuert werden und Velocity-Werte über 120 werden als Accent interpretiert. Der Arpeggiator ist eher als Gimmick zu sehen: Je nach Controller-Wert ändert er seine Laufrichtung, geht in den Latch-Modus oder schaltet seine Laufweite um, was auch ohne optische Kontrolle, sprich DAW und Rechner, praktisch nicht zu übersehen ist. In Sachen Wellenformen ist der LFO mit acht verschiedenen Möglichkeiten relativ üppig ausgestattet, wobei die letzte ihn durch das Modulationsrad/den entsprechenden CC ersetzt. In dieser Stellung wird er in Kombination mit einem angeschlossenen Midi Controller sogar zum 8-Step-Sequenzer, dessen einzelne Schritte in der Lautstärke über CCs geregelt werden.

Bedienung und Sound
Der Domino ist ein solides Exemplar eines monophonen Analogsynthesizers im handlichen Desktop-Format: Der Klang deckt das Spektrum von satten Bässen über zwitschernde Acidlines bis hin zu endlos modulierenden LFO-Kaskaden und klassischen Arpeggios ab und ist ziemlich vielseitig. Auch als Filter für externe Signale ist der Domino gut nutzbar, zumal das Filter wirklich praxisnah parametrisiert ist. Die Bedienung ist, was die Hauptparameter angeht, äußerst übersichtlich und auch für Anfänger schnell zu verstehen, der LFO sorgt dafür, dass trotz der einfachen Grundstruktur Bewegung in den Sound kommt. Insgesamt ein rundes Paket zu einem angemessenen Preis.

Preis: 250 Euro

Eowave