Statt Pixel schubsen Knöpfchen drücken und am Rad drehen, wilde Modulationen fahren und Bassgewitter niedergehen lassen.

Wie der Name 888 schon zart andeutet, nimmt sich die neue X-Base vor, eher den Sound der TR 808 zu reproduzieren, als den der 909. Sie sitzt im gleichen Gehäuse wie die X-Base 999 und besitzt beinahe identische Features, kann aber auch mit ein paar Besonderheiten trumpfen.

von Nerk aka Benjamin Weiss aus De:Bug 121

Sequenzer
Der Sequenzer beruht auf dem bewährten XOX-Prinzip: Steps werden in einem 16-Step-Lauflichtsequenzer zu Pattern zusammengesetzt. Die Patterns können maximal 256 Steps haben, allerdings wird dabei alle 16 Steps ein Patternspeicherplatz verbraucht. Insgesamt 64 Pattern können gespeichert werden. Es gibt drei Hauptmodi: Pattern Real Time Write, Pattern Write und Perform. Im Pattern-Real-Time-Write-Modus können Parameterverläufe aufgezeichnet werden, im Pattern-Write-Modus kann man verschiedene Kits auswählen, aber keine Verläufe nutzen. Der Perform-Modus dient dem hemmungslosen Verschrauben der Sounds, wobei das Kit mit allen seinen Einstellungen gewechselt werden kann. Hier hat man immer alle Parameter eines Instruments separat zur Hand, verteilt auf die sechzehn Dreh-Encoder, die mit Push-Funktion ausgerüstet gleichzeitig als Mute-Taster für die Instrumente dienen.
Der Song-Modus (den es bei meinem Test der X-Base 999 noch gar nicht gab) ist auch ziemlich ausgewachsen: Wahlweise per Step-Eingabe oder live gespielt, lassen sich bis zu zwanzig Songs aufnehmen, wobei auch Kitwechsel und Tempoänderungen aufgezeichnet werden können. Dazu kann man einen Song Loop definieren, der dann beliebig lang laufen kann.

Instrumente
Analog erzeugt werden Bassdrum, Toms und Snare, Sample-basiert sind Clap, Rim, Crash und Ride. Die analogen Instrumente sind mit den meisten Parametern ausgestattet, angefangen bei der Bassdrum, die sich mit zwölf klangformenden Parametern in alle erdenklichen Richtungen kneten lässt. Die Sample-Instrumente lassen sich mit einer Software mit eigenen Samples im WAV- oder AIFF-Format austauschen, und werden in das Jomox-interne Format mit 8 Bit gewandelt, wodurch sie nicht immer wie erwartet, aber meistens gut klingen. Insgesamt 31 Samples pro Slot nutzt die X-Base 888, davon sind die ersten vier allerdings unveränderlich, bleiben also noch 27 zum selbst belegen übrig.
Danach kann man sie durch die analoge Hüllkurve schicken, pitchen, rückwärts abspielen, per LFO modulieren und durch den Tiefpass- und/oder Hochpass- Filter mit Resonanz schicken. Mit den zwei digitalen LFOs, die wahlweise frei laufen oder zum Tempo synchronisiert sind, lassen sich die Tune-Parameter aller Instrumente und die Cutoffs der Filter der HiHat-Sektion und des globalen Filters ansteuern.

Spezialitäten
Soweit, so identisch zur X-Base 999. Aber die 888 ist nicht nur die günstigere, weil um den X-Filter für externe Signale abgespeckte Variante, sondern hat auch ein paar Besonderheiten, mit denen die große Schwester nicht dienen kann. So besitzt die Bassdrum zusätzlich eine Pitch-Hüllkurve, mit der sich wahlweise lange, 808-artige Bassdrums bei großen Werten, aber auch kurze, zackige mit deutlichem Attack bei kleinen Werten erzeugen lassen. Auch die Toms sind um diese Pitch-Hüllkurve erweitert worden.
Um den obertonreichen, metallisch seidigen Sound der 808 Hihats, Cymbals und Snares zu erreichen, hat die Noisesektion in der X-Base 888 eine Erweiterung bekommen: zur Auswahl stehen zwei weitere Noises, Metal Noise A und Metal Noise B. Sie verändern aber nicht nur den Sound der HiHats, sondern auch die Bass, Snare, Low Tom und High Tom, die alle ihren Noise aus der gleichen Quelle bekommen.

Bedienung & Sound
Nach wie vor bleibt die X-Base auch in ihrer neusten Inkarnation 888 einer der intuitiv spielbarsten, ausdrucksstärksten und druckvollsten Drumcomputer überhaupt. Statt Pixel schubsen Knöpfchen drücken und am Rad drehen, wilde Modulationen fahren und Bassgewitter niedergehen lassen. Und wenn beim Liveset der Rest vom Equipment den Geist aufgibt hat man immer die Gewissheit, zur Not auch nur mit der X-Base das Set beenden zu können.
Mit der neuen X-Base 888 hat Jomox eine veritable Konkurrenz zur ebenfalls samplefähigen Machinedrum UW, die auch noch günstiger ist, wenngleich sie einen völlig anderen Klangcharakter hat. Killertool zum live spielen!

Soundbeispiel 1

Soundbeispiel 2

Soundbeispiel 3

Anschlüsse:
Audio: 10 Einzelausgänge, Stereo Mix, Kopfhörer
Midi: Midi In, Midi Out, Midi Thru

Preis: 1099,- Euro

Jomox

15 Responses

  1. paxta

    Die Patterns können maximal 256 Steps haben, allerdings wird dabei alle 16 Steps ein Patternspeicherplatz verbraucht.

    Schön wärs !!! Last Step Funktion wie bei der 09er gibts bei der 999/888 nicht mehr, geht nur noch über den Song Loop Mode. Das ist voll Panne.

    Frage mich ob das überhaupt ein ernsthafter Testbericht ist, anscheinend wurde nicht getestet, sonst hätte man festgestellt das eben dies nicht geht. bei 888 ab OS 1.0 bei 999 erst ab einem späteren Update.

    Individual Step geht übrigens auch nur 16 Steps, im A/B pattern Mode kann man nur 16 Steps individual editieren (parameterverlauf) auf den anderen 16 steps also B Teil des patterns sind das pro steps die selben Parameter wie im Pattern A Teil.

    genauso Panne, andere Hersteller könnens auch, nur Jomox anscheinend nicht.

    nach 3 Monaten immer noch kein Update und einige Funktionen gehen immer noch nicht. z.B. Programm Change.

  2. nerk

    hallo paxta!
    das ist vielleicht ein wenig missverständlich mit der patternlänge, das geht tatsächlich nur im song loop. aber die last step funktion (seite 72 im manual) gibt es durchaus noch.
    und was die anderen funktionen angeht, die du vermisst: jomox ist ein ein – mann unternehmen, da kann das mit den updates schon ein wenig dauern. mal so zur info: wann brauchst du patterns mit 256 steps?

  3. paxta

    Last Step geht nur bis 16 Steps !

    Patterns mit 64 Steps wären angebracht, wie eben bei der machinedrum.
    32 Individual Steps im A/B Pattern mode würden mir auch schon reichen. Immerhin ist es in der produktinfo so geschildert. Wenn ich über 1000 Euro ausgebe möchte ich auch einen funktionstüchtigen Drumcomputer der hält was er verspricht.
    Song Loop Mode wenn ich Live spiele ist viel zu kompliziert. Da war es viel besser wie bei der 09er wo man schnell mal ein paar Patterns aneinander hängen konnte. Versteh nicht was daran so kompliziert sein kann. Muss doch gehen mit der Last step Funktion.
    Der Sound ist echt genial, doch was nützt mir das wenn der Sequencer zu viele Einschränkungen hat ?

    Es gibt noch viele Sachen mehr die nicht funktionieren.
    z.B.
    shuffle für externe spuren
    clock send verstellt sich dauernd auf “Off”
    888 vergisst steps oder setzt diese falsch.
    Data dump funktioniert nicht ordentlich.
    Wenn ich ein gespeichertes Datadump lade dann liegen die Patterns nicht auf den Speicherplätzen wie vorher.
    Meine 888 hat sich schon 3x während dem Betrieb aufgehangen.
    Sound hat noch gespielt, allerdings lief kein Lauflicht mehr und auch sonst keine reaktion mehr.
    Bei der 999 musste ich auch nie 3 Monate auf ein neues Update warten.

    Grüße

  4. nerk

    hallo paxta,
    also ehrlich gesagt klingt das so, als wäre es nicht nur die software, die bei dir nicht funktioniert. ich hatte die eine woche hier am laufen, sie hat sich nicht aufgehängt, clock send hat sich auch nicht verstellt. vielleicht einfach umtauschen?

  5. paxta

    Also ich bin nicht der einzigste dem das so geht, ich kenne nun schon 3 Leute die genau die selben Probleme haben wie ich. Einer davon hat seine aus lauter Frust schon wieder verkauft.

    In einigen Foren wird das auch ausgiebig diskutiert, ist also kein Zufall.

    Ich finde es auch nicht nett das dem Käufer Sachen versprochen werden und dann geht es nicht. Der A/B Pattern Mode ist eine reine Lüge, immerhin gehen nur 16 individual Steps. Wozu brauch ich 32 Steps wenn ich nur einen Parameterverlauf von 16 Steps aufzeichnen kann ?

  6. paxta

    Neues OS Update für die 888 ist endlich erhältlich. Die gröbsten Bugs sind gefixt und alles Funktioniert Tadellos. 3 Tage im Einsatz und noch keine Probleme mit ihr gehabt.

  7. nerk

    na siehste 🙂 dauert halt ein bisschen, aber dann funktionierts!

  8. nico

    Meine Jomox (BIOS 1.01, MAIN OS 1.04) spinnt leider total, und ich schicke sie daher auch wieder zurück. Ich weiss nicht, ob ich evtl. nur ein “Montagsmodell” erwischt habe, aber in dem jetzigen Zustand ist die Maschine einfach nicht brauchbar.
    Soundmässig gut, die Shuffle Funktion ist der Hammer aber es gibt auch ein paar Dinge, die man wirklich besser hätte machen können.

  9. Newarg

    Also ich weiß nicht, ich habe anscheinend auch ein Montagsmodell. Hab nun schon einige gehört die wohl Probleme haben. Nach fast einem Jahr hat Jomox es immer noch nicht geschafft die Maschiene anständig ans laufen zu bringen. Meine Xbase888 macht sich oft selbstständig und löscht oder verschiebt patterns, sounds ect. Song Mode ist auch total verbugt. Ich hoffe das spricht sich schnell rum und es wird ein Update nachgereicht. Ich nutz mein Umtauschrecht, schade nur für die vielen trauen Jomox Kunden die bald schon 1 Jahr auf ein anständiges Update hoffen.

    also dann

  10. rosert

    Hallo, ein paar Bugs sind mit 1.08 wohl nun gefixt, aber der Songmode ist Bedientechnisch immer noch unbrauchbar. In aller erster Linie kauft man doch solch ein Drumsynthesizer um damit live zu spielen oder ? Mal schnell ein paar aufeinanderfolgende Pattern loopen geht nur sehr umständlich. Ich hatte gedacht das Jomox die bewährten Funktionen der Xbase09 übernimmt. Dort konnte man ganz einfach mit Last STEP xxx aufeinanderfolgende Patterns loopen. Hut ab für die Preis/Sound Leistung, doch das ist nicht alles.

  11. kai.w

    ich nutze meine xbase auch nur als expander oder im Perform-mode, der Sequencer kann mich nicht überzeugen.
    Nur 16 Individual Steps, das ist Kundenverarsche. Davon steht nirgendswo etwas in den Tests. Immer heißt es 32 Steps im A/B Pattern. Ich wünsche mir die Last Step Funktion im Pattern Mode um Live schnell mal 2 Patterns zu Loopen. 32 Individual Steps würden auch schon völlig ausreichen. 16 sind in der heutigen Zeit einfach zu wenig. Besonders bei 32/tel. Da kann die Korg EMX mit ihren 128 Steps und Motion Sequence mehr. (Parameterverläufe)
    Sound ist Top ! Sonst hätt ich die Kiste wohl schon längst wieder verkauft.
    Das es immer an so Kleinigkeiten liegen muss. Es ist egal wo ich über die xbase888/999 lese, viele wünschen sich genauso wie ich die Last Step Funktion im Pattern Mode. Es kann doch nicht so schwer sein oder ?
    Den Song Mode kann man vergessen wenn man Live Spielen möchte !

    Es wäre toll wenn jeder Jomox eine E-mail schickt und darum bittet das diese Funktion impletiert wird.

    Programm Change funktioniert jetzt übrigens… hat nur 1 Jahr gedauert.
    Es wurde halt lieber an der neuen Mbase gearbeitet damit man zur Musikmesse was neues hat…..

  12. nickname

    fuck man, mir fehlt der last step modus auch so sehr!!! würd vieles echt flexibler machen

  13. egal

    und nach über 2 Jahren ist die 888 immer noch total verbuggt und nichts hat sich wirklich verändert. Hatte mir wieder eine bestellt und 2 Wochen getestet. Total Schrott, Indiv. Step Mode ist unbrauchbar und Song Mode umständlich und verbuggt. Ständig entwickelt die 888 eigenleben, setzt steps oder löscht welche. Samples verschwinden. Dumpen geht nur von bank 1. Perf Mode für Live macht immer noch klirrende geräusche beim wechsel der Kits (Live bedeutet das Hörschaden für die Gäste)

    Wenn man dort anruft gibts zu allem ne Ausrede und man kommt sich nachher umso mehr verarscht vor.

    NIE WIEDER JOMOX !!!!!!

  14. R.Johnson

    “Einer der intuitiv spielbarsten ..Drumcomputer..”-hatte der Author das Gerät wirklich mal in der Hand?

  15. Benjamin Weiss

    hatte er. auch wenn er seine meinung (nach abgabe) dann doch geändert hat.