Eintauchen ins Effektcluster

Das neueste Mitglied der Kaoss Pad-Familie heisst Kaoss Pad Quad und wirft ein paar Standardfeatures der anderen Pads mirnichtsdirnichts über Bord: keine Presets, kein Speichern und auch kein MIDI, dafür aber vier Effekte gleichzeitig. Ob das ultraminimalistische Prinzip aufgeht?

von Benjamin Weiss aka Nerk aus De:Bug 152

Übersicht
Das Kaoss Pad Quad hat das übliche Kaoss Pad Touchpad mit Reglern für BPM, Input Volume und FX Depth. Je nach Lautstärke des Eingangssignals blinkt das Touchpad in vier Farben lichtorgelmässig mit. Anschlusseitig gibt es je einen Cinch Ein- und Ausgang in Stereo für Linesignale und einen Klinkeneingang mit Eingangsregler für ein Mikrofonsignal. Wie beim KP3 lässt sich per Kippschalter einstellen, ob das Kaoss Pad Quad als Insert oder als Send benutzt wird., in den meisten Fällen dürfte das aber der Insert sein. Die Effekte lassen sich aus vier Effektblöcken mit je fünf Effekten zusammensetzen, die in Reihe geschaltet sind: der erste kümmert sich um Looping / Slicing, der zweite hat Distortion, Flanger, Phaser und einen Ducking Compressor, der dritte bietet eine Reihe von Filtern und einen Pitchshifter und der vierte und letzte ist für Delay und Reverb zuständig. Aus jedem Block kann immer ein Effekt gleichzeitig aktiv sein, per Freeze-Button unter jedem Block lassen sich die Effektparameter pro Block auf dem letzten Stand einfrieren. Zwei Parameter aller Effekte lassen sich wie üblich über die X- und die Y-Achse des Touchpads steuern; welche das sind, muss man allerdings erst ausprobieren und verinnerlichen, praktischer wäre da eine Visualisierung direkt auf dem Touchpad. Alle aktivierten Effekte, die nicht gefreezet sind, werden weiterhin über das Touchpad moduliert, was ziemlich ausgeklügelte Effektkombinationen erlaubt. Vor allem für den Looper/Slicer ist eine exakte Tempoerkennung wichtig, die intern eingebaute ist glücklicherweise (wenn es einen klaren 4/4er Beat gibt) ziemlich präzise, wahlweise kann man das Tempo aber auch per Drehregler einstellen. Ein MIDI-Eingang und Unterstützung von MIDI-Clock wäre gerade für den Liveeinsatz dennoch praktischer.

Spielen & Sound
Trotz oder gerade wegen der mal abgesehen von der Anzahl der direkt spielbaren Effekte etwas spartanischen Ausstattung lässt sich mit dem Kaoss Pad Quad schnell Spass haben. Oft benutzt wird dabei der FX Depth-Regler, der ein klein wenig größer und robuster sein könnte. Ansonsten ist die Lernkurve erfreulich flach, und so lassen sich auch komplexere Effektcluster beherrschen, wenn man sich erstmal alle Effekte eingeprägt hat. Trotzdem wäre zumindest für die Loopersektion eine Form von Visualisierung der Bereiche auf dem Touchpad sinnvoll, sonst greift man dann doch gelegentlich beherzt in die falsche Kakofonie. Direkt wählbare Effektkombinationen, die sich mit dedizierten Buttons abrufen lassen wären auch nicht schlecht. Der Sound der Effekte entspricht weitgehend dem der einzelnen Presets aus dem KP3. Alles in allem auf jeden Fall das direkteste Kaoss Pad, das es bisher gab.

Preis: 279,- Euro

Korg

5 Responses

  1. Name

    “Wie beim KP4 lässt sich per…”

    das hier ist doch erst das KP4. soll wohl KP3 heißen. weiter unten nochmal der selbe fehler